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Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO)A2024Nephrologie

KDIGO 2024 Leitlinie: Chronische Nierenerkrankung (CKD)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • CKD wird definiert als strukturelle oder funktionelle Nierenanomalie, die seit mindestens 3 Monaten besteht.
  • Die Klassifikation erfolgt nach dem CGA-Schema: Ursache (Cause), GFR-Kategorie (G1-G5) und Albuminurie-Kategorie (A1-A3).
  • Zur initialen GFR-Bestimmung wird Serumkreatinin mit einer Schätzgleichung (eGFRcr) empfohlen, idealerweise ergänzt durch Cystatin C.
  • Das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und Nierenversagen steigt mit abnehmender GFR und zunehmender Albuminurie.
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Hintergrund

Die chronische Nierenerkrankung (CKD) ist ein weltweites Gesundheitsproblem, von dem schätzungsweise mehr als 850 Millionen Menschen betroffen sind. Die KDIGO 2024 Leitlinie aktualisiert die Empfehlungen von 2012 und integriert neue Erkenntnisse zur Diagnostik, Risikobewertung und Therapie.

CKD wird definiert als strukturelle oder funktionelle Nierenanomalie, die seit mindestens 3 Monaten besteht und gesundheitliche Auswirkungen hat.

Zu den Markern eines Nierenschadens gehören:

  • Albuminurie (ACR >= 30 mg/g)
  • Auffälligkeiten im Urinsediment
  • Persistierende Hämaturie
  • Elektrolytstörungen durch tubuläre Erkrankungen
  • Histologische oder bildgebende Auffälligkeiten
  • Zustand nach Nierentransplantation

Klassifikation der CKD (CGA-Schema)

Die Einteilung der CKD erfolgt nach dem CGA-Schema, welches drei Dimensionen umfasst: Cause (Ursache), GFR-Kategorie und Albuminurie-Kategorie.

GFR-KategorieGFR (ml/min/1,73 m2)Beschreibung
G1>= 90Normal oder hoch
G260–89Mild verringert
G3a45–59Mild bis moderat verringert
G3b30–44Moderat bis schwer verringert
G415–29Schwer verringert
G5< 15Nierenversagen

(Hinweis: Ohne Nachweis eines Nierenschadens erfüllen G1 und G2 nicht die Kriterien einer CKD.)

Albuminurie-KategorieACR (mg/g)ACR (mg/mmol)Beschreibung
A1< 30< 3Normal bis mild erhöht
A230–3003–30Moderat erhöht
A3> 300> 30Schwer erhöht

Diagnostik und Screening

Die frühzeitige Erkennung einer CKD ist entscheidend, insbesondere bei Hochrisikopatienten (z. B. mit Diabetes, Hypertonie oder kardiovaskulären Erkrankungen).

  • Initiale GFR-Bestimmung: Messung des Serumkreatinins und Nutzung einer Schätzgleichung (eGFRcr).
  • Erweiterte Diagnostik: Wenn verfügbar, sollte die GFR-Schätzung durch die Kombination von Kreatinin und Cystatin C (eGFRcr-cys) erfolgen, da dies eine präzisere Risikobewertung ermöglicht.
  • Albuminurie: Bestimmung der Albumin-Kreatinin-Ratio (ACR) im Urin.

Spezielle Patientengruppen

Die Betreuung von Menschen mit CKD erfordert eine Berücksichtigung von Alter, Geschlecht und Lebensphase:

  • Kinder und Jugendliche: Der Fokus liegt auf Wachstum, neurokognitiver Entwicklung und dem Übergang in die Erwachsenenmedizin. Die GFR steigt in den ersten Lebensjahren an, weshalb eine eGFR < 90 ml/min/1,73 m2 in dieser Altersgruppe bereits eine eingeschränkte Nierenfunktion darstellt.
  • Ältere Erwachsene: Multimorbidität, Gebrechlichkeit (Frailty), kognitive Einschränkungen und Polypharmazie erfordern individualisierte Therapieziele. Eine strikte Blutdrucksenkung muss gegen das Risiko von Stürzen abgewogen werden.
  • Schwangerschaft: CKD erhöht das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen (z. B. Präeklampsie, Frühgeburt). Eine interdisziplinäre Beratung vor der Empfängnis ist essenziell.

Risikobewertung und Prognose

Das Risiko für unerwünschte klinische Ereignisse steigt kontinuierlich mit abnehmender GFR und zunehmender Albuminurie. Die Daten des CKD Prognosis Consortium (CKD-PC) zeigen eine starke Assoziation der CKD-Kategorien mit folgenden Endpunkten:

  • Gesamtmortalität und kardiovaskuläre Mortalität
  • Nierenversagen und akute Nierenschädigung (AKI)
  • Kardiovaskuläre Ereignisse (Herzinsuffizienz, Myokardinfarkt, Schlaganfall)

Je niedriger die eGFR und je höher die ACR, desto größer ist das relative Risiko für diese Komplikationen.

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie zur initialen GFR-Schätzung die eGFRcr-Gleichung und ziehen Sie bei Verfügbarkeit Cystatin C (eGFRcr-cys) heran, um die Genauigkeit der Risikobewertung zu erhöhen.

Häufig gestellte Fragen

Als strukturelle oder funktionelle Nierenanomalie mit gesundheitlichen Auswirkungen, die seit mindestens 3 Monaten besteht.
Ein System zur Einteilung der CKD basierend auf Ursache (Cause), GFR-Kategorie (G1-G5) und Albuminurie-Kategorie (A1-A3).
G1 (>=90), G2 (60-89), G3a (45-59), G3b (30-44), G4 (15-29) und G5 (<15 ml/min/1,73 m2).
Durch Messung des Serumkreatinins und Anwendung einer validierten Schätzgleichung (eGFRcr), idealerweise ergänzt durch Cystatin C.

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