Erkältung & eitrige Rhinitis: Antibiotika-Indikation
Hintergrund
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract eines aktuellen Cochrane Reviews. Die Übersichtsarbeit untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit von Antibiotika im Vergleich zu Placebo bei akuten Erkältungen (Symptomdauer unter 7 Tagen) und akuter eitriger Rhinitis (Symptomdauer unter 10 Tagen).
Erkältungen gehören zu den häufigsten Gründen für eine Antibiotikaverschreibung im ambulanten Bereich. Dies geschieht oft in der Annahme, sekundäre bakterielle Infektionen verhindern zu können, insbesondere wenn ein verfärbtes, eitriges Nasensekret vorliegt.
Da Erkältungen primär durch Viren verursacht werden, sprechen sie nicht auf eine antibiotische Therapie an. Ein übermäßiger Einsatz von Antibiotika trägt stattdessen zur Entwicklung von Bakterienresistenzen bei und kann unerwünschte Wirkungen wie Durchfall verursachen.
Die Autoren weisen auf ein moderates Verzerrungsrisiko der eingeschlossenen Studien hin. Es wird vermutet, dass bei einer unbekannten Anzahl von Studienteilnehmern unerkannte Brust- oder Nebenhöhleninfektionen vorgelegen haben könnten.
💡Praxis-Tipp
Ein verfärbtes, eitriges Nasensekret wird im klinischen Alltag häufig als Indikator für eine bakterielle Infektion und somit als Grund für eine Antibiotikaverschreibung gewertet. Die Übersichtsarbeit zeigt jedoch, dass Antibiotika auch bei einer akuten eitrigen Rhinitis keinen klinischen Nutzen erbringen, sondern lediglich das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen. Es wird daher empfohlen, bei unkomplizierten Verläufen auf eine Antibiose zu verzichten.
Häufig gestellte Fragen
Nein, laut dem Cochrane Review gibt es keine Evidenz für einen Nutzen von Antibiotika bei akuter eitriger Rhinitis. Weder bei Kindern noch bei Erwachsenen konnte eine signifikante Besserung der Symptome nachgewiesen werden.
Erkältungen werden primär durch Viren verursacht, gegen die Antibiotika wirkungslos sind. Die Übersichtsarbeit zeigt, dass eine Antibiose die Heilung nicht beschleunigt, aber das Risiko für Nebenwirkungen wie Durchfall signifikant erhöht.
Die Daten der Meta-Analyse deuten darauf hin, dass bei Kindern mit einer gewöhnlichen Erkältung das Risiko für Nebenwirkungen im Vergleich zu Placebo nicht signifikant erhöht ist. Dennoch wird aufgrund der fehlenden Wirksamkeit von einer routinemäßigen Gabe abgeraten.
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Quelle: Cochrane Review: Antibiotics for the common cold and acute purulent rhinitis (Cochrane, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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