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Kognitives Training bei Demenz: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Demenz ist ein klinisches Syndrom, das durch kognitive Beeinträchtigungen und den Verlust der funktionellen Unabhängigkeit gekennzeichnet ist. Weltweit sind Millionen Menschen von neurodegenerativen Erkrankungen wie der Alzheimer-Demenz betroffen.

Kognitives Training ist ein nicht-medikamentöser Ansatz zur Behandlung. Dabei werden strukturierte Aufgaben geübt, um spezifische kognitive Fähigkeiten wie Gedächtnis, Aufmerksamkeit oder Problemlösung zu erhalten oder zu verbessern.

Der vorliegende Cochrane Review (2019) untersucht die Effekte von kognitivem Training bei Menschen mit leichter bis moderater Demenz. Dabei werden die Auswirkungen auf kognitive und nicht-kognitive Endpunkte sowie auf pflegende Angehörige analysiert.

Empfehlungen

Der systematische Review fasst die Evidenz zu den Effekten des kognitiven Trainings zusammen.

Effekte auf die Kognition

Im Vergleich zu einer Standardbehandlung oder unspezifischen Aktivitäten zeigt kognitives Training kleine bis moderate positive Effekte auf die globale Kognition. Diese Verbesserungen sind am Ende der Behandlung messbar.

Laut den Autoren bleiben die positiven Effekte auf die globale Kognition wahrscheinlich auch mittelfristig (drei bis zwölf Monate nach Behandlungsende) erhalten.

Zudem wird ein moderater positiver Effekt auf spezifische kognitive Bereiche wie den verbalen Sprachfluss beschrieben.

Übersicht der klinischen Endpunkte

Die folgende Tabelle fasst die Effekte von kognitivem Training im Vergleich zu einer Kontrollgruppe (Standardbehandlung) am Ende der Intervention zusammen:

EndpunktEffekt durch kognitives TrainingEvidenzqualität (GRADE)
Globale Kognition (Composite Score)Moderater positiver EffektModerat
Verbaler SprachflussModerater positiver EffektHoch
Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL)Wahrscheinlich kein EffektNiedrig
Stimmung der BetroffenenUnklarer EffektSehr niedrig
Stimmung der pflegenden AngehörigenGroßer positiver EffektModerat

Vergleich mit alternativen Therapien

Für die folgenden Bereiche konnte keine eindeutige Verbesserung durch kognitives Training im Vergleich zu alternativen aktiven Therapien (wie kognitiver Stimulationstherapie) festgestellt werden:

  • Globale Kognition

  • Fähigkeit zur Bewältigung von Alltagsaktivitäten

  • Stimmung der Betroffenen

Die Evidenzqualität für diese Vergleiche wird von den Autoren überwiegend als niedrig eingestuft.

Sicherheit und klinische Einordnung

Die Publikation betont, dass kognitives Training mit keinerlei schädlichen Auswirkungen für die Betroffenen verbunden ist. Es gibt keine Hinweise auf eine beschleunigte Verschlechterung oder eine erhöhte Belastung.

Die beobachteten Effekte auf die globale Kognition könnten laut Review in ihrer Stärke mit den Effekten zugelassener Antidementiva vergleichbar sein. Im Gegensatz zur medikamentösen Therapie weisen sie jedoch keine entsprechenden Nebenwirkungen auf.

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💡Praxis-Tipp

Die Entscheidung für ein kognitives Training sollte individuell abgewogen werden. Es wird darauf hingewiesen, dass die Effekte auf die Kognition zwar moderat sind, aber im Gegensatz zu medikamentösen Therapien keine unerwünschten Nebenwirkungen auftreten. Ein direkter Überlegenheitsnachweis gegenüber anderen aktiven nicht-medikamentösen Therapien fehlt jedoch bislang.

Häufig gestellte Fragen

Der Review zeigt kleine bis moderate Verbesserungen der globalen Kognition und des verbalen Sprachflusses. Die Evidenz für spezifische Effekte auf das verzögerte Gedächtnis ist jedoch von sehr niedriger Qualität, sodass hierzu keine sicheren Aussagen getroffen werden können.

Laut der Analyse gibt es keine ausreichende Evidenz dafür, dass kognitives Training die Fähigkeiten bei den Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL) signifikant verbessert. Die entsprechenden Studien zeigten hier keinen klaren Nutzen.

Es gibt derzeit keine Hinweise darauf, dass kognitives Training alternativen Behandlungen wie der kognitiven Stimulationstherapie oder körperlichem Training überlegen ist. Die Autoren betonen, dass weitere vergleichende Studien notwendig sind.

Eine Studie im Review liefert Evidenz moderater Qualität, dass kognitives Training mit einer verbesserten Stimmung und einem gesteigerten Wohlbefinden der pflegenden Angehörigen assoziiert sein könnte. Die Belastung der Angehörigen wird durch das Training nicht erhöht.

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Quelle: Cochrane Review: Cognitive training for people with mild to moderate dementia (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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