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Enterale Ernährung bei Frühgeborenen: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Frühgeborene und Säuglinge mit niedrigem Geburtsgewicht haben einen erhöhten Nährstoffbedarf. Um ein optimales Wachstum zu gewährleisten, reicht die Standardmenge an Muttermilch oft nicht aus, selbst wenn diese mit Zusätzen angereichert wird.

Eine unzureichende Nährstoffversorgung kann zu einer extrauterinen Wachstumsrestriktion führen. Dies wird in der Literatur mit langfristigen neurologischen und kognitiven Entwicklungsstörungen sowie metabolischen Risiken in Verbindung gebracht.

Eine Strategie zur Deckung des Nährstoffbedarfs ist die Erhöhung des enteralen Nahrungsvolumens. Dem stehen jedoch Bedenken gegenüber, dass große Mengen zu Komplikationen wie einer nekrotisierenden Enterokolitis (NEC) oder einer Volumenbelastung führen könnten.

Empfehlungen

Dieser Artikel basiert auf einem Cochrane Review (2021) zur enteralen Ernährung bei Frühgeborenen. Der Review formuliert folgende Kernaussagen basierend auf der aktuellen Evidenzlage:

Gewichtszunahme

Laut Review verbessert die Gabe größerer Nahrungsvolumina die Gewichtszunahme während des Krankenhausaufenthalts (moderate Evidenz). Dies gilt sowohl für angereicherte als auch für nicht angereicherte Muttermilch oder Säuglingsnahrung.

Längen- und Kopfwachstum

Die Evidenz zeigt, dass hohe Nahrungsvolumina möglicherweise wenig bis keinen Einfluss auf das Längen- und Kopfwachstum haben (niedrige Evidenz). Auch auf die extrauterine Wachstumsrestriktion bei Entlassung lässt sich gemäß der Datenlage kein eindeutiger Effekt nachweisen.

Risiken und Komplikationen

Bezüglich möglicher unerwünschter Wirkungen bleibt die Datenlage unklar. Der Review betont, dass die Auswirkungen auf folgende Komplikationen ungewiss sind (sehr niedrige Evidenz):

  • Nekrotisierende Enterokolitis (NEC)

  • Persistierender Ductus arteriosus (PDA)

  • Chronische Lungenerkrankung (CLD)

  • Fütterungsunverträglichkeiten

Dosierung

Der Review definiert die untersuchten Nahrungsvolumina in Abhängigkeit von der Art der verwendeten Milch:

NahrungsartStandard-VolumenHohes Volumen
Angereicherte Muttermilch oder Frühgeborenennahrung≤ 180 ml/kg/Tag> 180 ml/kg/Tag
Nicht angereicherte Muttermilch oder Standard-Säuglingsnahrung≤ 200 ml/kg/Tag> 200 ml/kg/Tag
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💡Praxis-Tipp

Der Review weist darauf hin, dass hohe Nahrungsvolumina eine praktikable Alternative darstellen können, wenn teure Muttermilch-Fortifier in ressourcenschwachen Settings nicht verfügbar sind. Es wird jedoch betont, dass die Datenlage zur Sicherheit bezüglich einer nekrotisierenden Enterokolitis (NEC) oder Volumenüberlastung noch unzureichend ist. Die klinische Überwachung auf Zeichen einer Fütterungsunverträglichkeit bleibt daher essenziell.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review wird bei angereicherter Muttermilch ein Volumen von über 180 ml/kg/Tag als hoch definiert. Bei nicht angereicherter Milch liegt der Grenzwert bei über 200 ml/kg/Tag.

Der Review zeigt, dass hohe Nahrungsvolumina die Gewichtszunahme während des Klinikaufenthalts wahrscheinlich verbessern. Ein eindeutiger Effekt auf das Längen- oder Kopfwachstum konnte durch die Studien jedoch nicht nachgewiesen werden.

Die aktuelle Evidenz ist laut Review unzureichend, um diese Frage abschließend zu klären. Die Auswirkungen hoher Nahrungsvolumina auf das Risiko einer nekrotisierenden Enterokolitis gelten als sehr ungewiss.

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Quelle: Cochrane Review: High versus standard volume enteral feeds to promote growth in preterm or low birth weight infants (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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