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Nahrungsaufbau bei Frühgeborenen: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die nekrotisierende Enterokolitis (NEC) ist eine schwere Komplikation bei sehr unreifen Frühgeborenen und Säuglingen mit sehr niedrigem Geburtsgewicht (VLBW). Der frühe enterale Nahrungsaufbau gilt als potenziell modifizierbarer Risikofaktor für die Entstehung einer NEC.

Beobachtungsstudien legten in der Vergangenheit nahe, dass ein konservativer, langsamer Nahrungsaufbau das NEC-Risiko reduzieren könnte. Gleichzeitig besteht jedoch die Sorge, dass ein verzögerter Aufbau der vollen enteralen Ernährung die Notwendigkeit einer parenteralen Ernährung verlängert.

Dieser systematische Cochrane Review untersucht die Effekte eines langsamen im Vergleich zu einem schnelleren enteralen Nahrungsaufbau. Ziel ist es, die Auswirkungen auf das NEC-Risiko, die Mortalität und weitere Morbiditäten zu bewerten.

Empfehlungen

Der Cochrane Review analysierte 14 Studien mit über 4000 Säuglingen und verglich verschiedene Geschwindigkeiten des enteralen Nahrungsaufbaus.

Definition der Aufbaugeschwindigkeiten

In den eingeschlossenen Studien wurden die Geschwindigkeiten des Nahrungsaufbaus wie folgt definiert:

  • Langsamer Aufbau: Tägliche Steigerung um 15 bis 24 ml/kg

  • Schnellerer Aufbau: Tägliche Steigerung um 30 bis 40 ml/kg

Klinische Endpunkte und Risiken

Die Meta-Analysen zeigen, dass ein langsamer Nahrungsaufbau keine signifikanten Vorteile bietet. Es werden folgende Effekte beschrieben:

Klinischer EndpunktEffekt des langsamen NahrungsaufbausEvidenzgrad
Nekrotisierende Enterokolitis (NEC)Kein relevanter EffektModerate Evidenz
GesamtmortalitätKein relevanter EffektModerate Evidenz
NahrungsmittelunverträglichkeitMögliche leichte ErhöhungNiedrige Evidenz
Invasive InfektionenMögliche leichte ErhöhungNiedrige Evidenz

Schlussfolgerungen der Autoren

Die Autoren des Reviews schlussfolgern, dass ein langsamer Nahrungsaufbau im Vergleich zu schnelleren Raten das Risiko für NEC, Tod oder Nahrungsunverträglichkeiten wahrscheinlich nicht reduziert.

Es wird zudem darauf hingewiesen, dass eine langsame Steigerung der enteralen Nahrungsmengen das Risiko für invasive Infektionen leicht erhöhen kann.

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💡Praxis-Tipp

Ein extrem vorsichtiger, langsamer Nahrungsaufbau bei VLBW-Frühgeborenen schützt laut aktueller Evidenz nicht vor einer nekrotisierenden Enterokolitis. Im Gegenteil wird darauf hingewiesen, dass die dadurch verlängerte parenterale Ernährung das Risiko für invasive Infektionen leicht erhöhen kann. Es wird daher nahegelegt, den Nahrungsaufbau nicht unnötig zu verzögern.

Häufig gestellte Fragen

Der Cochrane Review vergleicht einen langsamen Aufbau (15-24 ml/kg/Tag) mit einem schnelleren Aufbau (30-40 ml/kg/Tag). Die Daten zeigen, dass ein langsamerer Aufbau keine Vorteile bringt und das Infektionsrisiko leicht erhöhen kann.

Nein, laut den Ergebnissen der Meta-Analyse reduziert ein langsamer Nahrungsaufbau das Risiko für eine nekrotisierende Enterokolitis (NEC) wahrscheinlich nicht. Dies wird durch Evidenz von moderater Qualität gestützt.

Ein langsamer Nahrungsaufbau kann laut Review das Risiko für invasive Infektionen leicht erhöhen. Zudem wird eine mögliche leichte Zunahme von Nahrungsmittelunverträglichkeiten beschrieben.

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Quelle: Cochrane Review: Slow advancement of enteral feed volumes to prevent necrotising enterocolitis in very low birth weight infants (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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