Nekrotisierende Enterokolitis (NEC) Prävention: Cochrane
Hintergrund
Die nekrotisierende Enterokolitis (NEC) ist eine schwere Darmerkrankung, die vor allem Frühgeborene betrifft. In der klinischen Praxis wird diskutiert, ob die enterale Ernährung rund um eine Erythrozytenkonzentrat-Transfusion das Risiko für eine NEC beeinflusst.
Es wurde die Hypothese aufgestellt, dass ein Pausieren der Nahrungszufuhr während oder um den Zeitpunkt der Transfusion das Risiko einer anschließenden NEC senken könnte.
Dieser Artikel basiert auf dem Abstract eines systematischen Cochrane Reviews. Das Ziel des Reviews war es, die Wirksamkeit und Sicherheit eines Nahrungsstopps im Vergleich zur kontinuierlichen Ernährung bei Frühgeborenen zu bewerten.
Empfehlungen
Der vorliegende Cochrane Review kommt zu folgenden zentralen Ergebnissen hinsichtlich der Ernährungspause bei Bluttransfusionen:
Studienlage und Evidenz
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Es konnte nur eine einzige randomisiert-kontrollierte Studie (RCT) mit 22 Frühgeborenen in den Review eingeschlossen werden.
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Diese Studie wies ein hohes Risiko für einen Performance-Bias auf, da das Pflegepersonal nicht verblindet war.
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Das primäre Ziel der eingeschlossenen Studie war die Untersuchung des mesenterialen Blutflusses, nicht die Erfassung von NEC-Fällen.
Klinische Endpunkte
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In der eingeschlossenen Studie traten bei keinem der Säuglinge Fälle von nekrotisierender Enterokolitis auf.
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Die Qualität der Evidenz wird insgesamt als sehr niedrig (GRADE-Bewertung) eingestuft.
Schlussfolgerung
Laut Review reicht die aktuelle Evidenz aus randomisierten kontrollierten Studien nicht aus, um zu beurteilen, ob das Pausieren der enteralen Ernährung die Inzidenz einer nachfolgenden NEC oder die Mortalität beeinflusst. Es wird der Bedarf an großen, ausreichend gepowerten RCTs betont, um diese klinische Fragestellung zu klären.
💡Praxis-Tipp
Da die aktuelle Studienlage laut Cochrane Review keine ausreichende Evidenz für oder gegen das Pausieren der enteralen Ernährung bei Bluttransfusionen liefert, lässt sich daraus keine standardisierte Handlungsempfehlung ableiten. Es wird darauf hingewiesen, dass große randomisierte Studien fehlen, weshalb klinische Entscheidungen zur Nahrungszufuhr weiterhin individuell getroffen werden müssen.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review gibt es derzeit keine ausreichende Evidenz, um diese Frage abschließend zu beantworten. Es konnte nicht nachgewiesen werden, ob ein Pausieren der Nahrung das Risiko für eine nekrotisierende Enterokolitis (NEC) senkt.
Die Qualität der Evidenz wird in dem Review als sehr niedrig eingestuft. Es konnte nur eine einzige kleine Studie mit 22 Frühgeborenen ausgewertet werden, die zudem keine NEC-Fälle verzeichnete.
In der klinischen Praxis wird ein zeitlicher Zusammenhang zwischen Bluttransfusionen, der Nahrungszufuhr und der Entstehung einer NEC diskutiert. Der Review betont jedoch, dass große randomisierte Studien fehlen, um die genauen Kausalitäten und den Nutzen präventiver Maßnahmen zu klären.
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Quelle: Cochrane Review: Stopping enteral feeds for prevention of transfusion-associated necrotising enterocolitis in preterm infants (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.