Diabetische Nephropathie: Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Die DDG-Leitlinie (2020) adressiert die Diagnostik und Therapie der diabetischen Nephropathie. Menschen mit Diabetes mellitus und Nierenschäden weisen ein stark erhöhtes kardiovaskuläres Risiko auf.
Unter einer diabetischen Nephropathie werden alle Formen von Nierenschäden verstanden, die in zeitlichem oder kausalem Zusammenhang mit einem Diabetes mellitus auftreten. Die Klassifikation des Nierenschadens erfolgt unabhängig von der Grunderkrankung nach den KDIGO-Kriterien.
Hierbei werden die geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) und das Ausmaß der Albuminurie zur Stadieneinteilung herangezogen. Eine frühzeitige Diagnose und zielgerichtete Therapie sind essenziell, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern.
💡Praxis-Tipp
Es wird empfohlen, das stark erhöhte Hypoglykämierisiko bei eingeschränkter Nierenfunktion zu beachten. Dies resultiert aus einem verlangsamten Insulinabbau, einer reduzierten renalen Glukoneogenese und einer verlängerten Halbwertszeit oraler Antidiabetika. Zudem weist die Leitlinie darauf hin, dass der HbA1c-Wert ab dem Stadium G3b/G4 an Zuverlässigkeit verliert und durch eine renale Anämie falsch niedrig ausfallen kann.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird empfohlen, mindestens einmal jährlich die eGFR und die Albuminurie zu bestimmen. Die Albuminurie sollte bevorzugt als Albumin-Kreatinin-Quotient (ACR) im Morgenurin gemessen werden.
Eine nephrologische Vorstellung wird regulär ab dem Stadium G3a (eGFR < 60 ml/min) empfohlen. Bei Personen über 75 Jahren sollte die Überweisung spätestens im Stadium G3b erfolgen.
Es wird ein Zielblutdruck von ≤ 130/80 mmHg angestrebt. Bei Vorliegen einer chronischen Niereninsuffizienz empfiehlt die Leitlinie einen systolischen Zielwert von 130–139 mmHg.
Bei Typ-2-Diabetes und chronischer Niereninsuffizienz wird der Einsatz von SGLT-2-Inhibitoren empfohlen. Alternativ sollten GLP-1-Rezeptoragonisten mit nachgewiesenem kardiovaskulärem Nutzen verwendet werden.
Die Leitlinie rät von einer Kombinationstherapie aus ACE-Hemmern und AT1-Blockern ab. Es wird vor dem Risiko einer gefährlichen Hyperkaliämie gewarnt.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: DDG: Doanload pdf (DDG, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
Diabetes Canada Chapter 29: Chronic Kidney Disease in Diabetes
KDIGO 2020: Diabetes in CKD
StatPearls: Diabetic Nephropathy
DDG: Vorwort_und_Kurzfassung.pdf pdf
DDG: Therapy_Type_2.pdf pdf
KDIGO 2024 Clinical Practice Guideline on Evaluation and Management of Chronic Kidney Disease
KDIGO Guideline-Recommended Disease-Modifying Therapies for Cardiorenal Syndrome
KDIGO 2024: CKD Evaluation and Management
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen