IQWiG2025Kardiologie

CRP-Apherese bei STEMI: Indikation und Studienlage

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Bericht des IQWiG (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen) bewertet das Potenzial der CRP-Apherese bei Personen mit akutem Herzvorderwandinfarkt. Die Bewertung erfolgte im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA).

Ziel der CRP-Apherese ist es, nach einer erfolgreichen primären perkutanen Koronarintervention (PCI) den Spiegel des C-reaktiven Proteins (CRP) im Blutplasma zu senken. Dies soll die Gewebeschädigung begrenzen und langfristig die kardiovaskuläre Mortalität sowie herzinsuffizienzbedingte Hospitalisierungen reduzieren.

Das Verfahren wird als extrakorporale Immunadsorption durchgeführt und stellt eine Zusatztherapie zur kardiologischen Standardversorgung dar. In der Regel erfolgen zwei bis drei Behandlungen im Abstand von jeweils 24 Stunden.

Empfehlungen

Zielpopulation und Indikation

Laut Bericht richtet sich die Methode an Personen mit akutem Vorderwandhebungsinfarkt (LAD-STEMI), bei denen bereits erfolgreich eine PCI durchgeführt wurde. Eine weitere Voraussetzung für den potenziellen Nutzen ist das Vorliegen systemisch stärker erhöhter CRP-Spiegel.

Bewertung der Evidenz

Die Potenzialbewertung stützt sich primär auf die Ergebnisse der nicht randomisierten CAMI-1-Studie. Für die Gesamtpopulation zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede bei patientenrelevanten Endpunkten.

Bei einer Teilpopulation mit systemisch stärker erhöhten CRP-Spiegeln ergaben sich jedoch signifikante Vorteile bei Surrogatparametern. Der Bericht extrahiert hierzu folgende Werte für den Vergleich von Interventions- und Kontrollgruppe:

ParameterCRP-Apherese (Intervention)Standardtherapie (Kontrolle)Signifikanz
Infarktgröße (2-9 Tage)22,51 %30,49 %p = 0,04
Infarktgröße (12 Wochen)18,10 %23,52 %p = 0,05
LVEF (12 Wochen)56,73 %50,34 %p = 0,03

Hinsichtlich schwerwiegender kardialer Ereignisse (MACE) konnte laut Bericht auch in dieser Subpopulation kein statistisch signifikanter Unterschied nachgewiesen werden.

Schlussfolgerung zum Potenzial

Das IQWiG leitet aus den vorliegenden Daten ein Potenzial einer erforderlichen Behandlungsalternative ab. Dieses Potenzial beruht maßgeblich auf den positiven Effekten bei den Surrogatendpunkten Infarktgröße und linksventrikulärer Ejektionsfraktion (LVEF).

Ein direkter patientenrelevanter Nutzen der Methode kann auf Basis der aktuellen Datenlage noch nicht abgeleitet werden. Hierfür wird die Durchführung einer großen randomisierten kontrollierten Studie (RCT) als notwendig erachtet.

Kontraindikationen

Der Bericht nennt basierend auf der Gebrauchsanweisung des Medizinprodukts folgende Kontraindikationen für die CRP-Apherese:

  • Bekannte Überempfindlichkeiten gegenüber den im Medizinprodukt verwendeten Materialien

  • Klinische Situationen, die passagere Volumenänderungen nicht erlauben

  • Personen, bei denen eine geeignete Antikoagulation nicht durchgeführt werden kann

Zudem wird darauf hingewiesen, dass für Personen unter 18 Jahren sowie für Schwangere und Stillende keine klinischen Erfahrungen vorliegen.

ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht betont, dass der potenzielle Nutzen der CRP-Apherese stark von der Höhe des CRP-Spiegels abhängt. Es wird hervorgehoben, dass insbesondere die Subpopulation mit systemisch stark erhöhten CRP-Spiegeln von der Therapie profitieren könnte, während bei leicht erhöhten Werten kein Vorteil nachgewiesen wurde.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht erfolgt die Anwendung als Zusatztherapie nach einer erfolgreichen primären perkutanen Koronarintervention (PCI). Sie richtet sich spezifisch an Personen mit akutem Vorderwandinfarkt und stark erhöhten CRP-Werten.

Das im Bericht beschriebene Therapieschema umfasst in der Regel zwei bis drei Apheresebehandlungen. Diese werden im Abstand von jeweils etwa 24 Stunden durchgeführt.

Ein direkter patientenrelevanter Nutzen ist laut Bericht noch nicht abschließend belegt, da die Evidenz primär auf Surrogatparametern wie der Infarktgröße basiert. Das IQWiG bescheinigt der Methode jedoch ein Potenzial, das in weiteren Studien erprobt werden sollte.

Die in den zugrundeliegenden Studien dokumentierten unerwünschten Ereignisse während der Apheresebehandlung wurden als mild bis moderat eingestuft. Das Verfahren gilt dem Bericht zufolge insgesamt als nebenwirkungsarm.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: IQWiG E22-11: CRP-Apherese bei akutem Herzvorderwandinfarkt (IQWiG, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.