AkdÄ2022

COVID-19-Impfung: Nebenwirkungen und Post-Vac-Syndrom

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) vom September 2022 fasst die gemeldeten Verdachtsfälle von Nebenwirkungen und Impfkomplikationen nach COVID-19-Impfungen zusammen. Der Beobachtungszeitraum erstreckt sich vom Beginn der Impfkampagne im Dezember 2020 bis Ende Juni 2022.

In diesem Zeitraum wurden in Deutschland rund 182,7 Millionen Impfdosen verabreicht. Die am häufigsten eingesetzten Impfstoffe waren Comirnaty und Spikevax, gefolgt von Vaxzevria, Jcovden und Nuvaxovid.

Die Gesamtmeldungsrate betrug 1,8 Verdachtsfälle pro 1.000 Impfdosen. Für schwerwiegende unerwünschte Ereignisse lag die Rate bei 0,3 Meldungen pro 1.000 Impfungen.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende zentrale Erkenntnisse zur Arzneimittelsicherheit:

Myokarditis und Perikarditis

Laut Bericht stellen Myokarditis und Perikarditis sehr seltene, aber bedeutende Risiken nach einer Impfung mit mRNA-Impfstoffen dar. Besonders betroffen sind junge Männer und männliche Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren.

Das Risiko ist nach der zweiten Impfdosis sowie nach der ersten Auffrischungsimpfung (Booster) am höchsten. Die Verläufe sind in der Mehrheit der Fälle blande.

Der Bericht hebt folgende spezifische Erkenntnisse hervor:

  • Das Risiko für eine Myokarditis ist nach Spikevax höher als nach Comirnaty.

  • Die STIKO empfiehlt daher für Personen unter 30 Jahren vorzugsweise Comirnaty.

  • Auch für den proteinbasierten Impfstoff Nuvaxovid wurden einzelne Fälle von Myo- und Perikarditis gemeldet.

Thrombosen und Thrombozytopenie

Die Datenanalysen zeigen ein Risikosignal für Immunthrombozytopenie (ITP) und Thrombozytopenie bei Erwachsenen nach der Gabe der Vektorimpfstoffe Vaxzevria und Jcovden.

Für Sinus- und Hirnvenenthrombosen wurde ausschließlich nach der Impfung mit Vaxzevria eine signifikant erhöhte Melderate festgestellt.

Post-Vac-Syndrom und Zyklusstörungen

Dem PEI wurden vermehrt langanhaltende Beschwerden wie das chronische Erschöpfungssyndrom (CFS) oder das posturale Tachykardiesyndrom (POTS) gemeldet. Die Auswertung ergab jedoch kein statistisches Risikosignal für diese Post-Vac-Symptomatiken im Vergleich zur Hintergrundinzidenz.

Ebenso konnte kein kausaler Zusammenhang zwischen den mRNA-Impfstoffen und dem Ausbleiben der Menstruation (Amenorrhö) belegt werden. Vorübergehende Zyklusstörungen werden weiterhin untersucht.

Mortalität und Krampfanfälle

Ein Vergleich der gemeldeten Todesfälle in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung zeigte für keinen der zugelassenen COVID-19-Impfstoffe ein Risikosignal.

Auch für das Auftreten von Krampfanfällen konnte keine erhöhte Inzidenz im Vergleich zur ungeimpften Hintergrundpopulation festgestellt werden.

Kontraindikationen

Der Bericht verweist auf spezifische Warnhinweise basierend auf den bekannten Nebenwirkungsprofilen der Impfstoffe.

Bei Patienten mit einem bekannten Capillary-Leak-Syndrom (CLS) in der Anamnese stellen die Vektorimpfstoffe Vaxzevria und Jcovden eine Kontraindikation dar.

Für die mRNA-Impfstoffe Comirnaty und Spikevax wurden sehr seltene Schübe bei Patienten mit vorbestehendem CLS berichtet.

Impfstoff-TypImpfstoffeSpezifische schwerwiegende Risikosignale
mRNA-ImpfstoffeComirnaty, SpikevaxMyokarditis, Perikarditis, Anaphylaxie
Vektor-ImpfstoffeVaxzevria, JcovdenThrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom (TTS), Immunthrombozytopenie
Protein-ImpfstoffeNuvaxovidMyokarditis, Perikarditis (Einzelfälle)
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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Bei jungen Männern unter 30 Jahren wird aufgrund des erhöhten Myokarditis-Risikos nachdrücklich auf die STIKO-Empfehlung verwiesen, vorzugsweise Comirnaty zu verwenden. Es wird angeraten, bei thorakalen Beschwerden innerhalb der ersten Woche nach einer mRNA-Impfung differenzialdiagnostisch an eine Myo- oder Perikarditis zu denken. Die Verläufe sind in der Regel blande, erfordern jedoch eine zeitnahe kardiologische Abklärung.

Häufig gestellte Fragen

Laut PEI-Bericht besteht auch nach der ersten Booster-Impfung mit mRNA-Impfstoffen ein erhöhtes Risiko für eine Myokarditis. Dieses betrifft vor allem junge Männer unter 30 Jahren, fällt jedoch geringer aus als nach der zweiten Impfdosis.

Die Auswertung der Spontanmeldungen durch das PEI ergab kein statistisches Risikosignal für langanhaltende Beschwerden wie das chronische Erschöpfungssyndrom (CFS). Ein kausaler Zusammenhang konnte auf Basis der vorliegenden Daten nicht bestätigt werden.

Es liegen zahlreiche Meldungen über vorübergehende Zyklusstörungen vor. Ein ursächlicher Zusammenhang mit dem Ausbleiben der Menstruation (Amenorrhö) konnte laut europäischer Arzneimittelagentur (EMA) und PEI jedoch nicht belegt werden.

Bei einem bekannten Capillary-Leak-Syndrom (CLS) in der Vorgeschichte sind die Vektorimpfstoffe Vaxzevria und Jcovden kontraindiziert. Auch nach mRNA-Impfungen wurden sehr seltene Schübe berichtet, weshalb hier Vorsicht geboten ist.

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Quelle: AkdÄ: Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) vom 07.09.2022: Verdachtsfälle von Nebenwirkungen und Impfkomplikationen nach Impfung zum (AkdÄ, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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