Impfungen bei hämatologischen Malignomen: Cochrane Review
Hintergrund
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des Cochrane Reviews. Erwachsene mit hämatologischen Krebserkrankungen weisen häufig eine starke Immunsuppression auf.
Dadurch sind sie im Vergleich zu gesunden Personen oder Patienten mit soliden Tumoren anfälliger für Infektionen.
Impfstoffe zielen darauf ab, Infektionen vorzubeugen und das Risiko schwerer Verläufe zu minimieren. Bei Patienten mit Blutkrebs ist dies aufgrund des geschwächten Immunsystems von besonderer klinischer Bedeutung.
Empfehlungen
Der Cochrane Review liefert folgende Erkenntnisse zur Wirksamkeit und Sicherheit von Impfstoffen bei Erwachsenen mit hämatologischen Malignomen:
Herpes-Zoster-Impfstoffe
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Die Impfung reduziert möglicherweise die Inzidenz von Herpes Zoster bis zu 21 Monate nach der Impfung (niedrige Evidenz).
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Auf die Gesamtsterblichkeit bis zu 28 Tage nach der Impfung gibt es wahrscheinlich keinen oder nur einen minimalen Einfluss (moderate Evidenz).
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Es kommt zu einem signifikanten Anstieg von lokalen und systemischen unerwünschten Wirkungen innerhalb von 30 Tagen (hohe Evidenz).
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Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse innerhalb von 12 Monaten nehmen jedoch wahrscheinlich nicht zu (moderate Evidenz).
COVID-19-Impfstoffe
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Die Evidenz zur Reduktion der COVID-19-Inzidenz durch den BNT162b2-Impfstoff bis zu sechs Monate nach der zweiten Dosis ist sehr unsicher (sehr niedrige Evidenz).
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Der Review zeigt eine wahrscheinliche Zunahme allgemeiner unerwünschter Wirkungen (moderate Evidenz).
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Bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen gibt es möglicherweise kaum Unterschiede zu Placebo (niedrige Evidenz).
Influenza-Impfstoffe
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Laut Review gibt es keine Studien, die Influenza-Impfstoffe bei dieser Gruppe gegen Placebo testen.
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Die Evidenz zum Vergleich einer zweifachen Hochdosis-Impfung mit einer altersadaptierten Einzeldosis ist sehr unsicher.
Weitere Impfstoffe
- Für Diphtherie, Haemophilus influenzae Typ b, Hepatitis B, Meningokokken, Pertussis, Polio, Pneumokokken und Tetanus konnten keine geeigneten Studien identifiziert werden.
💡Praxis-Tipp
Der Review betont, dass bei der Herpes-Zoster-Impfung mit einer deutlichen Zunahme kurzfristiger lokaler und systemischer Nebenwirkungen zu rechnen ist. Es wird jedoch hervorgehoben, dass die Rate schwerwiegender unerwünschter Ereignisse im Langzeitverlauf von 12 Monaten dadurch nicht ansteigt.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane Review reduziert die Impfung möglicherweise das Risiko einer Herpes-Zoster-Infektion für bis zu 21 Monate. Die zugrundeliegende Evidenz wird jedoch als niedrig eingestuft.
Der Review zeigt für die Herpes-Zoster-Impfung eine Zunahme kurzfristiger Nebenwirkungen. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse nehmen jedoch innerhalb von 12 Monaten nach der Impfung wahrscheinlich nicht zu.
Die Evidenz zur Schutzwirkung des BNT162b2-Impfstoffs bei hämatologischen Krebserkrankungen ist laut Review sehr unsicher. Es lassen sich daraus keine verlässlichen Schlüsse zur Infektionsprävention ziehen.
Der aktuelle Review konnte keine geeigneten randomisierten oder kontrollierten Studien zur Pneumokokken-Impfung bei dieser Patientengruppe identifizieren. Gleiches gilt für Standardimpfungen wie Hepatitis B und Tetanus.
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Quelle: Cochrane Review: Vaccines for preventing infections in adults with haematological malignancies (Cochrane, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.