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Magenrestvolumen bei Frühgeborenen: Cochrane Review

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die routinemäßige Messung des Magenrestvolumens bei Frühgeborenen mit Sondenernährung ist eine gängige Praxis. Sie dient traditionell dazu, den Beginn und den Aufbau der enteralen Ernährung zu steuern.

Es wird oft angenommen, dass ein erhöhtes oder verändertes Magenrestvolumen eine nekrotisierende Enterokolitis (NEC) vorhersagen kann. Ein Verzicht auf diese Überwachung könnte theoretisch dieses frühe Warnsignal nehmen.

Ohne einheitliche Standards kann die routinemäßige Messung jedoch zu einer unnötigen Verzögerung des Kostaufbaus führen. Dies verlängert die Notwendigkeit einer totalen parenteralen Ernährung (TPN) und erhöht das Risiko für assoziierte Komplikationen wie Infektionen.

Empfehlungen

Der Cochrane Review von 2023 evaluiert die Evidenz zur routinemäßigen Überwachung des Magenrestvolumens bei Frühgeborenen.

Routinemäßige Messung vs. keine Messung

Die Auswertung zeigt, dass eine routinemäßige Überwachung des Magenrestvolumens wahrscheinlich keinen klinischen Nutzen bringt, aber messbare Risiken birgt. Es werden folgende Effekte der Überwachung beschrieben:

  • Wahrscheinlich kein oder nur ein geringer Effekt auf das Risiko einer nekrotisierenden Enterokolitis (NEC)

  • Wahrscheinliche Verlängerung der Zeit bis zum vollständigen enteralen Kostaufbau

  • Wahrscheinliche Erhöhung der TPN-Tage und des Risikos für invasive Infektionen

  • Mögliche Zunahme der Episoden mit Nahrungsunterbrechungen

Zur besseren Übersicht stellt die folgende Tabelle die Effekte der routinemäßigen Messung im Vergleich zum Verzicht auf die Messung dar:

Klinischer EndpunktEffekt der routinemäßigen MessungEvidenzgrad
Nekrotisierende Enterokolitis (NEC)Kein oder geringer EffektModerat
Zeit bis zum vollen KostaufbauVerlängertModerat
Tage mit parenteraler Ernährung (TPN)ErhöhtModerat
Risiko für invasive InfektionenErhöhtModerat
Zeit bis zum Erreichen des GeburtsgewichtsMöglicherweise verlängertNiedrig
GesamtmortalitätKein UnterschiedNiedrig

Kriterien für Nahrungsunterbrechungen

Der Review untersuchte zudem den Vergleich von zwei verschiedenen Kriterien für die Unterbrechung der Nahrungszufuhr. Verglichen wurde die Beurteilung von Qualität und Volumen des Magenrestes mit der alleinigen Beurteilung der Qualität.

Hierbei zeigte sich bei allen untersuchten Endpunkten möglicherweise kein Unterschied. Die Evidenz für diese spezifischen Vergleiche ist jedoch von niedriger bis sehr niedriger Qualität.

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💡Praxis-Tipp

Die routinemäßige Bestimmung des Magenrestvolumens bei Frühgeborenen schützt laut aktueller Evidenz nicht vor einer nekrotisierenden Enterokolitis (NEC). Stattdessen wird darauf hingewiesen, dass diese Praxis den enteralen Kostaufbau verzögert und das Risiko für invasive Infektionen durch längere parenterale Ernährung erhöht. Es wird nahegelegt, den klinischen Nutzen dieser Routinemaßnahme kritisch zu hinterfragen.

Häufig gestellte Fragen

Der Cochrane Review zeigt, dass die routinemäßige Überwachung wahrscheinlich keinen oder nur einen sehr geringen Effekt auf die Inzidenz der nekrotisierenden Enterokolitis hat.

Die Messung führt häufig zu unnötigen Nahrungsunterbrechungen. Laut Auswertung verlängert dies die Zeit bis zum vollständigen enteralen Kostaufbau und erhöht die Notwendigkeit einer parenteralen Ernährung.

Ja, die Datenlage zeigt, dass die routinemäßige Überwachung das Risiko für invasive Infektionen wahrscheinlich erhöht. Dies ist vermutlich auf die längere Liegedauer von zentralvenösen Zugängen für die parenterale Ernährung zurückzuführen.

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Quelle: Cochrane Review: Routine monitoring of gastric residual for prevention of necrotising enterocolitis in preterm infants (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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