Perioperative NSAR bei Brustoperationen: Cochrane Review
Hintergrund
Brustoperationen umfassen onkologische, rekonstruktive und kosmetische Eingriffe. Aufgrund der zunehmenden Problematik der Überverschreibung von Opioiden rücken nicht-opioide Schmerztherapien verstärkt in den Fokus.
Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) stellen eine wichtige Säule der postoperativen Analgesie dar. Sie wirken schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend.
Der Einsatz von NSAR im perioperativen Setting wird jedoch aufgrund eines potenziell erhöhten Blutungsrisikos kontrovers diskutiert. Dieser Review untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit von NSAR im Vergleich zu Placebo oder anderen Analgetika bei Frauen, die sich einer Brustoperation unterziehen.
Empfehlungen
Der vorliegende Cochrane Review analysiert die Effekte einer perioperativen NSAR-Gabe bei Brustoperationen basierend auf zwölf randomisiert-kontrollierten Studien.
NSAR im Vergleich zu Placebo
Laut Review zeigen sich folgende Effekte bei der Gabe von NSAR im Vergleich zu Placebo:
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Eine Reduktion der Schmerzintensität 24 Stunden nach der Operation wird beobachtet (niedrige Evidenzqualität).
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Der Opioidverbrauch innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem Eingriff ist möglicherweise reduziert.
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Hinsichtlich der Inzidenz von Brusthämatomen, postoperativer Übelkeit und Erbrechen (PONV) sowie Blutungen gibt es kaum bis keine Unterschiede.
NSAR im Vergleich zu anderen Analgetika
Beim Vergleich von NSAR mit anderen Schmerzmitteln (wie Morphin oder Fentanyl) beschreibt der Review folgende Ergebnisse:
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Die Schmerzintensität 24 Stunden postoperativ ist unter NSAR möglicherweise geringer.
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Die Inzidenz und der Schweregrad von postoperativer Übelkeit und Erbrechen sind wahrscheinlich reduziert (moderate Evidenzqualität).
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Der postoperative Opioidverbrauch fällt unter NSAR-Gabe geringer aus.
Übersicht der klinischen Endpunkte
| Vergleichsgruppe | Schmerzintensität (24h) | Postoperative Übelkeit/Erbrechen | Opioidverbrauch (24h) | Blutungsrisiko/Hämatome |
|---|---|---|---|---|
| NSAR vs. Placebo | Reduziert | Kein Unterschied | Reduziert | Kein Unterschied (sehr unsichere Evidenz) |
| NSAR vs. andere Analgetika | Reduziert | Wahrscheinlich reduziert | Reduziert | Kein Unterschied (sehr unsichere Evidenz) |
Blutungsrisiko und Nebenwirkungen
Der Review weist darauf hin, dass die aktuelle Datenlage bezüglich des Blutungsrisikos unzureichend ist. Es gibt nur sehr wenig Evidenz darüber, ob NSAR die Rate an Brusthämatomen, allgemeinen Blutungen oder den Bedarf an Bluttransfusionen beeinflussen.
💡Praxis-Tipp
Der Review verdeutlicht, dass NSAR den postoperativen Opioidbedarf und das Risiko für Übelkeit und Erbrechen nach Brustoperationen senken können. Es wird jedoch betont, dass die Evidenz bezüglich postoperativer Nachblutungen und Hämatome sehr schwach ist. Eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung hinsichtlich der Blutungsgefahr bleibt im klinischen Alltag unerlässlich.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane Review kann die perioperative Gabe von NSAR den Opioidverbrauch innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem Eingriff reduzieren. Dies gilt sowohl im Vergleich zu Placebo als auch zu anderen Analgetika.
Der Review stellt fest, dass es in den untersuchten Studien kaum bis keine Unterschiede in der Inzidenz von Brusthämatomen gab. Die Evidenzqualität für diesen Endpunkt wird jedoch als sehr niedrig eingestuft, sodass eine endgültige Beurteilung aussteht.
Im Vergleich zu anderen Analgetika wie Opioiden reduzieren NSAR wahrscheinlich die Inzidenz und den Schweregrad von PONV. Im direkten Vergleich mit Placebo zeigt sich laut Review hingegen kein signifikanter Unterschied.
Die eingeschlossenen Studien untersuchten unter anderem Ketorolac, Diclofenac, Flurbiprofen, Ibuprofen, Parecoxib und Celecoxib. Der Review trifft jedoch keine Aussage zur Überlegenheit eines spezifischen Wirkstoffs.
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Quelle: Cochrane Review: Perioperative systemic nonsteroidal anti-inflammatory drugs (NSAIDs) in women undergoing breast surgery (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.