Codein in der Stillzeit: BfArM-Sicherheitswarnung
Hintergrund
Die Sicherheitswarnung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aus dem Jahr 2007 thematisiert die Risiken der Einnahme von codeinhaltigen Arzneimitteln während der Stillzeit. Hintergrund ist ein publizierter Todesfall eines gestillten Säuglings infolge einer Morphinvergiftung.
Codein wird im Körper zu seinem aktiven Metaboliten Morphin umgewandelt, welches in die Muttermilch übergeht. Bei Patientinnen mit einer genetisch bedingten Variante des Enzyms Cytochrom P450 CYP2D6 (sogenannte "Ultra-Rapid-Metabolizer") erfolgt diese Umwandlung sehr schnell.
Diese beschleunigte Metabolisierung führt rasch zu sehr hohen und potenziell toxischen Morphinkonzentrationen in der Muttermilch. Die Häufigkeit dieser genetischen Variante variiert regional stark und wird laut Dokument für Skandinavien mit etwa 1 %, für Griechenland mit 10 % und für Äthiopien mit 29 % angegeben.
Empfehlungen
Nutzen-Risiko-Bewertung
Das BfArM stuft das Nutzen-Risiko-Verhältnis einer Codeinanwendung während der Stillzeit generell als ungünstig ein. Grund hierfür sind die potenziellen, lebensbedrohlichen Risiken für den Säugling.
Anwendungsvorgaben
Laut den Vorgaben des BfArM gelten folgende Richtlinien für die Anwendung von Codein bei stillenden Müttern:
-
Eine einmalige Gabe von Codein ist mit dem Stillen zu vereinbaren.
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Bei einer wiederholten Anwendung wird eine Unterbrechung des Stillens gefordert.
Klinische Überwachung
Es wird dringend empfohlen, bei gestillten Säuglingen auf klinische Symptome einer Morphinintoxikation zu achten. Zu den Warnzeichen gehören:
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Trinkschwäche
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Somnolenz
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Lethargie
Internationale Einordnung
Das Dokument erwähnt, dass die amerikanische FDA weniger strikte Vorgaben formuliert hat. Diese rät lediglich zur Anwendung in der niedrigstmöglichen Dosierung für den kürzestmöglichen Zeitraum sowie zur klinischen Überwachung und weist auf die Möglichkeit genetischer Tests hin.
Dosierung
Das BfArM gibt folgende Empfehlungen zur Stillpraxis in Abhängigkeit von der Anwendungsdauer von Codein:
| Anwendungsdauer | Still-Empfehlung laut BfArM |
|---|---|
| Einmalige Gabe | Mit dem Stillen vereinbar |
| Wiederholte Anwendung | Unterbrechung des Stillens erforderlich |
Kontraindikationen
Das BfArM warnt ausdrücklich vor dem Risiko einer tödlichen Morphinvergiftung beim gestillten Säugling. Besonders gefährdet sind Kinder von Müttern, die aufgrund einer CYP2D6-Genvariante sogenannte Ultra-Rapid-Metabolizer sind. Bei wiederholter Anwendung von Codein in der Stillzeit ist das Stillen zwingend zu unterbrechen.
💡Praxis-Tipp
Ein entscheidender Warnhinweis des BfArM ist die klinische Überwachung des Säuglings bei mütterlicher Codeineinnahme. Es wird empfohlen, streng auf frühe Symptome einer Morphinvergiftung wie Trinkschwäche, Somnolenz oder Lethargie zu achten. Da der CYP2D6-Metabolisierungstyp der Mutter im klinischen Alltag meist unbekannt ist, wird das Nutzen-Risiko-Verhältnis einer wiederholten Codeingabe in der Stillzeit als ungünstig bewertet.
Häufig gestellte Fragen
Codein wird im Körper zu Morphin umgewandelt, welches in die Muttermilch übergeht. Bei Müttern mit einem beschleunigten Stoffwechsel (Ultra-Rapid-Metabolizer) können rasch toxische Morphinkonzentrationen in der Milch entstehen.
Laut den Vorgaben des BfArM ist eine einmalige Gabe von Codein mit dem Stillen vereinbar. Erst bei einer wiederholten Anwendung wird eine Unterbrechung des Stillens gefordert.
Das BfArM empfiehlt, auf klinische Zeichen einer Morphinvergiftung zu achten. Dazu zählen insbesondere Trinkschwäche, Somnolenz und Lethargie beim Neugeborenen.
Die Häufigkeit dieser CYP2D6-Genvariante ist regional sehr unterschiedlich. Laut BfArM liegt sie in Skandinavien bei etwa 1 %, in Griechenland bei 10 % und in Äthiopien bei bis zu 29 %.
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Quelle: Codeinhaltige Arzneimittel: Anwendung in der Stillzeit (BfArM, 2007). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.