Coxibe: Kardiovaskuläre Risiken und Kontraindikationen

Diese Leitlinie stammt aus 2005 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: BfArM (2005)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die BfArM-Sicherheitswarnung aus dem Jahr 2005 fasst die Ergebnisse eines europäischen Risikobewertungsverfahrens zu Coxiben zusammen. Betroffen sind die in der EU verfügbaren Wirkstoffe Rofecoxib, Celecoxib, Etoricoxib, Valdecoxib und Parecoxib.

Coxibe sind selektive COX-2-Inhibitoren, die zur symptomatischen Behandlung von chronisch entzündlichen und degenerativen Gelenkerkrankungen, Schmerzen sowie Gicht eingesetzt werden. Sie wurden ursprünglich mit der Annahme entwickelt, die gastrointestinalen Nebenwirkungen herkömmlicher nicht-steroidaler Antirheumatika (NSAR) signifikant senken zu können.

Postmarketing-Daten und epidemiologische Studien zeigten jedoch, dass der gastrointestinale Sicherheitsvorteil geringer ausfällt als zunächst angenommen. Zudem ergaben sich deutliche Hinweise auf erhöhte kardiovaskuläre Risiken sowie Berichte über seltene, aber schwere Hautreaktionen, was zu einer europaweiten Neubewertung und Anpassung der Produktinformationen führte.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Das BfArM weist darauf hin, dass der vermeintliche gastrointestinale Sicherheitsvorteil von Coxiben bei gleichzeitiger Gabe von niedrig dosierter ASS zur Herzinfarktprophylaxe oder anderen NSAR aufgehoben werden kann. Es wird betont, bei Patienten mit kardiovaskulären Vorerkrankungen das erhöhte Herzinfarktrisiko der selektiven COX-2-Hemmer kritisch zu überwachen und die Therapie bei einer Symptomverschlechterung gegebenenfalls abzusetzen.

Häufig gestellte Fragen

Laut BfArM ist das Risiko für schwere gastrointestinale Schädigungen wie Ulzera oder Blutungen bei Coxiben vergleichbar mit dem von Ibuprofen oder Diclofenac. Ein deutlicher Sicherheitsvorteil besteht lediglich gegenüber NSAR mit sehr hohem gastrointestinalem Risiko, wie beispielsweise Naproxen.

Die Sicherheitswarnung mahnt bei Patienten mit einer ischämischen Herzkrankheit in der Vorgeschichte zur besonderen Vorsicht. Es wird darauf hingewiesen, dass Coxibe im Vergleich zu konventionellen NSAR mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte verbunden sein können.

Gemäß BfArM weisen die Wirkstoffe Celecoxib, Valdecoxib und Parecoxib eine Sulfonamidstruktur auf. Bei Patienten mit einer bekannten Sulfonamidallergie besteht daher ein erhöhtes Risiko für schwere Überempfindlichkeitsreaktionen.

Das Risiko für eine Blutdruckerhöhung unter der Therapie mit selektiven COX-2-Hemmern entspricht laut BfArM dem der konventionellen NSAR. Spezifische Empfehlungen zu Kontrollintervallen werden in dieser Sicherheitswarnung jedoch nicht formuliert.

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Quelle: Coxibe: Europäisches Bewertungsverfahren abgeschlossen mit Anordnung aktualisierter Informationen zu gastrointestinalen, kardiovaskulären und dermalen Nebenwirkungen (BfArM, 2005). Originaldokument ansehen

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