Exergaming bei Demenz und MCI: Cochrane Review
Hintergrund
Demenz und leichte kognitive Beeinträchtigungen (MCI) tragen maßgeblich zu Behinderung und Pflegebedürftigkeit bei älteren Erwachsenen bei. Die derzeitigen therapeutischen Möglichkeiten zur Behandlung dieser Erkrankungen sind limitiert.
Exergaming stellt einen neuartigen, technologiegestützten Ansatz dar. Dabei werden körperliche Bewegung und kognitive Aufgaben durch den Einsatz von immersiver oder nicht-immersiver Virtual Reality (VR) kombiniert.
Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2024 untersucht die Effekte von Exergaming auf physische und kognitive Endpunkte sowie auf Alltagsaktivitäten (ADL). Es wurden elf randomisiert-kontrollierte Studien mit insgesamt über 500 Teilnehmenden ausgewertet.
Empfehlungen
Der Cochrane Review fasst die aktuelle Evidenzlage zu Exergaming-Interventionen zusammen. Die Autoren betonen, dass die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz für alle untersuchten Endpunkte sehr niedrig (very uncertain) ist.
Vergleich der Interventionseffekte
Die folgende Übersicht stellt die Effekte von Exergaming im Vergleich zu verschiedenen Kontrollbedingungen dar:
| Endpunkt | Exergaming vs. inaktive Kontrolle | Exergaming vs. aktive Alternative (z.B. Sport) |
|---|---|---|
| Globale Kognition | Mögliche Verbesserung (sehr unsichere Evidenz) | Kein nachgewiesener Zusatznutzen (sehr unsichere Evidenz) |
| Physische Funktion | Effekt unklar (sehr unsichere Evidenz) | Effekt unklar (sehr unsichere Evidenz) |
| Alltagsaktivitäten (ADL) | Effekt unklar (sehr unsichere Evidenz) | Effekt unklar (sehr unsichere Evidenz) |
Spezifische Erkenntnisse zu Patientengruppen
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Bei Menschen mit Demenz zeigen sich laut Review keine signifikanten Unterschiede in den Effekten im Vergleich zu Personen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI).
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Für beide Gruppen gilt, dass ein potenzieller kognitiver Nutzen nur im Vergleich zu Standardversorgung oder inaktiven Kontrollen (z. B. Musikhören) beobachtet wird.
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Bei der Gegenüberstellung mit spezifischen aktiven Behandlungen wie Steh-, Sitz- oder Fahrradübungen lässt sich dieser Vorteil nicht bestätigen.
Sicherheit und Nebenwirkungen
Laut Review traten in den untersuchten Studien kaum unerwünschte Ereignisse auf. Da jedoch alle Sitzungen in einem kontrollierten und überwachten Umfeld stattfanden, ist die Sicherheit einer unbeaufsichtigten Anwendung im häuslichen Umfeld derzeit ungeklärt.
💡Praxis-Tipp
Der Review weist darauf hin, dass ein möglicher kognitiver Nutzen von Exergaming nur im Vergleich zu inaktiven Kontrollgruppen beobachtet wird. Im Vergleich zu spezifischen aktiven Interventionen wie gezieltem körperlichen Training zeigt sich dieser Vorteil nicht. Zudem wird betont, dass die Sicherheit einer unbeaufsichtigten Nutzung zu Hause aufgrund fehlender Daten unklar ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane Review kann Exergaming die globale kognitive Funktion im Vergleich zu einer inaktiven Kontrollgruppe möglicherweise verbessern. Die zugrundeliegende Evidenz wird jedoch als sehr unsicher eingestuft.
Der Review zeigt keinen klaren Vorteil von Exergaming gegenüber aktiven Alternativbehandlungen wie herkömmlichem Sport. Die Evidenzlage zu diesem Vergleich ist stark limitiert und sehr unsicher.
Die Sicherheit einer unbeaufsichtigten Nutzung im häuslichen Umfeld ist derzeit nicht belegt. Der Review betont, dass alle untersuchten Interventionen in einem kontrollierten und überwachten Setting stattfanden.
Die Auswirkungen auf die Alltagsaktivitäten (ADL) sind laut der Auswertung sehr unsicher. Es gibt derzeit keine verlässliche Evidenz, dass Exergaming die Bewältigung des Alltags bei Demenz oder MCI signifikant verbessert.
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Quelle: Cochrane Review: Exergaming for dementia and mild cognitive impairment (Cochrane, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.