Ernährung bei Typ-2-Diabetes: DDG-Praxisempfehlung 2025

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DDG (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die DDG-Praxisempfehlung 2025 fokussiert sich auf die Ernährungstherapie bei Personen mit Typ-2-Diabetes mellitus (T2Dm). Charakteristisch für den T2Dm ist ein progressiver Verlauf mit individuell unterschiedlich schnell voranschreitender Beta-Zell-Insuffizienz.

Aufgrund der unterschiedlichen Behandlungsformen und Lebensumstände wird eine starke Individualisierung der Ernährungstherapie gefordert. Der Therapieplan muss fortlaufend mit der medikamentösen Behandlung und der körperlichen Aktivität abgestimmt werden.

Besondere Berücksichtigung finden zudem spezifische Patientengruppen wie geriatrische Personen, bei denen der Erhalt der Muskelmasse im Vordergrund steht. Auch kulturelle Aspekte und persönliche Vorlieben spielen laut Leitlinie eine zentrale Rolle für die langfristige Adhärenz.

Empfehlungen

Die DDG-Praxisempfehlung 2025 formuliert folgende Kernempfehlungen zur Ernährungstherapie:

Gewichtsmanagement

Bei Vorliegen von Übergewicht soll eine Gewichtsreduktion unter Erhalt der Muskelmasse angestrebt werden. Für eine Diabetesremission wird bei Adipositas eine Gewichtsreduktion von 15 kg empfohlen.

Niedrigkalorische Formuladiäten (Mahlzeitenersatz) werden als effektive Maßnahme zur Gewichtsreduktion und Verbesserung des Stoffwechsels eingestuft. Intervallfasten kann unter ärztlicher Überwachung eingesetzt werden, birgt jedoch unter insulinotroper Medikation ein erhöhtes Hypoglykämierisiko.

Körperliche Aktivität mit niedriger Intensität, wie zügiges Gehen nach den Mahlzeiten, wird zur Verbesserung der postprandialen Glykämie empfohlen.

Makronährstoffe und Diätformen

Es gibt kein allgemeingültiges Ernährungsmuster für alle Betroffenen. Die Leitlinie bewertet mediterrane, vegetarische und vegane Ernährungsformen als akzeptabel und vorteilhaft.

Hinsichtlich der Makronährstoffe formuliert die Leitlinie folgende Kernpunkte:

  • Kohlenhydrate: Eine moderate Reduktion (Low-Carb) ist kurzfristig zur Gewichtsreduktion empfehlenswert. Bevorzugt werden sollen Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Nüsse.

  • Fette: Industrielle Transfette sind zu meiden, während natürliche gesättigte Fette (z. B. Milchfett) in Maßen unbedenklich sind. Ein hoher Anteil ungesättigter Fettsäuren soll über natürliche Lebensmittel erreicht werden.

  • Ballaststoffe: Es wird eine tägliche Zufuhr von 30 g (bzw. 15 g/1000 kcal) aus natürlichen Quellen angestrebt.

Spezifische Lebensmittel und Getränke

Die Zufuhr zuckergesüßter Getränke soll minimiert und primär durch Wasser ersetzt werden. Fruktose ist in Form von natürlichem Obst unbedenklich, als zugesetztes Süßungsmittel in Getränken jedoch zu meiden.

Für weitere Lebensmittelgruppen gelten folgende Empfehlungen:

  • Obst und Gemüse: Große Portionen an Obst und stärkereichem Gemüse (wie Kartoffeln oder Mais) sollen vermieden werden, um postprandiale Blutzuckerspitzen zu verhindern.

  • Fleisch: Der Konsum soll auf das von der DGE empfohlene Maß reduziert werden.

  • Nahrungsergänzungsmittel: Eine Routine-Supplementation wird nicht empfohlen. Ausnahmen bilden ein nachgewiesener Vitamin-D-Mangel oder ein Vitamin-B12-Mangel unter Metformintherapie.

  • Alkohol: Die Mengen sollen auf die Empfehlungen für die Allgemeinbevölkerung begrenzt werden, wobei auf das erhöhte Hypoglykämierisiko unter Insulintherapie hingewiesen wird.

Hafertage bei Insulinresistenz

Im stationären Setting werden zur Durchbrechung einer starken Insulinresistenz zweitägige Hafer- bzw. Ballaststofftage empfohlen. Diese müssen hypokalorisch sein und einen hohen Ballaststoffanteil aufweisen.

Auch im ambulanten Bereich können wiederholte Sequenzen von zwei bis drei hypokalorischen Hafertagen den Insulinbedarf und das Körpergewicht senken.

Dosierung

Die Leitlinie definiert spezifische Zielwerte für die tägliche Eiweißzufuhr in Abhängigkeit von Alter und Nierenfunktion:

PatientengruppeEmpfohlene EiweißzufuhrAnmerkung
Personen unter 60 Jahren10 - 25 % der GesamtenergieBei intakter Nierenfunktion und Gewichtskonstanz
Personen über 60 Jahre15 - 25 % der GesamtenergieZur Vermeidung von Sarkopenie und Mangelernährung
Chronische NiereninsuffizienzMindestens 0,8 g/kg KörpergewichtEine stärkere Restriktion wird wegen Malnutritionsrisiko nicht empfohlen

Kontraindikationen

Die Leitlinie rät von folgenden Maßnahmen ab:

  • Zimtsupplementation: Der Verzehr von Zimt zur Blutzuckersenkung wird aufgrund fehlender Evidenz nicht empfohlen.

  • Fischölsupplemente: Die Evidenz reicht für eine Empfehlung bei T2Dm nicht aus.

  • Routine-Supplementation: Vitamine und Mineralstoffe sollen ohne nachgewiesenen Mangel nicht routinemäßig eingenommen werden.

  • Starke Proteinrestriktion: Bei Niereninsuffizienz wird vor einer Reduktion auf unter 0,8 g/kg Körpergewicht gewarnt.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Bei geriatrischen Patienten mit Typ-2-Diabetes rät die Leitlinie von einer strikten Gewichtsreduktion ab, da Übergewicht in dieser Altersgruppe mit einer reduzierten Mortalität assoziiert ist. Der Fokus der Ernährungstherapie sollte stattdessen auf dem Erhalt der Selbstständigkeit sowie der Vermeidung von Mangelernährung und Hypoglykämien liegen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie sollte bei Vorliegen einer Adipositas eine Gewichtsreduktion von 15 kg angestrebt werden. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine Remission des Typ-2-Diabetes deutlich.

Die Leitlinie stuft den Verzehr von Süßstoffen bei Einhaltung der Höchstmengen als gesundheitlich unbedenklich ein. Es konnte kein negativer Effekt auf die Glukose- oder Insulinregulierung festgestellt werden.

Intervallfasten kann als Methode zur Gewichtsreduktion eingesetzt werden, jedoch wird keine generelle Empfehlung für eine bestimmte Form ausgesprochen. Es wird darauf hingewiesen, dass unter blutzuckersenkender Medikation ein erhöhtes Risiko für Hypoglykämien besteht.

Es gibt laut Leitlinie kein allgemeingültiges Ernährungsmuster, das allen Patienten überlegen ist. Mediterrane, vegetarische und vegane Ernährungsformen werden als geeignete Optionen zur Erreichung der Therapieziele bewertet.

Ja, die Leitlinie empfiehlt zweitägige, hypokalorische Hafertage zur Durchbrechung einer starken Insulinresistenz. Diese können den Insulinbedarf signifikant senken.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: DDG: PE_Ernährungsempfehlung bei Typ-2-Diabetes pdf (DDG, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien