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Polio-Impfung: Cochrane Review zu IPV-Dosierungsstrategien

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Poliomyelitis ist eine schwere Virusinfektion, für die es keine ursächliche Heilung gibt. Die Erkrankung wird durch drei Typen des wilden Poliovirus ausgelöst.

Da Lebendimpfstoffe das Risiko für impfstoffabgeleitete Polioviren (VDPV) bergen, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zunehmend die inaktivierte Polio-Vakzine (IPV).

Aufgrund von Lieferengpässen und hohen Kosten der intramuskulären Volldosis wurde als Alternative die intradermale Gabe einer fraktionierten Dosis (ein Fünftel) entwickelt. Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des Cochrane Reviews.

Empfehlungen

Der Cochrane Review vergleicht die intramuskuläre Volldosis mit der intradermalen fraktionierten Dosis der inaktivierten Polio-Vakzine (IPV).

EigenschaftIntramuskuläre Gabe (IM)Intradermale Gabe (ID)
DosierungVolldosisFraktionierte Dosis (1/5)
Serokonversionsrate (1-2 Dosen)HöherNiedriger
Antikörpertiter (Median)HöherNiedriger

Serokonversion und Antikörpertiter

Laut Review zeigt die intramuskuläre Volldosis nach einer oder zwei primären Dosen signifikant höhere Serokonversionsraten für alle drei Poliovirus-Typen (Evidenzgrad niedrig/sehr niedrig).

Nach drei primären Dosen ist die Serokonversionsrate bei der intramuskulären Gabe nur noch für den Poliovirus-Typ 2 signifikant höher.

Die medianen Antikörpertiter fallen bei der intramuskulären Volldosis ebenfalls höher aus. Die Dauer der Titererhöhung wurde in den Studien jedoch nicht berichtet.

Unerwünschte Ereignisse

Bezüglich der Nebenwirkungen liefert der Review widersprüchliche Ergebnisse.

Einige Studien berichten über vermehrtes Auftreten von Fieber und Rötungen in der intradermalen Gruppe, während andere Studien mehr unerwünschte Ereignisse in der intramuskulären Gruppe verzeichnen.

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💡Praxis-Tipp

Der Review weist darauf hin, dass die Evidenz für die Überlegenheit der intramuskulären Volldosis hinsichtlich der Serokonversion von sehr niedriger Qualität ist. Es wird betont, dass die klinische Schutzwirkung und das genaue Nebenwirkungsprofil der fraktionierten intradermalen Gabe im Vergleich zur Volldosis weiterhin mit Unsicherheiten behaftet sind.

Häufig gestellte Fragen

Laut Review führten Lieferengpässe und hohe Kosten der inaktivierten Polio-Vakzine zur Entwicklung der fraktionierten intradermalen Gabe. Dabei wird nur ein Fünftel der regulären Dosis verabreicht.

Der Review zeigt, dass die intramuskuläre Volldosis zu höheren medianen Antikörpertitern führt als die intradermale fraktionierte Dosis. Die Evidenzqualität hierfür wird jedoch als niedrig eingestuft.

Die Datenlage zu unerwünschten Ereignissen ist laut Review widersprüchlich. Es ist unklar, ob eine der beiden Verabreichungsformen ein signifikant günstigeres Nebenwirkungsprofil aufweist.

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Quelle: Cochrane Review: Equivalent schedules of intradermal fractional dose versus intramuscular full dose of inactivated polio vaccine for prevention of poliomyelitis (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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