Diabetes mellitus: Diagnostik, oGTT und Klassifikation
Hintergrund
Die DDG-Praxisempfehlung 2025 definiert den Diabetes mellitus als Sammelbegriff für heterogene Stoffwechselstörungen. Der Leitbefund ist eine chronische Hyperglykämie, die durch eine gestörte Insulinsekretion, eine verminderte Insulinwirkung oder eine Kombination aus beidem verursacht wird.
Die Leitlinie klassifiziert die Erkrankung in verschiedene Haupttypen. Dazu gehören der Typ-1-Diabetes (absoluter Insulinmangel durch autoimmune Zerstörung), der Typ-2-Diabetes (Insulinresistenz und Sekretionsstörung) sowie der Gestationsdiabetes. Zudem werden spezifische Formen wie MODY oder pankreopriver Diabetes unterschieden.
Ein besonderes Augenmerk wird auf den Prädiabetes gelegt. Dieser Zustand ist bereits mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre, renale und neurologische Komplikationen assoziiert.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor präanalytischen Fehlern bei der Glukosebestimmung, da eine unzureichende Glykolysehemmung rasch zu falsch-niedrigen Werten führt. Es wird dringend empfohlen, spezielle Röhrchen mit Citrat-Fluorid-Zusatz zu verwenden oder das Blut innerhalb von 15 Minuten zu zentrifugieren. Zudem wird betont, dass für eine sichere Diagnose stets zwei pathologische Messwerte vorliegen sollten, da ein einzelner unauffälliger Nüchternblutzucker einen Diabetes nicht ausschließt.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt die Verwendung von Blutentnahmeröhrchen mit einem Zusatz von Citrat und Fluorid zur sofortigen Glykolysehemmung. Röhrchen, die nur Fluorid enthalten, oder reine Serum-Röhrchen werden als ungeeignet eingestuft.
Ein LADA sollte in Betracht gezogen werden, wenn sich die Glukosekontrolle bei scheinbaren Typ-2-Diabetikern trotz oraler Therapie auffallend schnell verschlechtert. In diesen Fällen wird die Bestimmung von Insel-Autoantikörpern empfohlen, um frühzeitig eine Insulintherapie einzuleiten.
Es wird die Messung von Beta-Hydroxybutyrat im Blut oder Plasma gegenüber der Urindiagnostik bevorzugt. Werte über 3 mmol/l gelten laut Leitlinie als sicher pathologisch.
Nein, die DDG fordert für die Diagnosestellung in der Regel zwei unabhängige pathologische Messwerte. Zudem wird darauf hingewiesen, dass ein normaler HbA1c-Wert einen manifesten Diabetes nicht sicher ausschließt.
Ein Gestationsdiabetes liegt vor, wenn mindestens ein Wert überschritten wird: Nüchtern >= 92 mg/dl, nach 1 Stunde >= 180 mg/dl oder nach 2 Stunden >= 153 mg/dl. Die Leitlinie betont, dass bereits ein einziger pathologischer Wert für die Diagnose ausreicht.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: DDG: PE_Klassifikation & Diagnostik pdf (DDG, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
DDG: Praxisempfehlungen Gesamtausgabe pdf
S3-Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Typ-2-Diabetes
DDG: Teilpublikation der Langfassung 2023 pdf
DDG: S3-Leitlinie Therapie des Typ-1-Diabetes (2023) pdf
DDG: PE_Therapie_Typ-1-Diabetes_2025.pdf pdf
DDG: PE Diabetes im Kindes- & Jugendalter pdf
Nationale VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes (NVL, 2024)
DDG: PE_Glukosemessung pdf
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen