IQWiG2016Onkologie

Darmkrebs-Screening: Beratung und Entscheidungshilfe

Diese Leitlinie stammt aus 2016 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2016)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht P15-01 beschreibt die Entwicklung von Einladungsschreiben und Entscheidungshilfen für das organisierte Darmkrebs-Screening in Deutschland. Ziel ist es, anspruchsberechtigten Personen eine informierte Entscheidung für oder gegen die Teilnahme zu ermöglichen.

Das kolorektale Karzinom entsteht meist aus zunächst gutartigen Adenomen. Die Früherkennung zielt darauf ab, diese Vorstufen zu entfernen und Karzinome in einem frühen, gut behandelbaren Stadium zu entdecken.

Mit dem Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz (KFRG) wurde der Wechsel zu einem organisierten Einladungsverfahren beschlossen. Der Bericht fasst die dafür notwendige Evidenzsynthese zu den Vor- und Nachteilen der Screening-Verfahren zusammen.

Empfehlungen

Der Bericht fasst die Evidenz zu den Screening-Verfahren zusammen und leitet daraus strukturierte Informationen für die Versicherten ab.

Evidenz zur Wirksamkeit

Laut Bericht senken die untersuchten Screening-Verfahren die darmkrebsspezifische Mortalität. Für die Gesamtmortalität konnte jedoch kein signifikanter Effekt nachgewiesen werden.

Die relativen Risiken (RR) für die darmkrebsspezifische Mortalität und Inzidenz werden im Bericht wie folgt beziffert:

Screening-VerfahrenRR darmkrebsspezifische MortalitätRR Darmkrebs-InzidenzDatengrundlage
gFOBT (Stuhltest)0,860,95 (nicht signifikant)RCTs
Sigmoidoskopie0,720,82RCTs
Koloskopie0,320,31Beobachtungsstudien

Unerwünschte Ereignisse und Risiken

Die Autoren betonen, dass insbesondere die endoskopischen Verfahren mit Risiken verbunden sind. Das Risiko für Komplikationen steigt mit zunehmendem Alter an.

Für die Früherkennungskoloskopie werden folgende Komplikationsraten aufgeführt:

  • Etwa 2 von 1000 Personen erleiden behandlungsbedürftige Komplikationen.

  • Blutungen treten bei etwa 12 von 10.000 Koloskopien auf.

  • Kardiopulmonale Ereignisse betreffen rund 3 von 10.000 Personen.

  • Darmperforationen ereignen sich bei etwa 1 von 10.000 Untersuchungen.

Zudem wird auf das Risiko von Überdiagnosen und Übertherapien hingewiesen. Dies betrifft vor allem die Entfernung von Polypen, die sich zu Lebzeiten nicht zu einem klinisch auffälligen Karzinom entwickelt hätten.

Inhalte der Entscheidungshilfen

Die entwickelten geschlechtsspezifischen Broschüren adressieren verschiedene Kernbereiche. Es wird dargelegt, dass diese Themen auch im ärztlichen Beratungsgespräch ergebnisoffen kommuniziert werden sollen:

  • Allgemeine Informationen zum Erkrankungsrisiko für Darmkrebs.

  • Ablauf der Untersuchungen (Stuhltest und Darmspiegelung).

  • Absolute Zahlen zum Nutzen und zu möglichen Schäden des Screenings.

  • Vorgehen bei einem auffälligen Befund.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht hebt hervor, dass das Darmkrebs-Screening zwar die darmkrebsspezifische Sterblichkeit senkt, ein lebensverlängernder Effekt (Senkung der Gesamtmortalität) jedoch nicht belegt ist. Es wird dargelegt, dass eine ergebnisoffene Aufklärung auch die potenziellen Komplikationen der Koloskopie, wie Blutungen oder Perforationen, transparent umfassen sollte.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht treten bei etwa 2 von 1000 Früherkennungskoloskopien behandlungsbedürftige Komplikationen auf. Das Risiko für Blutungen, Perforationen oder kardiopulmonale Ereignisse steigt mit zunehmendem Alter der untersuchten Personen an.

Der Bericht stellt fest, dass für keines der untersuchten Screening-Verfahren (gFOBT, Sigmoidoskopie, Koloskopie) eine signifikante Reduktion der Gesamtmortalität nachgewiesen werden konnte. Die Studien zeigen lediglich eine Senkung der darmkrebsspezifischen Mortalität.

Die Auswertung von randomisiert-kontrollierten Studien zeigt, dass der guajakbasierte Stuhltest (gFOBT) die darmkrebsspezifische Mortalität um etwa 14 Prozent senkt (RR 0,86). Ein signifikanter Effekt auf die Darmkrebs-Inzidenz konnte für den Stuhltest jedoch nicht belegt werden.

Es wird dargelegt, dass Versicherte ergebnisoffen über den Ablauf, das persönliche Erkrankungsrisiko sowie die Vor- und Nachteile der Verfahren informiert werden sollen. Dazu gehört auch die Aufklärung über mögliche falsch-positive Befunde und das Risiko von Überdiagnosen.

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Quelle: IQWiG P15-01: Einladungsschreiben und Entscheidungshilfe zum Darmkrebs-Screening (IQWiG, 2016). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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