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Opioide bei prozeduralen Schmerzen von Neugeborenen: Cochrane

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Neugeborene, insbesondere Frühgeborene, sind im Rahmen der intensivmedizinischen Versorgung häufig schmerzhaften diagnostischen oder therapeutischen Eingriffen ausgesetzt. Zur Schmerzbehandlung stehen medikamentöse Optionen wie Opioide sowie nicht-pharmakologische Interventionen zur Verfügung.

Zu den am häufigsten verwendeten Opioiden in der Neonatologie zählen Morphin, Fentanyl und Remifentanil. Es bestehen jedoch Bedenken hinsichtlich möglicher negativer Auswirkungen dieser Medikamente auf die Struktur und Funktion des sich entwickelnden Gehirns.

Diese Zusammenfassung basiert auf einem systematischen Cochrane Review (2023). Die Meta-Analyse untersucht Nutzen und Risiken von Opioiden bei reifen Neugeborenen und Frühgeborenen (bis zu einem postmenstruellen Alter von 46 Wochen) bei prozeduralen Schmerzen.

Empfehlungen

Der Cochrane Review (2023) liefert folgende Erkenntnisse zur Wirksamkeit und Sicherheit von Opioiden bei prozeduralen Schmerzen:

Opioide im Vergleich zu Placebo

Laut der Analyse reduzieren Opioide im Vergleich zu Placebo wahrscheinlich die Schmerzwerte während des Eingriffs (moderate Evidenz). Dies wurde anhand der PIPP/PIPP-R-Skala (Premature Infant Pain Profile) gemessen.

Auch bei Messung mit der NIPS-Skala (Neonatal Infant Pain Scale) zeigt sich möglicherweise eine Schmerzreduktion während der Prozedur (niedrige Evidenz). Für den Zeitraum von 30 Minuten bis zu zwei Stunden nach dem Eingriff ist die Evidenz bezüglich einer Schmerzlinderung jedoch sehr unsicher.

Risiken und Nebenwirkungen

Die Auswertung zeigt, dass Opioide im Vergleich zu Placebo möglicherweise zu einem Anstieg von Apnoe-Episoden führen (niedrige Evidenz). Eine eingeschlossene Studie berichtet zudem über eine bedenkliche Zunahme schwerer Apnoen (sehr niedrige Evidenz).

Hinsichtlich anderer potenzieller Nebenwirkungen wie Bradykardien oder Hypotonie ist die aktuelle Studienlage sehr unsicher.

Vergleich der Interventionen

Die folgende Tabelle fasst die Evidenzlage für verschiedene Vergleichsgruppen zusammen:

VergleichsgruppeEffekt auf Schmerz (während Eingriff)Effekt auf Apnoe-RisikoEvidenzgrad
Placebo / Keine TherapieWahrscheinliche ReduktionMögliche ErhöhungModerat bis Niedrig
Nicht-pharmakologische InterventionenSehr unsicherNicht berichtetSehr niedrig
Andere Analgetika / SedativaSehr unsicherSehr unsicherSehr niedrig

Es wurden keine Studien identifiziert, die verschiedene Opioide (z.B. Morphin vs. Fentanyl) oder unterschiedliche Verabreichungswege desselben Opioids miteinander vergleichen.

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💡Praxis-Tipp

Der Review warnt vor einem möglicherweise erhöhten Risiko für Apnoen, einschließlich schwerer Apnoe-Episoden, bei der Gabe von Opioiden an Neugeborene. Es wird deutlich, dass der analgetische Nutzen während des Eingriffs gegen das Risiko von Atemregulationsstörungen abgewogen werden muss. Ein engmaschiges Monitoring der Atmung nach der Opioidgabe wird durch diese Datenlage unterstrichen.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Review kommen Morphin, Fentanyl und Remifentanil in der Neonatologie am häufigsten zum Einsatz. Es gibt jedoch Bedenken bezüglich möglicher negativer Effekte auf die Gehirnentwicklung.

Die Meta-Analyse zeigt, dass Opioide im Vergleich zu Placebo die Schmerzwerte während des Eingriffs wahrscheinlich reduzieren. Für die Zeit nach dem Eingriff ist die schmerzlindernde Wirkung jedoch sehr unsicher.

Die Datenlage deutet darauf hin, dass Opioide das Risiko für Apnoen erhöhen können. Die Evidenz zu anderen Nebenwirkungen wie Bradykardie oder Hypotonie ist derzeit sehr unsicher.

Der Review stuft die Evidenz beim Vergleich von Opioiden mit nicht-pharmakologischen Interventionen (wie sensorischer Stimulation) als sehr unsicher ein. Eine klare Überlegenheit kann derzeit nicht belegt werden.

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Quelle: Cochrane Review: Opioids for procedural pain in neonates (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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