Probiotika zur Allergieprävention bei Säuglingen: Cochrane
Hintergrund
Allergische Erkrankungen wie Asthma, allergische Rhinitis und Nahrungsmittelallergien stellen eine erhebliche Belastung für das Gesundheitssystem dar. Der erste Schritt in der Entstehung einer Allergie ist häufig die Sensibilisierung über den Verdauungstrakt oder die Haut.
In diesem Zusammenhang wird vermutet, dass die Darmflora eine wichtige Rolle bei der Immunmodulation spielt. Daher wird der präventive Einsatz von Probiotika und Synbiotika bei Säuglingen in der klinischen Forschung intensiv untersucht.
Dieser Artikel basiert auf einem systematischen Cochrane Review aus dem Jahr 2025. Es wurde evaluiert, ob die frühzeitige Gabe von Probiotika oder Synbiotika in den ersten sechs Lebensmonaten allergischen Erkrankungen vorbeugen kann.
Empfehlungen
Der systematische Cochrane Review formuliert folgende Kernaussagen zur Allergieprävention bei Säuglingen:
Probiotika
Laut Review haben Probiotika möglicherweise nur einen geringen oder gar keinen Einfluss auf die Entwicklung der meisten allergischen Erkrankungen. Die Evidenz zeigt konkret:
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Asthma und allergische Rhinitis: Es zeigt sich kein signifikanter Unterschied zur Kontrollgruppe.
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Kuhmilch- und Nahrungsmittelallergien: Die Datenlage deutet auf keinen präventiven Effekt hin, wobei die Evidenz sehr unsicher ist.
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Neurodermitis: Es wird eine mögliche, leichte Risikoreduktion beschrieben. Bei Betrachtung von Studien mit geringem Verzerrungsrisiko verschwindet dieser Effekt jedoch.
Synbiotika
Für die Kombination aus Pro- und Präbiotika (Synbiotika) ist die Datenlage laut Review noch unzureichender.
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Neurodermitis: Die Evidenz zur präventiven Wirkung ist sehr unsicher.
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Nahrungsmittelallergien: Es zeigt sich wahrscheinlich kein Unterschied im Auftreten bis zum zweiten Lebensjahr.
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Andere Allergien: Für Asthma, allergische Rhinitis und Kuhmilchallergie liegen keine ausreichenden Daten vor.
Sicherheit und klinische Anwendung
Es wurden in den eingeschlossenen Studien keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse durch die Interventionen gemeldet. Dennoch reicht die aktuelle Evidenz laut Review nicht aus, um den routinemäßigen Einsatz von Probiotika oder Synbiotika zur Allergieprävention zu empfehlen.
Übersicht der klinischen Effekte
| Intervention | Erkrankung | Beobachteter Effekt (bis 2 Jahre) | Evidenzgrad |
|---|---|---|---|
| Probiotika | Asthma & Rhinitis | Kein Unterschied | Niedrig |
| Probiotika | Kuhmilchallergie | Kein Unterschied | Niedrig |
| Probiotika | Neurodermitis | Mögliche leichte Reduktion | Niedrig |
| Synbiotika | Neurodermitis | Unklarer Effekt | Sehr niedrig |
| Synbiotika | Nahrungsmittelallergie | Kein Unterschied | Niedrig |
💡Praxis-Tipp
Der Review betont, dass die routinemäßige Empfehlung von Probiotika zur Allergieprävention bei Säuglingen durch die aktuelle Datenlage nicht gedeckt ist. Es wird darauf hingewiesen, dass weitreichende Versprechungen bezüglich einer Verhinderung von Asthma oder Nahrungsmittelallergien nicht durch die Evidenz gestützt werden.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem aktuellen Cochrane Review gibt es keine Belege dafür, dass Probiotika die Entstehung von Asthma verhindern. Die Auswertung der Studien zeigte keinen Unterschied im Vergleich zu Placebo oder keiner Behandlung.
Die Evidenz bezüglich der Wirkung von Synbiotika auf die Entstehung einer Neurodermitis wird als sehr unsicher eingestuft. Der Review kann hierfür keine verlässliche präventive Wirkung bestätigen.
In den untersuchten Studien wurden keine schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen im Zusammenhang mit Probiotika oder Synbiotika gemeldet. Das Risiko für Infektionen durch die probiotischen Bakterien wird als sehr gering eingeschätzt.
Der Review zeigt, dass die Gabe von Probiotika wahrscheinlich keinen Einfluss auf die Entwicklung einer IgE-vermittelten Kuhmilchallergie hat. Die Inzidenz unterschied sich nicht signifikant von der Kontrollgruppe.
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Quelle: Cochrane Review: Probiotics in infants for prevention of allergic disease (Cochrane, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.