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Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO)A2020NephrologieEndokrinologie

Diabetes bei CKD: KDIGO-Leitlinie 2020 (Zusammenfassung)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Kidney Disease: Improving Global Outcomes (KDIGO) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Eine umfassende Betreuung erfordert eine multifaktorielle Risikokontrolle (Blutdruck, Lipide, Blutzucker, Ernährung).
  • Eine RAS-Blockade (ACE-Hemmer oder ARB) wird bei Patienten mit Diabetes, Hypertonie und Albuminurie empfohlen.
  • Metformin und SGLT2-Inhibitoren bilden die Erstlinientherapie bei Typ-2-Diabetes und einer eGFR >= 30 ml/min/1,73 m2.
  • Der HbA1c-Zielwert sollte individuell zwischen <6,5 % und <8,0 % festgelegt werden.
  • Die Proteinzufuhr sollte bei Nicht-Dialyse-Patienten 0,8 g/kg Körpergewicht pro Tag betragen.
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Hintergrund

Die chronische Nierenerkrankung (CKD) bei Diabetes erfordert einen umfassenden, multidisziplinären Behandlungsansatz. Ziel ist es, das Risiko einer Progression der Nierenerkrankung sowie kardiovaskuläre Komplikationen zu reduzieren. Die KDIGO-Leitlinie 2020 empfiehlt eine multifaktorielle Risikofaktorkontrolle, die Blutdruck, Lipide, Blutzucker, Ernährung und Lebensstil umfasst.

RAS-Blockade

Die Hemmung des Renin-Angiotensin-Systems (RAS) ist ein zentraler Baustein der Therapie zur Verzögerung der CKD-Progression.

  • Empfehlung: Beginn einer Therapie mit einem ACE-Hemmer (ACEi) oder Angiotensin-Rezeptor-Blocker (ARB) bei Patienten mit Diabetes, Hypertonie und Albuminurie (Grad 1B).
  • Die Medikation sollte auf die höchste zugelassene und tolerierte Dosis titriert werden.
  • Kontraindikation: Die Kombination von ACEi und ARB ist potenziell schädlich und sollte vermieden werden. Bei Schwangerschaft oder Kinderwunsch ist die RAS-Blockade abzusetzen.
MaßnahmeZeitpunkt / KriteriumBemerkung
Laborkontrolle2-4 Wochen nach Start/DosisänderungBlutdruck, Serumkreatinin und Kalium prüfen
Kreatininanstieg< 30 % innerhalb von 4 WochenTherapie unverändert fortsetzen
TherapieabbrucheGFR < 15 ml/min/1,73 m2Oder bei symptomatischer Hypotonie / unkontrollierbarer Hyperkaliämie

Glykämische Kontrolle und Zielwerte

Zur Überwachung der Blutzuckereinstellung wird primär der HbA1c-Wert herangezogen (Grad 1C). Bei fortgeschrittener CKD (G4-G5) und Dialyse nimmt die Zuverlässigkeit des HbA1c jedoch ab. Hier kann ein kontinuierliches Glukosemonitoring (CGM) sinnvoll sein.

  • Zielwert: Individueller HbA1c-Zielwert zwischen <6,5 % und <8,0 % (Grad 1C).
  • Ein niedrigerer Zielwert kann bei geringem Hypoglykämierisiko, wenigen Komorbiditäten und langer Lebenserwartung gewählt werden.

Medikamentöse Therapie bei Typ-2-Diabetes

Die medikamentöse Therapie richtet sich stark nach der Nierenfunktion (eGFR).

WirkstoffklasseIndikation / eGFR-GrenzeEvidenz / Bemerkung
MetformineGFR >= 30 ml/min/1,73 m2Grad 1B. Dosisanpassung bei eGFR < 45. Absetzen bei eGFR < 30. Bei > 4 Jahren Einnahme Vitamin B12 überwachen.
SGLT2-InhibitoreneGFR >= 30 ml/min/1,73 m2Grad 1A. Kann bei Abfall der eGFR unter 30 fortgeführt werden, bis Dialyse nötig wird. Nicht für Nierentransplantierte.
GLP-1-Rezeptor-AgonistenWenn Ziele mit Metformin + SGLT2i nicht erreichtGrad 1B. Bevorzugt Wirkstoffe mit kardiovaskulärem Nutzen. Nicht mit DPP-4-Inhibitoren kombinieren.

Lebensstil und Ernährung

Eine angepasste Ernährung und körperliche Aktivität sind essenziell für Patienten mit Diabetes und CKD. Raucher sollten zur Tabakentwöhnung beraten werden (Grad 1D).

BereichEmpfehlungEvidenz
Proteinzufuhr0,8 g/kg Körpergewicht/Tag (ohne Dialyse)Grad 2C. Bei Dialyse: 1,0-1,2 g/kg/Tag.
Salzzufuhr< 2 g Natrium/Tag (entspricht < 5 g NaCl/Tag)Grad 2C.
BewegungMindestens 150 Minuten moderate Aktivität pro WocheGrad 1D.

Strukturierte Versorgung

Die Implementierung von strukturierten Schulungsprogrammen zum Selbstmanagement wird empfohlen (Grad 1C). Zudem sollte eine teambasierte, integrierte Versorgung durch Ärzte und nicht-ärztliches Personal (z. B. Pflegekräfte, Ernährungsberater, Apotheker) erfolgen (Grad 2B).

💡Praxis-Tipp

Kontrollieren Sie Serumkreatinin und Kalium 2-4 Wochen nach Beginn oder Dosisanpassung einer RAS-Blockade. Tolerieren Sie einen Kreatininanstieg von bis zu 30 % ohne Dosisreduktion.

Häufig gestellte Fragen

Metformin muss bei einer eGFR < 30 ml/min/1,73 m2 abgesetzt werden. Bei einer eGFR < 45 ml/min/1,73 m2 ist eine Dosisanpassung erforderlich.
Ja, wenn die Therapie bereits bei einer eGFR >= 30 initiiert wurde, kann sie fortgeführt werden, bis eine Nierenersatztherapie (Dialyse) notwendig wird oder Unverträglichkeiten auftreten.
Für Patienten ohne Dialyse werden 0,8 g/kg Körpergewicht pro Tag empfohlen. Dialysepatienten benötigen eine höhere Zufuhr von 1,0-1,2 g/kg/Tag.
Nein, die Kombination eines ACE-Hemmers mit einem ARB ist potenziell schädlich und wird in der Leitlinie ausdrücklich nicht empfohlen.

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