CochraneIa2022

COVID-19-Impfstoffe: Wirksamkeit und Nebenwirkungen

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der systematische Cochrane Review von 2022 untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit verschiedener COVID-19-Impfstoffe. Die Auswertung umfasst 41 randomisierte kontrollierte Studien mit über 430.000 Teilnehmenden weltweit.

Es werden verschiedene Impfstoff-Plattformen analysiert, darunter mRNA-Impfstoffe, Vektorimpfstoffe, inaktivierte Virusimpfstoffe und proteinbasierte Impfstoffe. Ziel ist es, den Schutz vor symptomatischen und schweren Verläufen sowie das Nebenwirkungsprofil zu bewerten.

Die Evidenz basiert überwiegend auf Studien mit gesunden Erwachsenen. Schwangere und Personen mit stark geschwächtem Immunsystem waren in den meisten untersuchten Studien ausgeschlossen.

Empfehlungen

Der Cochrane Review liefert umfassende Ergebnisse zur klinischen Wirksamkeit und Sicherheit der zugelassenen Vakzine.

Wirksamkeit gegen symptomatische Infektionen

Laut Meta-Analyse reduzieren die meisten untersuchten Impfstoffe die Inzidenz von symptomatischem COVID-19 im Vergleich zu Placebo signifikant. Für die mRNA-Impfstoffe sowie mehrere Vektor- und inaktivierte Impfstoffe liegt hierfür Evidenz von hoher Vertrauenswürdigkeit vor.

Die folgende Tabelle fasst die berechnete Impfstoffwirksamkeit (Vaccine Efficacy, VE) für ausgewählte Vakzine zusammen:

Impfstoff (Hersteller)Impfstoff-TypSchutz vor symptomatischem COVID-19Schutz vor schwerem COVID-19
BNT162b2 (Pfizer/BioNTech)mRNA97,8 %95,7 %
mRNA-1273 (Moderna)mRNA93,2 %98,2 %
NVX-CoV2373 (Novavax)Protein-Subunit82,9 %100,0 %
BBIBP-CorV (Sinopharm)Inaktiviertes Virus78,1 %Keine Daten
BBV152 (Bharat Biotech)Inaktiviertes Virus77,8 %93,4 %
ChAdOx1 (AstraZeneca)Vektor (nicht-replizierend)70,2 %Keine Daten
Ad26.COV2.S (Janssen)Vektor (nicht-replizierend)66,9 %76,3 %

Schutz vor schweren Krankheitsverläufen

Der Review zeigt, dass die Impfstoffe von Pfizer, Moderna, Janssen und Bharat Biotech zu einer starken Reduktion schwerer oder kritischer COVID-19-Erkrankungen führen (hohe Evidenz). Für den Novavax-Impfstoff wird dieser Effekt ebenfalls als wahrscheinlich eingestuft (moderate Evidenz).

Bezüglich der Gesamtmortalität ist die Evidenz aufgrund der geringen Anzahl an Todesfällen in den Studien meist unzureichend. Eine Ausnahme bildet der Janssen-Impfstoff, der das Risiko für Todesfälle jeglicher Ursache wahrscheinlich senkt (hohe Evidenz).

Sicherheit und unerwünschte Ereignisse

Die Analyse der Sicherheitsdaten zeigt deutliche Unterschiede zwischen erwartbaren Reaktionen und schwerwiegenden Ereignissen:

  • Systemische Reaktionen (wie Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit) treten bei den meisten Impfstoffen signifikant häufiger auf als unter Placebo (hohe Evidenz).

  • Lokale Reaktionen an der Einstichstelle sind ebenfalls stark erhöht.

  • Bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SAE) gibt es laut Review wahrscheinlich keinen oder nur einen sehr geringen Unterschied zwischen Impfstoff und Placebo.

Kontraindikationen

Der Cochrane Review weist auf wichtige Einschränkungen der Übertragbarkeit der Studiendaten hin.

Aufgrund der Ausschlusskriterien in den primären Zulassungsstudien können die Ergebnisse zur Wirksamkeit und Sicherheit nicht uneingeschränkt auf folgende Personengruppen übertragen werden:

  • Schwangere Frauen

  • Personen mit einer durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion in der Vorgeschichte

  • Immunsupprimierte Personen

Für diese Gruppen wird laut Review weitere Evidenz benötigt, um den Grad des zusätzlichen Schutzes durch die Impfstoffe abschließend zu bewerten.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein wichtiger Hinweis aus dem Review ist, dass die meisten eingeschlossenen Studien nur eine kurze Nachbeobachtungszeit von wenigen Monaten aufweisen und vor dem Aufkommen neuerer Virusvarianten durchgeführt wurden. Es wird daher betont, dass die Wirksamkeit im zeitlichen Verlauf abnehmen kann und die Effektivität gegen neue Varianten fortlaufend neu bewertet werden muss.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review gibt es bei den meisten Impfstoffen wahrscheinlich keinen oder nur einen sehr geringen Unterschied in der Häufigkeit schwerwiegender unerwünschter Ereignisse (SAE) im Vergleich zu Placebo. Die absolute Differenz lag in den Studien meist bei weniger als 5 von 1000 Teilnehmenden.

Die Evidenz zur Gesamtmortalität ist laut Meta-Analyse aufgrund der geringen Anzahl an Todesfällen in den Studien meist von niedriger Vertrauenswürdigkeit. Eine Ausnahme bildet der Janssen-Impfstoff, für den eine signifikante Reduktion der Gesamtmortalität nachgewiesen wurde.

Ja, der Review bestätigt mit hoher Evidenz, dass systemische Reaktionen wie Fieber, Kopfschmerzen oder Müdigkeit bei geimpften Personen häufiger auftreten als unter Placebo. Diese Ereignisse sind eine erwartbare immunologische Reaktion des Körpers und in der Regel von kurzer Dauer.

Die Meta-Analyse zeigt für mRNA-Impfstoffe (wie Pfizer und Moderna) eine Wirksamkeit von über 93 % gegen symptomatische Infektionen. Vektorimpfstoffe (wie AstraZeneca und Janssen) weisen in den untersuchten Studien eine Wirksamkeit zwischen 66 % und 70 % auf.

Der Review weist darauf hin, dass schwangere Frauen aus den primären randomisierten Studien ausgeschlossen waren. Daher können die ermittelten Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten nicht direkt auf diese Personengruppe übertragen werden.

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Quelle: Cochrane Review: Efficacy and safety of COVID-19 vaccines (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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