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HPV-Impfung und Impfschemata: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Humane Papillomviren (HPV) verursachen Läsionen, die sich zu Krebserkrankungen an Gebärmutterhals, Vagina, Vulva, Analkanal oder Penis entwickeln können. Ziel der Impfung ist die Prävention dieser HPV-bedingten Erkrankungen sowie von Genitalwarzen.

Der vorliegende Cochrane Review (2019) untersucht die Wirksamkeit, Immunogenität und Sicherheit verschiedener HPV-Impfstoffe. Dabei werden bivalente, quadrivalente und nonavalente Impfstoffe bei unterschiedlichen Personengruppen verglichen.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Frage, ob vereinfachte Impfschemata mit weniger Dosen eine vergleichbare Wirkung erzielen. Dies könnte laut Review dazu beitragen, die weltweit teils niedrigen Impfquoten zu erhöhen.

Empfehlungen

Der Review formuliert folgende zentrale Ergebnisse zur Wirksamkeit und Immunogenität:

Impfschemata bei Mädchen (9 bis 15 Jahre)

Der Review zeigt, dass zwei Dosen des HPV-Impfstoffs eine vergleichbare Immunantwort hervorrufen wie drei Dosen. Diese Wirkung ist für bis zu fünf Jahre nachgewiesen (Evidenz von moderater bis hoher Vertrauenswürdigkeit).

Zudem führt ein längerer Abstand zwischen den ersten beiden Dosen (6 oder 12 Monate) zu einer stärkeren Immunantwort als ein kürzerer Abstand (2 oder 6 Monate).

Wirksamkeit bei Männern (16 bis 26 Jahre)

Für männliche Jugendliche und junge Männer wird die Wirksamkeit der quadrivalenten Impfung hervorgehoben.

Laut Meta-Analyse reduziert der quadrivalente Impfstoff im Vergleich zur Kontrolle signifikant das Auftreten von:

  • Äußeren Genitalläsionen

  • Anogenitalwarzen (Evidenz von moderater Vertrauenswürdigkeit)

Vergleich der Impfstofftypen bei Frauen (16 bis 26 Jahre)

Der nonavalente und der quadrivalente Impfstoff bieten einen vergleichbaren Schutz vor hochgradigen Krebsvorstufen und Krebs an Gebärmutterhals, Vagina und Vulva (Evidenz von hoher Vertrauenswürdigkeit).

Personen mit HIV-Infektion

Bei Menschen mit HIV führen sowohl bivalente als auch quadrivalente Impfstoffe zu einer hohen Antikörperantwort. Die Evidenz zu klinischen Endpunkten ist in dieser Gruppe jedoch stark limitiert (Evidenz von niedriger bis sehr niedriger Vertrauenswürdigkeit).

Dosierung

Der Review vergleicht verschiedene Impfschemata und Impfstofftypen hinsichtlich ihrer Immunogenität und klinischen Endpunkte.

ImpfstofftypZielgruppeImpfschemaKlinischer Effekt / Immunogenität
Alle (bivalent, quadrivalent, nonavalent)Mädchen (9-15 Jahre)2 Dosen vs. 3 DosenVergleichbare Antikörperantwort bis zu 5 Jahre
AlleMädchen und Jungen (9-14 Jahre)Längeres Intervall (6-12 Monate)Stärkere Immunantwort als bei kurzem Intervall (2-6 Monate)
QuadrivalentMänner (16-26 Jahre)StandardReduktion von Genitalläsionen und Feigwarzen
Nonavalent vs. QuadrivalentFrauen (16-26 Jahre)StandardÄhnlicher Schutz vor zervikalen, vaginalen und vulvären Läsionen

Kontraindikationen

Der Review dokumentiert folgende unerwünschte Ereignisse im Zusammenhang mit der HPV-Impfung:

  • Der quadrivalente Impfstoff führt bei Männern häufiger zu lokalen Reaktionen (Schmerz, Rötung) als die Kontrolle (Evidenz von hoher Vertrauenswürdigkeit).

  • Der nonavalente Impfstoff verursacht bei Männern und Frauen geringfügig mehr lokale unerwünschte Ereignisse als der quadrivalente Impfstoff (Evidenz von hoher Vertrauenswürdigkeit).

Die Evidenz zu schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen und Todesfällen ist über alle Vergleiche hinweg von sehr niedriger Vertrauenswürdigkeit, da diese Ereignisse in den Studien extrem selten auftraten.

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💡Praxis-Tipp

Es wird im klinischen Alltag darauf hingewiesen, dass ein Zwei-Dosen-Schema bei Mädchen unter 15 Jahren eine ebenso starke Immunantwort auslöst wie drei Dosen, sofern ein ausreichendes Intervall von mindestens 6 bis 12 Monaten eingehalten wird. Dies kann die Compliance und Durchführbarkeit der Immunisierung in der Praxis deutlich erleichtern.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review rufen zwei Dosen bei 9- bis 15-jährigen Mädchen eine vergleichbare Immunantwort hervor wie drei Dosen. Dies gilt für Nachbeobachtungszeiten von bis zu fünf Jahren.

Die Meta-Analyse zeigt, dass ein längeres Intervall von 6 bis 12 Monaten zwischen den ersten beiden Dosen zu einer stärkeren Antikörperantwort führt als ein kürzeres Intervall von 2 bis 6 Monaten.

Ja, der Review belegt, dass der quadrivalente Impfstoff bei jungen Männern das Risiko für äußere Genitalläsionen und Anogenitalwarzen signifikant senkt.

Der nonavalente Impfstoff führt laut den Studiendaten zu geringfügig mehr lokalen Reaktionen an der Einstichstelle, wie Schmerzen oder Rötungen, als der quadrivalente Impfstoff.

Bei Menschen mit HIV lösen die Impfstoffe eine hohe Antikörperantwort aus. Die Datenlage zu langfristigen klinischen Endpunkten ist in dieser Gruppe jedoch noch unzureichend.

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Quelle: Cochrane Review: Comparison of different human papillomavirus (HPV) vaccine types and dose schedules for prevention of HPV-related disease in females and males (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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