Lutein & Zeaxanthin bei Frühgeborenen: Cochrane Review
Hintergrund
Der aktuelle Cochrane Review (2025) untersucht den Nutzen einer Supplementierung von Lutein und Zeaxanthin bei Frühgeborenen unter 37 Schwangerschaftswochen. Das primäre Ziel der Analyse ist die Bewertung der Effektivität zur Reduktion von Morbidität und Mortalität in dieser vulnerablen Patientengruppe.
Lutein und Zeaxanthin sind Nährstoffe mit antioxidativen Eigenschaften, die natürlicherweise in der Makula des Auges und im Hirngewebe vorkommen. Es wird angenommen, dass sie oxidative Schäden in verschiedenen Organsystemen vermindern können.
Sauerstoffradikale gelten als wesentlicher Faktor für Gewebeschäden bei Frühgeborenen. Diese Schäden können zu schweren Komplikationen wie der Frühgeborenen-Retinopathie (ROP), intraventrikulären Blutungen (IVH) und nekrotisierender Enterokolitis (NEC) führen.
Empfehlungen
Der Review fasst die Evidenz zur Supplementierung von Lutein und Zeaxanthin im Vergleich zu Placebo oder keiner Behandlung zusammen. Die Gabe erfolgte in den eingeschlossenen Studien ab dem ersten Lebenstag bis zur Entlassung von der neonatologischen Intensivstation (NICU).
Klinische Endpunkte
Die Meta-Analyse zeigt unterschiedliche Effekte auf die Morbidität und Mortalität von Frühgeborenen. Die Ergebnisse der untersuchten Endpunkte stellen sich wie folgt dar:
| Klinischer Endpunkt | Effekt der Supplementierung | Evidenzgrad (GRADE) |
|---|---|---|
| ROP (ab Stadium 3) | Wahrscheinliche Reduktion (RR 0,49) | Moderat |
| ROP (jedes Stadium) | Wahrscheinlich kein/geringer Effekt (RR 0,90) | Moderat |
| Mortalität (NICU) | Möglicherweise kein/geringer Effekt (RR 0,95) | Niedrig |
| IVH (alle Grade) | Möglicherweise kein/geringer Effekt (RR 0,87) | Niedrig |
| NEC (ab Bell-Stadium II) | Möglicherweise kein/geringer Effekt (RR 0,87) | Niedrig |
| Sehbehinderung | Keine Daten verfügbar | - |
Sicherheit und Nebenwirkungen
Laut den eingeschlossenen Studien wurden in keiner der Untersuchungsgruppen unerwünschte Nebenwirkungen durch die Gabe von Lutein und Zeaxanthin berichtet.
Die Autoren betonen jedoch, dass weitere rigoros durchgeführte Studien die gepoolten Schätzungen für die verschiedenen Endpunkte zukünftig noch verändern könnten.
💡Praxis-Tipp
Die Supplementierung von Lutein und Zeaxanthin bei Frühgeborenen zeigt laut aktueller Evidenz primär einen Nutzen bei der Prävention schwerer Verläufe der Frühgeborenen-Retinopathie (ab Stadium 3). Auf die Gesamtinzidenz der ROP sowie auf andere Komplikationen wie IVH oder NEC lässt sich voraussichtlich kein signifikanter Effekt erzielen.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review hat die Supplementierung von Lutein und Zeaxanthin möglicherweise keinen oder nur einen geringen Effekt auf die Mortalität während des Intensivaufenthalts. Die Evidenz hierfür wird aktuell als niedrig eingestuft.
Die kombinierte Gabe von Lutein und Zeaxanthin reduziert wahrscheinlich die Inzidenz schwerer ROP-Verläufe ab Stadium 3. Auf die Gesamtinzidenz der ROP jeglichen Stadiums zeigt sich jedoch wahrscheinlich kein relevanter Effekt.
In den vom Review eingeschlossenen Studien wurden keine unerwünschten Nebenwirkungen in den Behandlungs- oder Kontrollgruppen berichtet. Die Sicherheit wird in den vorliegenden Daten als hoch eingeschätzt.
Die aktuelle Datenlage zeigt, dass Lutein und Zeaxanthin möglicherweise keinen oder nur einen sehr geringen Effekt auf die Inzidenz einer NEC ab Bell-Stadium II haben.
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Quelle: Cochrane Review: Lutein and zeaxanthin for reducing morbidity and mortality in preterm infants (Cochrane, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.