Nahrungsaufbau bei Frühgeborenen: Cochrane Review
Hintergrund
Die nekrotisierende Enterokolitis (NEC) ist eine schwere Komplikation bei sehr unreifen Frühgeborenen und Säuglingen mit sehr niedrigem Geburtsgewicht (VLBW). Der frühe enterale Nahrungsaufbau gilt als potenziell modifizierbarer Risikofaktor für die Entstehung einer NEC.
Beobachtungsstudien legten in der Vergangenheit nahe, dass ein konservativer, langsamer Nahrungsaufbau das NEC-Risiko reduzieren könnte. Gleichzeitig besteht jedoch die Sorge, dass ein verzögerter Aufbau der vollen enteralen Ernährung die Notwendigkeit einer parenteralen Ernährung verlängert.
Dieser systematische Cochrane Review untersucht die Effekte eines langsamen im Vergleich zu einem schnelleren enteralen Nahrungsaufbau. Ziel ist es, die Auswirkungen auf das NEC-Risiko, die Mortalität und weitere Morbiditäten zu bewerten.
Empfehlungen
Der Cochrane Review analysierte 14 Studien mit über 4000 Säuglingen und verglich verschiedene Geschwindigkeiten des enteralen Nahrungsaufbaus.
Definition der Aufbaugeschwindigkeiten
In den eingeschlossenen Studien wurden die Geschwindigkeiten des Nahrungsaufbaus wie folgt definiert:
-
Langsamer Aufbau: Tägliche Steigerung um 15 bis 24 ml/kg
-
Schnellerer Aufbau: Tägliche Steigerung um 30 bis 40 ml/kg
Klinische Endpunkte und Risiken
Die Meta-Analysen zeigen, dass ein langsamer Nahrungsaufbau keine signifikanten Vorteile bietet. Es werden folgende Effekte beschrieben:
| Klinischer Endpunkt | Effekt des langsamen Nahrungsaufbaus | Evidenzgrad |
|---|---|---|
| Nekrotisierende Enterokolitis (NEC) | Kein relevanter Effekt | Moderate Evidenz |
| Gesamtmortalität | Kein relevanter Effekt | Moderate Evidenz |
| Nahrungsmittelunverträglichkeit | Mögliche leichte Erhöhung | Niedrige Evidenz |
| Invasive Infektionen | Mögliche leichte Erhöhung | Niedrige Evidenz |
Schlussfolgerungen der Autoren
Die Autoren des Reviews schlussfolgern, dass ein langsamer Nahrungsaufbau im Vergleich zu schnelleren Raten das Risiko für NEC, Tod oder Nahrungsunverträglichkeiten wahrscheinlich nicht reduziert.
Es wird zudem darauf hingewiesen, dass eine langsame Steigerung der enteralen Nahrungsmengen das Risiko für invasive Infektionen leicht erhöhen kann.
💡Praxis-Tipp
Ein extrem vorsichtiger, langsamer Nahrungsaufbau bei VLBW-Frühgeborenen schützt laut aktueller Evidenz nicht vor einer nekrotisierenden Enterokolitis. Im Gegenteil wird darauf hingewiesen, dass die dadurch verlängerte parenterale Ernährung das Risiko für invasive Infektionen leicht erhöhen kann. Es wird daher nahegelegt, den Nahrungsaufbau nicht unnötig zu verzögern.
Häufig gestellte Fragen
Der Cochrane Review vergleicht einen langsamen Aufbau (15-24 ml/kg/Tag) mit einem schnelleren Aufbau (30-40 ml/kg/Tag). Die Daten zeigen, dass ein langsamerer Aufbau keine Vorteile bringt und das Infektionsrisiko leicht erhöhen kann.
Nein, laut den Ergebnissen der Meta-Analyse reduziert ein langsamer Nahrungsaufbau das Risiko für eine nekrotisierende Enterokolitis (NEC) wahrscheinlich nicht. Dies wird durch Evidenz von moderater Qualität gestützt.
Ein langsamer Nahrungsaufbau kann laut Review das Risiko für invasive Infektionen leicht erhöhen. Zudem wird eine mögliche leichte Zunahme von Nahrungsmittelunverträglichkeiten beschrieben.
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Quelle: Cochrane Review: Slow advancement of enteral feed volumes to prevent necrotising enterocolitis in very low birth weight infants (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.