Typ-2-Diabetes Therapie: DDG Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: DDG (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die DDG-Leitlinie zur Therapie des Typ-2-Diabetes beschreibt die Erkrankung als chronisch, heterogen und progredient. Sie ist durch Insulinresistenz sowie qualitative und quantitative Störungen der Insulinsekretion gekennzeichnet.

Laut Leitlinie erfordert die Diagnose, die von Betroffenen oft als starke Einschränkung erlebt wird, eine Strategie der Akzeptanz und der schrittweisen Therapieintensivierung. Ausnahmen bilden schwere metabolische Dekompensationen.

Es wird betont, dass die Festlegung individueller Therapieziele im Rahmen einer partizipativen Entscheidungsfindung (Shared Decision-Making) erfolgen sollte. Dabei sind Komorbiditäten, Lebenserwartung und psychosoziale Umstände zu berücksichtigen.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für die Versorgung:

Diagnostik und Therapieziele

Die Diagnose wird durch standardisierte Labortests für Plasmaglukose und HbA1c gesichert. Urinzuckeranalysen sind laut Leitlinie kein Standard für die Diagnostik oder Therapiesteuerung.

Es werden folgende Orientierungswerte für die Therapieziele empfohlen:

ParameterZielwert
Nüchternblutzucker100–125 mg/dl (5,6–6,9 mmol/l)
Postprandialer Blutzucker (1–2 h)140–199 mg/dl (7,8–11,0 mmol/l)
HbA1c (Standard)6,5–7,5 %
HbA1c (Multimorbide/geringe Lebenserwartung)< 8,0 % bis < 8,5 %
Blutdruck (systolisch)120–140 mmHg
Blutdruck (diastolisch)< 80 mmHg

Basistherapie

Eine Anpassung des Lebensstils bildet die Grundlage auf jeder Therapiestufe. Die Leitlinie empfiehlt eine Kombination aus strukturierter Schulung, Ernährungstherapie und Raucherentwöhnung.

Zusätzlich wird eine Steigerung der körperlichen Aktivität auf mindestens 150 Minuten moderates Training pro Woche empfohlen. Bei Übergewicht wird eine Gewichtsreduktion von > 5 % (BMI 27–35 kg/m2) beziehungsweise > 10 % (BMI > 35 kg/m2) angestrebt.

Pharmakotherapie

Wenn Lebensstilmaßnahmen nicht ausreichen, wird der Beginn einer medikamentösen Therapie empfohlen. Die Auswahl richtet sich nach dem kardiovaskulären und renalen Risikoprofil.

Die Leitlinie empfiehlt folgendes Vorgehen:

  • Metformin gilt als Mittel der ersten Wahl bei fehlenden Kontraindikationen.

  • Bei hohem kardiovaskulären oder renalen Risiko wird der frühzeitige Einsatz von SGLT2-Inhibitoren oder GLP-1-Rezeptoragonisten empfohlen.

  • Bei unzureichender Blutzuckerkontrolle ist eine duale oder dreifache Kombinationstherapie indiziert.

  • Vor dem Beginn einer Insulintherapie sollte der Einsatz eines GLP-1-Rezeptoragonisten erwogen werden.

Monitoring

Zur Vermeidung von Folgeerkrankungen wird ein regelmäßiges Screening empfohlen.

  • Die Nierenfunktion (eGFR) und Albuminurie sollten mindestens einmal jährlich kontrolliert werden.

  • Eine Untersuchung auf Fußläsionen wird bei unauffälligem Befund jährlich, bei bestehender Neuropathie alle 3 bis 6 Monate empfohlen.

  • Ein augenärztliches Screening auf Retinopathie ist je nach Risikoprofil alle 1 bis 2 Jahre vorgesehen.

Dosierung

Die Leitlinie nennt spezifische Dosierungsempfehlungen und Dosisanpassungen für Metformin in Abhängigkeit von der Nierenfunktion:

MedikamentNierenfunktion (eGFR)Dosierungsempfehlung
Metformin45–59 ml/minMaximal 2000 mg pro Tag
Metformin30–44 ml/minMaximal 1000 mg pro Tag (z. B. 500-0-500 mg), kein Therapiebeginn in diesem Stadium
Metformin< 30 ml/minKontraindiziert, sofortiges Absetzen erforderlich

Zudem wird ein einschleichender Beginn empfohlen, beispielsweise mit 500 mg zur Hauptmahlzeit und einer wöchentlichen Steigerung um weitere 500 mg bis zur Zieldosis.

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt vor dem Einsatz bestimmter Medikamente bei eingeschränkter Nierenfunktion. Metformin muss bei einer eGFR < 30 ml/min sofort abgesetzt werden.

Sulfonylharnstoffe sind bei einer eGFR < 30 ml/min weitgehend kontraindiziert (mit Ausnahme von Gliclazid und Gliquidon). Sie sollten bei Personen mit kardiovaskulären und renalen Komplikationen aufgrund des hohen Hypoglykämierisikos nicht eingesetzt werden.

Zudem wird vor dem Risiko einer euglykämischen Ketoazidose unter SGLT2-Inhibitoren gewarnt. Diese Medikamente sollten mindestens 3 Tage vor größeren elektiven Operationen oder bei akuten schweren Erkrankungen pausiert werden.

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💡Praxis-Tipp

Ein wichtiger Hinweis der Leitlinie betrifft die Therapie mit SGLT2-Inhibitoren: Es wird betont, dass normale oder nur leicht erhöhte Blutzuckerwerte eine Ketoazidose nicht ausschließen. Bei entsprechenden Symptomen wird eine sofortige Diagnostik mittels Bestimmung von Ketonen im Blut und gegebenenfalls einer venösen Blutgasanalyse empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie nennt keinen starren HbA1c-Grenzwert für den Beginn einer Insulintherapie. Es wird jedoch empfohlen, vor einer Insulinisierung zunächst den Einsatz von GLP-1-Rezeptoragonisten zu prüfen, da diese ein geringeres Hypoglykämierisiko aufweisen.

Laut Leitlinie wird ein systolischer Blutdruck von 120 bis 140 mmHg angestrebt. Der diastolische Wert sollte unter 80 mmHg, jedoch nicht unter 70 mmHg liegen, sofern die Therapie gut vertragen wird.

Es wird empfohlen, Metformin vor größeren chirurgischen Eingriffen oder der Gabe von Röntgenkontrastmitteln zu pausieren. Die Wiederaufnahme sollte frühestens nach 48 Stunden erfolgen, sofern sich die Nierenfunktion nicht verschlechtert hat.

Bei Personen mit hohem kardiovaskulären Risiko oder bestehender Herzinsuffizienz empfiehlt die Leitlinie primär den Einsatz von SGLT2-Inhibitoren oder GLP-1-Rezeptoragonisten. Diese Substanzen haben in Studien eine Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse gezeigt.

Die Leitlinie empfiehlt bei Personen ohne klinische Anzeichen einer Neuropathie eine jährliche Untersuchung auf Fußläsionen. Liegt bereits eine sensomotorische Neuropathie vor, sollte das Screening alle 3 bis 6 Monate erfolgen.

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Quelle: DDG: Therapy_Type_2.pdf pdf (DDG, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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