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Psychosen bei Jugendlichen: Cochrane Review zu Psychotherapie

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Cochrane Review von 2020 untersucht die Wirksamkeit verschiedener psychologischer Interventionen bei Jugendlichen mit Psychosen. Antipsychotika stellen die medikamentöse Hauptsäule der Behandlung dar und haben sich als wirksam erwiesen.

Es gibt jedoch zunehmend Hinweise darauf, dass ergänzende psychologische Interventionen nützlich sein könnten. Dazu zählen unter anderem kognitive Remediationstherapie, Psychoedukation, Familientherapie und Gruppenpsychotherapie.

Die Evidenzbasis umfasst sieben Studien mit insgesamt 319 Teilnehmern. Die untersuchten Interventionen sind heterogen und weisen ein variables Verzerrungsrisiko auf.

Empfehlungen

Der Review fasst die Ergebnisse aus vier Hauptvergleichen zusammen. Die Aussagen sind aufgrund der geringen Studienqualität mit großer Vorsicht zu interpretieren.

Vergleich der Interventionen

Die nachfolgende Tabelle zeigt die beobachteten Effekte der verschiedenen Therapieansätze im Vergleich zu ihren Kontrollgruppen:

InterventionKontrolleKognitive FunktionGlobaler ZustandMentaler Zustand
Kognitive Remediation (CRT) + TAUTAU (Standardtherapie)VerbessertKein klarer UnterschiedBesser unter alleinigem TAU
Gruppen-Psychosozialtherapie (GPT) + TAUTAU (Standardtherapie)Nicht berichtetVerbessertKein klarer Unterschied
Kognitive Remediation + PsychoedukationPsychoedukationKein klarer UnterschiedKein klarer UnterschiedKein klarer Unterschied
Psychoedukation + MultifamilientherapieUnstrukturierte GruppentherapieNicht berichtetKein klarer UnterschiedKein klarer Unterschied

Weitere klinische Endpunkte

Laut Review zeigen sich bei den untersuchten Interventionen keine klaren Unterschiede bezüglich der Abbruchraten. Auch die Notwendigkeit von Krankenhauseinweisungen unterscheidet sich im Vergleich von Psychoedukation plus Multifamilientherapie zu unstrukturierter Gruppentherapie nicht signifikant.

Unerwünschte Ereignisse wurden in keiner der eingeschlossenen Studien berichtet. Der Review betont, dass weitere, qualitativ hochwertigere Studien erforderlich sind, um verlässliche Schlussfolgerungen ziehen zu können.

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💡Praxis-Tipp

Der Review weist darauf hin, dass die Effekte psychologischer Interventionen bei Jugendlichen mit Psychosen bisher nicht eindeutig belegt sind. Es wird hervorgehoben, dass eine kognitive Remediationstherapie zwar die kognitiven Funktionen verbessern kann, der mentale Zustand in einer Studie jedoch unter der alleinigen Standardtherapie besser abschnitt. Die Ergebnisse sollten aufgrund der sehr niedrigen Evidenzqualität mit großer Vorsicht interpretiert werden.

Häufig gestellte Fragen

Der Cochrane Review analysierte unter anderem kognitive Remediationstherapie, Psychoedukation, Familientherapie und Gruppenpsychotherapie. Die untersuchten Ansätze waren in den eingeschlossenen Studien sehr heterogen.

Laut Review zeigten Teilnehmer mit kognitiver Remediationstherapie eine Verbesserung der kognitiven Funktionen. Der mentale Zustand war jedoch in der Kontrollgruppe mit alleiniger Standardtherapie besser, wobei die Evidenzqualität sehr niedrig ist.

Es gibt Hinweise darauf, dass eine Gruppen-Psychosozialtherapie zusätzlich zur Standardtherapie den globalen Zustand verbessern kann. Auf den mentalen Zustand zeigte sich laut Review jedoch kein klarer Effekt.

Die Evidenz wird vom Review als sehr niedrig eingestuft. Die Schlussfolgerungen basieren auf wenigen Studien mit kleinen Teilnehmerzahlen und variablem Verzerrungsrisiko.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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