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Kognitives Training im Alter: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Mit zunehmendem Alter kommt es zu einem natürlichen Abbau der kognitiven Fähigkeiten. Dieser kognitive Verfall stellt den größten Risikofaktor für eine Demenzerkrankung dar und bedroht die Unabhängigkeit sowie die Lebensqualität älterer Menschen.

Um die kognitive Funktion zu erhalten, wird häufig computergestütztes kognitives Training (CCT) eingesetzt. Dabei handelt es sich um wiederholte Übungen in standardisierten Programmen, die auf eine oder mehrere kognitive Domänen abzielen.

Der vorliegende Cochrane Review untersucht die Effekte von CCT-Interventionen mit einer Dauer von mindestens 12 Wochen. Die Zielgruppe umfasst kognitiv gesunde Erwachsene ab einem Alter von 65 Jahren.

Empfehlungen

Der Cochrane Review fasst die Evidenz zu computergestütztem kognitiven Training (CCT) zusammen. Die eingeschlossenen Studien weisen insgesamt eine niedrige bis sehr niedrige Evidenzqualität auf.

Effekte auf kognitive Domänen

Die Autoren vergleichen die Effekte des Trainings unmittelbar nach der Intervention (12 bis 26 Wochen) mit aktiven Kontrollgruppen (z. B. Ansehen von Lehrvideos) und inaktiven Kontrollgruppen (keine Intervention). Die Ergebnisse stellen sich laut Review wie folgt dar:

Kognitive DomäneCCT vs. aktive KontrolleCCT vs. inaktive Kontrolle
Globale kognitive FunktionLeichte VerbesserungKeine Daten verfügbar
Episodisches GedächtnisKein oder geringer UnterschiedLeichte Verbesserung
ArbeitsgedächtnisKein oder geringer UnterschiedKein oder geringer Effekt
ExekutivfunktionSehr unsichere EvidenzKein oder geringer Effekt
Verbale FlüssigkeitKeine Daten im TextKein oder geringer Effekt

Langzeiteffekte und klinische Relevanz

Der Review findet keine Belege dafür, dass die leichten Effekte auf die globale kognitive Funktion nach 12 Monaten noch anhalten. Die klinische Bedeutsamkeit der kurzfristigen Verbesserungen wird von den Autoren als ungewiss eingestuft.

Zudem liegen laut der Auswertung keine Daten zu Auswirkungen auf die Lebensqualität, Aktivitäten des täglichen Lebens oder zu unerwünschten Wirkungen vor.

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💡Praxis-Tipp

Der Cochrane Review betont, dass die nachgewiesenen Effekte von computergestütztem kognitivem Training bei gesunden Senioren gering und meist nur von kurzer Dauer sind. Die klinische Relevanz dieser Verbesserungen im Alltag ist laut den Autoren unklar. Es gibt derzeit keine Evidenz für einen langfristigen Schutz vor kognitivem Abbau durch diese Programme.

Häufig gestellte Fragen

Der Cochrane Review zeigt, dass computergestütztes Training bei gesunden Senioren kurzfristig zu leichten Verbesserungen der globalen Kognition führen kann. Es gibt jedoch keine Belege für einen langfristigen Effekt oder einen Schutz vor Demenz.

Laut den ausgewerteten Studien ist ein positiver Effekt meist nur unmittelbar nach dem Ende der Trainingsphase messbar. Eine Nachbeobachtung nach 12 Monaten zeigte keine anhaltenden Verbesserungen der kognitiven Funktion.

Die klinische Relevanz der gemessenen leichten Verbesserungen ist laut Review ungewiss. Es liegen keine Daten vor, die einen positiven Effekt auf die Aktivitäten des täglichen Lebens oder die Lebensqualität belegen.

Der Review beschreibt leichte kurzfristige Verbesserungen bei der globalen kognitiven Funktion (im Vergleich zu aktiven Kontrollen) und beim episodischen Gedächtnis (im Vergleich zu inaktiven Kontrollen). Bei anderen Bereichen wie dem Arbeitsgedächtnis oder der verbalen Flüssigkeit zeigten sich kaum Effekte.

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Quelle: Cochrane Review: Computerised cognitive training for 12 or more weeks for maintaining cognitive function in cognitively healthy people in late life (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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