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Videospiele bei Schizophrenie: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Kommerzielle Videospiele erfreuen sich großer Beliebtheit und werden zunehmend auf ihre potenziellen kognitiven Vorteile untersucht. Bei der Erforschung von Schizophrenie-Therapien kommen sie häufig als Kontrollinterventionen zum Einsatz.

Ein systematischer Cochrane Review aus dem Jahr 2021 analysiert, ob Videospiele als eigenständige oder ergänzende Maßnahme zur Standardversorgung wirksam sind. Dabei wird zwischen klassischen, statischen Videospielen (Non-Exergames) und bewegungsgesteuerten Spielen (Exergames) unterschieden.

Da kognitive und psychologische Interventionen oft kostenintensiv sind, könnten Videospiele eine kostengünstige und motivierende Zusatzbehandlung darstellen. Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des Reviews.

Empfehlungen

Der Cochrane Review vergleicht die Effekte von Videospielen mit kognitiver Remediation und der Standardversorgung. Die Evidenzqualität der eingeschlossenen Studien wird durchgehend als niedrig bis sehr niedrig eingestuft.

Statische Videospiele (Non-Exergames)

Beim Vergleich von klassischen Videospielen mit kognitiver Remediation zeigen sich laut Review folgende Ergebnisse:

  • Für die kognitive Funktion wird ein klarer Vorteil der kognitiven Remediation beschrieben (niedrige Evidenzqualität).

  • Bei der allgemeinen und sozialen Funktionsfähigkeit gibt es keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen.

  • Auch hinsichtlich des mentalen Status (PANSS-Score) und der Lebensqualität lässt sich kein klarer Unterschied feststellen.

Bewegungsgesteuerte Spiele (Exergames)

Der Review untersucht zudem den Einsatz von Exergames im Vergleich zur Standardversorgung:

  • Es wird ein Vorteil zugunsten der Exergames bei der körperlichen und aeroben Fitness beobachtet (niedrige Evidenzqualität).

  • Hinsichtlich der kognitiven Funktion zeigt sich kein klarer Unterschied zur Standardversorgung.

  • Ein direkter Vergleich zwischen Exergames und Non-Exergames liefert keine signifikanten Unterschiede bei der körperlichen Fitness.

Vergleich der Interventionen

InterventionVergleichsgruppeEffekt auf KognitionEffekt auf Fitness
Non-ExergamesKognitive RemediationUnterlegenNicht berichtet
ExergamesStandardversorgungKein UnterschiedÜberlegen
ExergamesNon-ExergamesNicht berichtetKein Unterschied

Unerwünschte Ereignisse und Studienabbruch

In den eingeschlossenen Studien werden keine spezifischen unerwünschten Effekte berichtet. Der Review nutzt daher den vorzeitigen Studienabbruch als Surrogatparameter. Hierbei zeigt sich eine vergleichbare Abbruchrate zwischen den verschiedenen Behandlungsgruppen.

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💡Praxis-Tipp

Der Review weist darauf hin, dass klassische Videospiele der gezielten kognitiven Remediation hinsichtlich der kognitiven Verbesserung unterlegen sind. Es wird jedoch betont, dass bewegungsgesteuerte Exergames einen positiven Effekt auf die körperliche Fitness von Menschen mit Schizophrenie haben können, auch wenn die aktuelle Evidenzlage noch schwach ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review gibt es keine klaren Beweise, dass klassische Videospiele die Symptomatik oder Lebensqualität signifikant verbessern. Sie sind gezielten kognitiven Therapien im Bereich der Kognition unterlegen.

Exergames sind Videospiele, die durch körperliche Bewegung gesteuert werden. Der Review beschreibt einen möglichen positiven Effekt dieser Spiele auf die aerobe Fitness der Anwender.

Es wird beschrieben, dass statische Videospiele eine geringere positive Wirkung auf die kognitive Funktion haben als die kognitive Remediation. Sie stellen daher keinen gleichwertigen Ersatz dar.

In den analysierten Studien des Reviews werden keine spezifischen unerwünschten Effekte berichtet. Die Raten für vorzeitige Studienabbrüche sind zwischen den Gruppen vergleichbar.

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Quelle: Cochrane Review: Video games for people with schizophrenia (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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