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Pertussis-Impfung und Allergieprävention: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Atopische Erkrankungen gehören zu den häufigsten chronischen Leiden im Kindesalter. Insbesondere die Zunahme von Nahrungsmittelanaphylaxien in den letzten Jahrzehnten gibt Anlass zur Sorge, da es kaum bewährte Präventionsstrategien gibt.

In-vitro-Studien haben Unterschiede in der Immunantwort von jungen Säuglingen gezeigt, je nachdem, ob sie mit einem Ganzzell-Pertussis-Impfstoff (wP) oder einem azellulären Pertussis-Impfstoff (aP) grundimmunisiert wurden. Dies führte zu der Hypothese, dass wP-Impfstoffe möglicherweise einen präventiven Effekt auf Allergien haben könnten.

Dieser systematische Cochrane Review untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit von wP-Impfungen im Vergleich zu aP-Impfungen im frühen Säuglingsalter zur Vorbeugung atopischer Erkrankungen. Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des Reviews.

Empfehlungen

Der Review liefert folgende zentrale Erkenntnisse zur Wirksamkeit und Sicherheit:

Einfluss auf atopische Erkrankungen

Laut den Autoren gibt es derzeit nur Evidenz von sehr niedriger Qualität, dass eine erste Dosis des wP-Impfstoffs im Vergleich zum aP-Impfstoff das Risiko für atopische Erkrankungen bei Kindern beeinflusst.

Die Auswertung einer einzelnen randomisiert-kontrollierten Studie zeigte eine ungewisse Evidenz bezüglich:

  • des Risikos für allgemeine atopische Erkrankungen bis zum Alter von 2,5 Jahren

  • des spezifischen Risikos für Asthma in dieser Altersgruppe

Sicherheit und unerwünschte Ereignisse

Die Inzidenz von schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SAEs) jeglicher Ursache wird in beiden Impfstoffgruppen als niedrig eingestuft (moderate Evidenzqualität). Es wurden in den untersuchten Studien keine Fälle von Enzephalopathie nach der Impfung berichtet.

Der Review vergleicht das Risiko für schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SAEs) wie folgt:

Impfstoff-TypSAE-Inzidenz (pro 1000 Kinder)Enzephalopathie-Fälle
Ganzzell-Pertussis (wP)110
Azelluläre Pertussis (aP)120

Implikationen für die Forschung

Für zukünftige Studien werden folgende methodische Anforderungen formuliert:

  • Nutzung sensitiver und spezifischer Endpunkte von klinischer Relevanz

  • Durchführung in Umgebungen mit hoher Prävalenz von IgE-vermittelten Nahrungsmittelallergien

  • Priorisierung häufiger Impfreaktionen, elterlicher Akzeptanz und SAEs bei den Sicherheitsendpunkten

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💡Praxis-Tipp

Bei der Aufklärung von Eltern über Pertussis-Impfstoffe sollte beachtet werden, dass ein potenzieller Allergieschutz durch Ganzzell-Impfstoffe (wP) wissenschaftlich derzeit nicht belegt ist. Die Sicherheitsprofile bezüglich schwerwiegender unerwünschter Ereignisse unterscheiden sich laut Cochrane Review nicht signifikant zwischen wP- und aP-Impfstoffen.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es dafür derzeit keine belastbaren Beweise. Die Evidenz für einen schützenden Effekt vor atopischen Erkrankungen wird als sehr gering und ungewiss eingestuft.

Der Review zeigt, dass schwerwiegende unerwünschte Ereignisse bei beiden Impfstofftypen selten sind. Es traten etwa 11 bis 12 Fälle pro 1000 geimpften Kindern auf, ohne signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen.

In den vom Review ausgewerteten Studien mit über 115.000 Kindern wurden keine Fälle von Enzephalopathie nach der Impfung berichtet. Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass die Evidenzqualität für diesen spezifischen Endpunkt aufgrund der Seltenheit als niedrig eingestuft wird.

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Quelle: Cochrane Review: Whole-cell pertussis vaccine in early infancy for the prevention of allergy in children (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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