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American Society of Anesthesiologists (ASA)2010AnesthesiologyPain Medicine

Postoperative Schmerztherapie: Leitlinie 2024

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf American Society of Anesthesiologists (ASA) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Multimodale Analgesie ist der Standard zur Reduktion des Opioidverbrauchs und postoperativer Übelkeit (PONV).
  • Paracetamol und NSAR bilden die Basis der medikamentösen Schmerztherapie und sollten kombiniert werden.
  • Periphere Nervenblockaden (PNB) sind ein essenzieller Bestandteil des Schmerzmanagements.
  • Ein Akutschmerzdienst (APS) unter anästhesiologischer Leitung verbessert die analgetischen Ergebnisse.
  • Zur PONV-Prophylaxe wird eine Kombinationstherapie (z.B. 5-HT3-Antagonisten und Dexamethason) empfohlen.
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Hintergrund

Postoperative Schmerzen erreichen typischerweise innerhalb der ersten 24 bis 72 Stunden nach einem chirurgischen Eingriff ihren Höhepunkt. Eine unzureichende Schmerztherapie erhöht das Risiko für Komplikationen, verzögert die Genesung und kann zur Chronifizierung führen. Die Etablierung eines Akutschmerzdienstes (APS), idealerweise unter anästhesiologischer Leitung und mit multidisziplinärer Beteiligung, verbessert die analgetischen Ergebnisse signifikant.

Präoperative Risikofaktoren

Die Identifikation von Risikopatienten ermöglicht eine frühzeitige und individualisierte Schmerztherapie. Folgende Faktoren beeinflussen den akuten postoperativen Schmerz:

RisikofaktorEinfluss auf postoperativen Schmerz
AlterJüngeres Alter ist ein Risikofaktor
BMIHöherer BMI erhöht das Risiko
Psychologischer StatusPräoperative Depression, Angst und Schlafstörungen erhöhen das Risiko
SchmerzhistoriePräoperative Schmerzen und Opioideinnahme erhöhen das Risiko
ErwartungshaltungHohe Erwartungen an postoperative Schmerzen erhöhen das Risiko

Schmerzerfassung

Eine adäquate Schmerzerfassung ist essenziell für die Steuerung der Therapie:

  • Schnelle Erfassung: Eindimensionale Tools wie die Visuelle Analogskala (VAS) oder die Numerische Rating-Skala (NRS) werden für die rasche Beurteilung der Schmerzintensität empfohlen.
  • Umfassende Erfassung: Mehrdimensionale Tools wie das Brief Pain Inventory (BPI) oder der McGill Pain Questionnaire (MPQ) sollten für eine detaillierte Evaluierung (inklusive psychologischer Aspekte) genutzt werden.

Multimodale und präemptive Analgesie

Die multimodale Analgesie ist der Goldstandard. Durch die Kombination von zwei oder mehr analgetischen Medikamenten oder Techniken mit unterschiedlichen Wirkmechanismen werden synergistische Effekte erzielt. Dies führt zu:

  • Reduktion des Opioidverbrauchs
  • Geringerer Inzidenz von Übelkeit und Erbrechen (PONV)
  • Kürzere Krankenhausverweildauer
  • Besserer Erholungsqualität

Zudem wird eine präemptive Analgesie (vor dem chirurgischen Schnitt) empfohlen, insbesondere durch die Gabe von NSAR oder multimodalen Konzepten, um die zentrale Sensibilisierung zu reduzieren.

Medikamentöse Basistherapie

WirkstoffklasseEmpfehlungBemerkung
ParacetamolBasistherapieReduziert Opioidbedarf, bei fehlenden Kontraindikationen empfohlen
NSARBasistherapieVerbessert Schmerzkontrolle, bei fehlenden Kontraindikationen empfohlen
KombinationBevorzugtDie Kombination aus Paracetamol und NSAR bietet eine überlegene Analgesie im Vergleich zur Monotherapie

Regional- und Neuraxialanästhesie

Regionalanästhesiologische Verfahren sind ein zentraler Baustein der opioidsparenden Analgesie.

VerfahrenIndikationBemerkung
Periphere Nervenblockade (PNB)Extremitäten, RumpfReduziert Schmerzen, Opioidbedarf und PONV signifikant
Periduralanästhesie (PDA)Thorax- und AbdominalchirurgieÜberlegen gegenüber i.v.-Analgesie und PNB
PDA bei unteren ExtremitätenNicht primär empfohlenKein klarer Vorteil gegenüber PNB, aber höheres Risiko für Harnverhalt und längere Liegedauer

Patienten-kontrollierte Analgesie (IV-PCA)

Bei der intravenösen patientenkontrollierten Analgesie sollten Medikamente mit unterschiedlichen Wirkmechanismen kombiniert werden, um die Effektivität zu steigern und Nebenwirkungen zu reduzieren:

  • µ-Opioid-Rezeptor-Agonisten sollten Teil der Formulierung sein.
  • Dexmedetomidin wird als Adjuvans in der IV-PCA empfohlen, da es den Opioidbedarf und PONV senkt.

Management von Nebenwirkungen

Die Reduktion von Opioiden (Opioid-sparing) durch Regionalanästhesie und Nicht-Opioide ist essenziell. Bei der Gabe von Opioiden müssen Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung überwacht werden. Bei Atemdepression oder exzessiver Sedierung (besonders bei älteren Patienten) ist die Opioiddosis zu reduzieren und ggf. Naloxon zu verabreichen.

Zur PONV-Prophylaxe wird empfohlen:

  • Niedriges bis mittleres Risiko: 1-2 Wirkstoffe (z.B. 5-HT3-Antagonisten, Glukokortikoide wie Dexamethason, Dopamin-Antagonisten oder NK1-Antagonisten).
  • Hohes Risiko: Kombination aus 2-3 oder mehr Wirkstoffen.

Rebound- und Durchbruchschmerzen

Rebound-Schmerzen treten nach dem Abklingen einer Nervenblockade auf. Orthopädische Eingriffe und präoperative Schmerzen sind signifikante Risikofaktoren. Zur Prävention werden intraoperatives Dexamethason (i.v.), Ketamin oder kontinuierliche Nervenblockaden empfohlen.

Für unvorhersehbare Durchbruchschmerzen wird Paracetamol zur Prävention und eine Opioid-Bedarfsmedikation zur Akuttherapie empfohlen.

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie konsequent eine multimodale Analgesie mit Paracetamol und NSAR als Basis. Kombinieren Sie bei der IV-PCA verschiedene Wirkmechanismen (z.B. Opioide plus Dexmedetomidin), um Nebenwirkungen zu minimieren.

Häufig gestellte Fragen

Jüngere Patienten, Patienten mit hohem BMI, präoperativen Schmerzen, Opioid-Vorgebrauch sowie psychologischen Faktoren wie Angst, Depression oder Schlafstörungen.
Für die schnelle Erfassung eignen sich eindimensionale Skalen (VAS, NRS). Für eine umfassende Beurteilung sollten mehrdimensionale Tools (BPI, MPQ) genutzt werden.
Die PDA bietet signifikante Vorteile bei Thorax- und Abdominaleingriffen. Bei Eingriffen an der unteren Extremität zeigt sie jedoch keinen klaren Vorteil gegenüber peripheren Blockaden und erhöht das Risiko für Harnverhalt.
Durch eine Kombinationstherapie aus verschiedenen Wirkstoffklassen, wie 5-HT3-Rezeptorantagonisten, Glukokortikoiden (Dexamethason), Dopamin-Antagonisten und NK1-Antagonisten.
Orthopädische Eingriffe und starke präoperative Schmerzen gelten als Hauptrisikofaktoren für Rebound-Schmerzen nach dem Abklingen einer Blockade.

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