IQWiG2021Hämatologie

Daratumumab bei AL-Amyloidose: Therapie und Indikation

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A21-100 bewertet den Zusatznutzen von Daratumumab in Kombination mit Bortezomib, Cyclophosphamid und Dexamethason (VCd). Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene Personen mit neu diagnostizierter systemischer Leichtketten-Amyloidose (AL-Amyloidose).

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde eine patientenindividuelle Therapie unter Berücksichtigung von Allgemeinzustand, Komorbidität und Organschäden festgelegt. Die Datengrundlage der Bewertung bildet die offene, randomisierte kontrollierte Phase-3-Studie ANDROMEDA.

In dieser Studie wurde die Kombination aus Daratumumab und VCd mit einer alleinigen VCd-Therapie verglichen. Es wurden ausschließlich Personen eingeschlossen, für die eine autologe Stammzelltransplantation innerhalb der ersten sechs Behandlungszyklen nicht geplant war.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen basierend auf der ANDROMEDA-Studie:

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

Für Personen, bei denen VCd als patientenindividuell am besten geeignete Therapie erachtet wird, sieht die Bewertung einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen.

Für Personen, für die eine andere Therapie als VCd besser geeignet ist, liegen keine Daten vor. Hier ist ein Zusatznutzen laut Bericht nicht belegt.

Morbidität und Lebensqualität

Die Bewertung zeigt in diesen Bereichen verschiedene Effekte:

  • Für den Endpunkt schwere Organschädigung zeigt sich ein statistischer Vorteil für die Kombination mit Daratumumab (geringer Zusatznutzen).

  • Bei der Symptomatik ergibt sich ein Vorteil bezüglich Dyspnoe.

  • Für die gesundheitsbezogene Lebensqualität zeigt sich ein Vorteil im Bereich der emotionalen Funktion.

  • Für das Gesamtüberleben ist kein statistisch signifikanter Unterschied belegt.

Nebenwirkungen

Bei den unerwünschten Ereignissen stehen sich positive und negative Effekte gegenüber:

  • Es zeigt sich ein geringerer Schaden bei schweren Hypokaliämien (geringes Ausmaß).

  • Dem steht ein höherer Schaden bei Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes gegenüber (beträchtliches Ausmaß).

  • Bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUE) und Therapieabbrüchen gibt es keine signifikanten Unterschiede.

Dosierung

Die Dosierungen in der ANDROMEDA-Studie erfolgten in 28-Tage-Zyklen:

WirkstoffDosierungApplikationDauer
Daratumumab1800 mgs.c.Zyklus 1-2: wöchentlich, Zyklus 3-6: alle 2 Wochen, ab Zyklus 7: alle 4 Wochen (max. 24 Zyklen)
Bortezomib1,3 mg/m2 KOFs.c.Max. 6 Zyklen
Cyclophosphamid300 mg/m2 KOF (max. 500 mg/Woche)oral oder i.v.Max. 6 Zyklen
Dexamethason40 mg (ggf. reduziert auf 20 mg)oral oder i.v.Max. 6 Zyklen

Die Kombination VCd wurde im Vergleichsarm für maximal 6 Zyklen verabreicht. Daratumumab wurde im Interventionsarm ab Zyklus 7 als Monotherapie fortgeführt.

Kontraindikationen

Der Bericht nennt folgende Kontraindikationen und Warnhinweise gemäß Fachinformation und Studienprotokoll:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile.

  • Personen mit vorbestehender schwerer Neuropathie sollten nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung mit Bortezomib behandelt werden.

  • In der Studie waren Personen mit Herzinsuffizienz im NYHA-Stadium IIIb oder IV sowie NT-proBNP-Werten über 8500 ng/l ausgeschlossen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Es wird darauf hingewiesen, dass die Kombination aus Daratumumab und VCd laut Bewertung nur für die Subpopulation einen belegten Zusatznutzen bietet, für die VCd die patientenindividuell am besten geeignete Therapie darstellt. Bei Personen, für die primär andere Therapieregime (wie Melphalan-basierte Therapien) indiziert sind, ist der Zusatznutzen mangels Daten nicht belegt. Zudem wird eine antivirale Prophylaxe zur Prävention einer Herpes-zoster-Reaktivierung unter Daratumumab empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Der IQWiG-Bericht sieht einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen in Kombination mit VCd. Dies gilt für Personen, für die VCd die am besten geeignete patientenindividuelle Therapie darstellt.

In der Zulassungsstudie wurde Daratumumab für maximal 24 Zyklen (etwa 2 Jahre) oder bis zur Krankheitsprogression angewendet. Ab dem siebten Zyklus erfolgte die Gabe als Monotherapie.

Laut Bewertung zeigt sich ein beträchtlich höherer Schaden bei Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes. Gleichzeitig gibt es einen Vorteil durch seltenere schwere Hypokaliämien.

Es wird empfohlen, 1 bis 3 Stunden vor der Injektion eine Prämedikation zur Vermeidung infusionsbedingter Reaktionen zu verabreichen. Diese umfasst typischerweise Paracetamol, ein Antihistaminikum und Dexamethason.

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Quelle: IQWiG A21-100: Daratumumab (systemische Leichtketten-Amyloidose) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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