Ernährungsprävention Typ-2-Diabetes: DDG Leitlinie
Hintergrund
Die Praxisempfehlung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) aus dem Jahr 2025 fokussiert sich auf die primäre Ernährungsprävention des Typ-2-Diabetes mellitus (T2Dm). Ein besonderes Augenmerk liegt auf der hohen Krankheitslast durch suboptimale Ernährungsgewohnheiten.
Laut Leitlinie kann eine reine Ernährungsumstellung das Diabetesrisiko bereits um 32 Prozent senken. In Kombination mit einer Bewegungstherapie wird sogar eine Risikoreduktion von 41 Prozent erreicht.
Neuere Erkenntnisse betonen zudem die Bedeutung der Planetary Health Diet (PHD). Eine hohe Adhärenz an dieses pflanzenbetonte Ernährungsmuster wird mit einem signifikant geringeren T2Dm-Risiko sowie einer reduzierten Gesamtmortalität in Verbindung gebracht.
Empfehlungen
Gewichtsmanagement und Lebensstil
Bei Vorliegen von Übergewicht oder Prädiabetes wird eine Gewichtsreduktion von 10 Prozent angestrebt. Dies beugt einem späteren Diabetes effektiv vor.
Ein Gewichtsverlust lässt sich durch ein tägliches Kaloriendefizit von 500 bis 1000 kcal erreichen. Sehr kalorienarme Diäten unter 800 kcal pro Tag werden im Allgemeinen nicht empfohlen.
Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) und telemedizinische Programme können die Adhärenz bei der Lebensstilmodifikation signifikant unterstützen.
Spezifische Lebensmittelgruppen
Die Leitlinie hebt folgende Aspekte für eine diabetespräventive Ernährung hervor:
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Täglicher Verzehr von 200 bis 300 g Obst und Gemüse senkt das Risiko deutlich.
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Regelmäßiger Konsum von Hülsenfrüchten und Nüssen verbessert die Blutzuckerkontrolle.
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Fettarme Milchprodukte sollten Bestandteil der Ernährung sein, da sie das T2Dm-Risiko vermindern.
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Hochverarbeitetes und rotes Fleisch ist mit einem erhöhten Risiko assoziiert und sollte reduziert werden.
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Zuckergesüßte Getränke und Fruchtsäfte sind weitestgehend zu minimieren und primär durch Wasser zu ersetzen.
Makronährstoffe und Ernährungsformen
Es wird eine tägliche Ballaststoffzufuhr von 30 g (15 g/1000 kcal) aus natürlichen Quellen wie Vollkornprodukten angestrebt. Eine reine Supplementation zeigt keinen belegten Langzeitnutzen.
Pflanzenbasierte, vegetarische und vegane Ernährungsweisen zeigen in Beobachtungsstudien präventive Effekte. Es gibt jedoch keine ausreichende Evidenz für die Überlegenheit einer spezifischen Diätform.
Intervallfasten kann die Gewichtskontrolle und glykämische Parameter positiv beeinflussen. Die Leitlinie definiert folgende gängige Methoden:
| Bezeichnung | Intervention |
|---|---|
| 16:8 | Nahrungsaufnahme in einem 8-Stunden-Fenster, 16 Stunden Fasten |
| 5:2 | 5 Tage normale Ernährung, 2 Tage Reduktion auf 500-600 kcal |
| Alternate-Day-Fasten | Wechsel zwischen normalen Tagen und Fastentagen (keine/kaum Kalorien) |
| 24-Stunden-Fasten | 1- bis 2-mal pro Woche für 24 Stunden fasten |
Ein unstrukturiertes Auslassen von Mahlzeiten wird zur Diabetesprävention nicht empfohlen.
Prävention des Gestationsdiabetes (GDM)
Maßnahmen zur Risikoreduktion sollten bereits vor der Schwangerschaft oder im ersten Trimester beginnen. Ziel ist die Vermeidung einer exzessiven Gewichtszunahme.
Frauen mit erhöhtem Risiko profitieren am meisten von einer kombinierten Ernährungs- und Bewegungsintervention.
Kontraindikationen
Bei einer eingeschränkten Nierenfunktion jeglichen Stadiums wird vor einer Eiweißreduktion auf unter 0,8 g/kg Körpergewicht gewarnt.
Die Leitlinie betont, dass eine solche Reduktion das Risiko für eine Malnutrition, insbesondere bei höhergradiger Niereninsuffizienz, erhöht und wahrscheinlich keinen präventiven Vorteil bietet.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie weist darauf hin, dass der Ersatz von Zucker durch kalorienfreie Süßungsmittel zwar kurzfristig beim Gewichtsmanagement helfen kann, ein erhöhter Konsum jedoch mit negativen kardiometabolischen Folgen assoziiert ist. Es wird berichtet, dass eine Zunahme um eine Portion pro Tag das T2Dm-Risiko um 13 Prozent steigern kann. Daher wird Wasser als primäres Getränk empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Die DDG-Leitlinie empfiehlt einen täglichen Verzehr von 200 bis 300 Gramm Obst und Gemüse. Diese Menge ist mit einer deutlichen Senkung des Typ-2-Diabetes-Risikos assoziiert.
Pflanzenbasierte Ernährungsweisen zeigen laut Leitlinie einen präventiven Effekt. Es gibt jedoch keine ausreichende Evidenz dafür, dass sie anderen gesunden, fleischarmen Ernährungsformen überlegen sind.
Bei intakter Nierenfunktion wird eine Eiweißzufuhr von 10 bis 25 Prozent der Nahrungsenergie empfohlen. Für Personen über 60 Jahre liegt der empfohlene Bereich bei 15 bis 25 Prozent, um altersbedingten Abbau auszugleichen.
Nicht-nutritive Süßungsmittel können übergewichtigen Personen initial bei der Gewichtskontrolle helfen. Die Leitlinie warnt jedoch, dass ein dauerhaft hoher Konsum das Risiko für metabolische Störungen und Typ-2-Diabetes erhöhen kann.
Es wird berichtet, dass Intervallfasten die Gewichtskontrolle unterstützt und glykämische Parameter positiv beeinflusst. Ein generelles Auslassen von Mahlzeiten ohne Struktur wird jedoch nicht empfohlen.
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Quelle: DDG: PE_Empfehlungen_zur_Ernaehrungspraevention_des_Typ-2-Diabetes_mellitus_2025.pdf pdf (DDG, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.