CochraneIa2025

Virtuelle Realität bei MS: Cochrane Review

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Multiple Sklerose (MS) ist die häufigste neurologische Erkrankung bei jungen Erwachsenen. Sie verursacht vielfältige motorische, sensorische und kognitive Symptome, die eine multidisziplinäre Rehabilitation erfordern.

Virtuelle Realität (VR) gewinnt als innovatives Rehabilitationsinstrument zunehmend an Bedeutung. Sie bietet kontrollierbare, personalisierte Trainingsumgebungen, die die Motivation der Betroffenen durch spielerische Elemente und direktes Feedback steigern können.

Der aktuelle Cochrane Review (2025) untersucht die Wirksamkeit von VR-Interventionen bei Erwachsenen mit MS. Verglichen wurde das VR-Training mit keiner Intervention sowie mit konventioneller Therapie.

Empfehlungen

Der Cochrane Review (2025) fasst die Evidenz zur Nutzung von virtueller Realität (VR) in der MS-Rehabilitation zusammen. Die Ergebnisse variieren je nach untersuchtem Endpunkt und Vergleichsgruppe.

EndpunktVR vs. Keine InterventionVR vs. Konventionelle Therapie
Gleichgewicht & HaltungskontrolleKein Unterschied (sehr niedrige Evidenz)Überlegen (moderate Evidenz)
Funktion der unteren Extremität / GangKein Unterschied (niedrige Evidenz)Kein Unterschied (moderate Evidenz)
Funktion der oberen ExtremitätÜberlegen (niedrige Evidenz)Kein Unterschied (niedrige Evidenz)
Teilhabe & LebensqualitätÜberlegen (sehr niedrige Evidenz)Überlegen (niedrige Evidenz)

Vergleich mit keiner Intervention

Im Vergleich zu keiner therapeutischen Maßnahme zeigt das VR-Training folgende Tendenzen:

  • Obere Extremität: VR führt möglicherweise zu einer Verbesserung der Funktion der oberen Gliedmaßen (niedrige Evidenzqualität).

  • Teilhabe und Lebensqualität: Es zeigen sich potenziell positive Effekte, die Evidenz ist jedoch sehr unsicher.

  • Gang und Gleichgewicht: Es gibt wahrscheinlich keinen signifikanten Unterschied bei der Funktion der unteren Gliedmaßen oder der Haltungskontrolle.

Vergleich mit konventioneller Therapie

Wird VR mit einer klassischen Physiotherapie verglichen, ergeben sich laut den Autoren folgende Resultate:

  • Gleichgewicht und Haltungskontrolle: VR ist der konventionellen Therapie hierbei wahrscheinlich überlegen (moderate Evidenzqualität).

  • Teilhabe und Lebensqualität: VR verbessert diese Parameter möglicherweise stärker als herkömmliche Therapien.

  • Gang und obere Extremität: Bei der Funktion der unteren und oberen Gliedmaßen zeigt sich wahrscheinlich kein relevanter Unterschied zur Standardtherapie.

Sicherheit und Patientenkollektiv

Laut den Autoren wurden in den eingeschlossenen Studien keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse wie Übelkeit oder "Motion Sickness" berichtet.

Die Datenlage beschränkt sich primär auf jüngere Betroffene (Durchschnittsalter 45 Jahre) mit geringerer Behinderung (EDSS unter 6). Zudem nutzten fast 91 % der Studien nicht-immersive VR-Systeme wie einfache Fernsehbildschirme.

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💡Praxis-Tipp

Der Review hebt hervor, dass Virtual Reality besonders beim Training von Gleichgewicht und Haltungskontrolle einen Mehrwert zur konventionellen Therapie bieten kann. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die aktuelle Evidenz primär auf nicht-immersiven Systemen (z. B. Bildschirmen) und Personen mit einem EDSS unter 6 basiert. Bei älteren Betroffenen oder Menschen mit starken kognitiven und visuellen Einschränkungen ist die Anwendbarkeit laut den Autoren möglicherweise limitiert.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review wurden in den untersuchten Studien keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse wie Übelkeit oder Schwindel berichtet. Die Therapie wird als gut verträglich und sicher eingestuft.

Die Daten zeigen, dass VR im Vergleich zur konventionellen Therapie insbesondere das Gleichgewicht und die Haltungskontrolle verbessert. Zudem gibt es Hinweise auf eine Steigerung der Teilhabe und der Lebensqualität.

Der Review positioniert VR nicht als Ersatz, sondern zeigt, dass es bei bestimmten Endpunkten (wie Gleichgewicht) überlegen sein kann, während bei der Gangfunktion kein Unterschied besteht. Es wird als ergänzendes, motivierendes Werkzeug beschrieben.

Fast 91 % der eingeschlossenen Studien nutzten nicht-immersive Systeme wie einfache Fernsehbildschirme. Voll-immersive Systeme wie VR-Brillen (Head-Mounted Displays) wurden bisher kaum in großen Studien untersucht.

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Quelle: Cochrane Review: Virtual reality for multiple sclerosis rehabilitation (Cochrane, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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