IQWiG2018

Darmkrebs-Screening: Empfehlung bei familiärem Risiko

Diese Leitlinie stammt aus 2018 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Dieser Artikel basiert auf dem Rapid Report S17-01 des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Der Bericht aktualisiert die Nutzenbewertung der Darmkrebsfrüherkennung bei Personen unter 55 Jahren mit familiärem Darmkrebsrisiko.

Es wurde untersucht, wie zuverlässig anamnestische Instrumente Personen mit erhöhtem Risiko identifizieren. Zudem wurde der Nutzen von Screeningstrategien evaluiert, die eine vorgeschaltete Anamnese in der Normalbevölkerung nutzen.

Zuletzt bewertet der Bericht den Nutzen verschiedener Screeningmaßnahmen (wie Koloskopie oder fäkaler Okkultbluttest) für Personen, bei denen bereits ein familiär erhöhtes Risiko festgestellt wurde.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht formuliert basierend auf der aktuellen Evidenzlage folgende Kernaussagen:

Diagnostische Güte anamnestischer Instrumente

Laut Bericht liegen keine neuen, geeigneten Studien zur diagnostischen Güte von Anamneseinstrumenten vor.

  • Es fehlen Daten für die spezifische Altersgruppe der unter 55-Jährigen.

  • Es gibt keine ausreichende Evidenz für schriftliche Befragungsinstrumente oder Instrumente in deutscher Sprache.

Screeningstrategien in der Normalbevölkerung

Der Bericht stellt fest, dass keine randomisierten kontrollierten Studien oder prospektiven vergleichenden Interventionsstudien vorliegen, die Screeningstrategien mit vorgeschalteter Anamnese evaluieren.

Der Nutzen oder Schaden solcher Strategien bleibt aufgrund fehlender Studien unklar.

Screeningmaßnahmen bei familiärem Risiko

Für den Vergleich verschiedener Screeningmaßnahmen bei Personen mit bereits festgestelltem familiärem Risiko wurden zwei Studien mit hohem Verzerrungspotenzial identifiziert.

  • Die Ergebnisse zum Vergleich einer Koloskopie mit einem immunologischen fäkalen Okkultbluttest (iFOBT) waren laut Bericht nicht verwertbar.

  • Beim Vergleich von Surveillancekoloskopien (Intervall von 3 vs. 6 Jahren) zeigten sich keine Anhaltspunkte für einen Nutzen oder Schaden.

  • Altersstratifizierte Ergebnisse für Personen unter 55 Jahren lagen in den Studien nicht vor.

Zusammenfassend bleibt der Nutzen oder Schaden verschiedener Screeningmaßnahmen für Personen mit positiver Familienanamnese laut IQWiG weiterhin unklar.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht betont, dass die aktuelle Studienlage keine verlässlichen Aussagen zum optimalen Screeningintervall oder zur Überlegenheit bestimmter Screeningmethoden (wie iFOBT vs. Koloskopie) bei Personen unter 55 Jahren mit familiärem Darmkrebsrisiko zulässt. Es wird darauf hingewiesen, dass auch die Zuverlässigkeit deutschsprachiger, schriftlicher Anamnesefragebögen zur Risikoerfassung wissenschaftlich noch nicht ausreichend belegt ist.

Häufig gestellte Fragen

Der IQWiG-Bericht gibt hierzu keine Empfehlung ab, da die Evidenz unzureichend ist. Eine eingeschlossene Studie verglich Koloskopie-Intervalle von 3 und 6 Jahren, lieferte jedoch keine Anhaltspunkte für einen klaren Nutzen oder Schaden.

Laut Bericht lässt sich diese Frage aktuell nicht beantworten. Die identifizierte Studie, die iFOBT und Koloskopie verglich, wies ein hohes Verzerrungspotenzial auf und lieferte keine verwertbaren Ergebnisse.

Der Bericht stellt fest, dass keine Studien vorliegen, die die diagnostische Güte von schriftlichen Anamneseinstrumenten in deutscher Sprache ausreichend belegen. Die Zuverlässigkeit solcher Instrumente bleibt demnach unklar.

Der IQWiG-Bericht kann diese Frage mangels geeigneter Studien nicht beantworten. Es lagen keine altersstratifizierten Ergebnisse speziell für die untersuchte Zielgruppe der unter 55-Jährigen vor.

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Quelle: IQWiG S17-01: Darmkrebsfrüherkennung bei Personen mit familiärem Risiko - Aktualisierung zum Auftrag S11-01 (IQWiG, 2018). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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