Zink bei Frühgeborenen: Cochrane Review
Hintergrund
Zink ist ein essenzielles Spurenelement, das für Wachstum, Zelldifferenzierung und Immunfunktion von entscheidender Bedeutung ist. Da etwa 60 Prozent der fetalen Zinkspeicherung im letzten Schwangerschaftsdrittel stattfinden, weisen Frühgeborene bei der Geburt oft sehr geringe Zinkreserven auf.
Ein subklinischer Zinkmangel tritt bei Frühgeborenen häufig auf und wird auf eine Prävalenz von bis zu 50 Prozent geschätzt. Dieser Mangel kann zu Gedeihstörungen, Hautentzündungen und einer erhöhten Infektanfälligkeit führen.
Die enterale Zinksupplementierung wird als mögliche Maßnahme untersucht, um diesen Mangel auszugleichen. Dieser Artikel basiert auf einem Cochrane Review aus dem Jahr 2021, der die Effekte einer solchen Supplementierung bei Frühgeborenen analysiert.
Empfehlungen
Der Cochrane Review (2021) bewertet die Evidenz zur enteralen Zinkgabe bei Frühgeborenen. Die eingeschlossenen Studien zeigen folgende Effekte auf:
Mortalität und Wachstum
Laut Review kann eine enterale Zinksupplementierung die Gesamtmortalität bei hospitalisierten Frühgeborenen möglicherweise senken (Evidenzgrad niedrig).
Zudem wird wahrscheinlich die Gewichtszunahme verbessert (Evidenzgrad moderat). Auch das Längenwachstum wird durch die zusätzliche Zinkgabe möglicherweise leicht gefördert (Evidenzgrad niedrig).
Auf das Kopfwachstum hat die Intervention laut den vorliegenden Daten jedoch kaum oder keinen Einfluss.
Morbidität und Entwicklung
Die Meta-Analyse zeigt, dass die Zinkgabe wahrscheinlich wenig bis keinen Unterschied bei typischen Komplikationen von Frühgeborenen macht. Dazu zählen:
-
Bronchopulmonale Dysplasie (BPD)
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Retinopathie des Frühgeborenen (ROP)
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Bakterielle Sepsis
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Nekrotisierende Enterokolitis (NEC)
Zur Auswirkung der Zinksupplementierung auf die langfristige neurologische Entwicklung liegen dem Review zufolge aktuell keine Daten vor.
Dosierung
Der Review zitiert allgemeine Empfehlungen zur Zinkzufuhr bei stabilen, wachsenden Frühgeborenen. In den eingeschlossenen Studien wurden zudem spezifische Maximaldosen untersucht.
| Patientengruppe | Empfohlene Zinkzufuhr | Anmerkung |
|---|---|---|
| Stabile Frühgeborene | 1,0 bis 2,5 mg/kg/Tag | Allgemeine Empfehlung |
| Extrem untergewichtige Frühgeborene | bis zu 3,0 mg/kg/Tag | Allgemeine Empfehlung |
| Frühgeborene in Studien | maximal 10 mg/Tag | Untersuchte Interventionsdosis |
Es wird darauf hingewiesen, dass eine Zinkgabe über die empfohlene Tagesdosis hinaus eine sorgfältige Überwachung erfordert.
Kontraindikationen
Der Review weist darauf hin, dass eine enterale Zinkgabe potenziell die Resorption von Kupfer und Eisen im Magen-Darm-Trakt negativ beeinflussen kann.
Es wird eine sorgfältige Überwachung bei Säuglingen empfohlen, die auf eine ausgewogene Aufnahme von Mikronährstoffen angewiesen sind.
💡Praxis-Tipp
Laut dem Review zeigt die enterale Zinksupplementierung bei Frühgeborenen zwar vielversprechende Effekte auf das Gewicht und die Mortalität, jedoch keinen nachweisbaren Nutzen zur Prävention typischer Komplikationen wie Sepsis oder NEC. Die Autoren betonen zudem, dass hohe Zinkdosen die enterale Resorption von Eisen und Kupfer beeinträchtigen können, was ein entsprechendes Monitoring erforderlich macht.
Häufig gestellte Fragen
Etwa 60 Prozent der fetalen Zinkspeicherung erfolgen im letzten Schwangerschaftsdrittel. Frühgeborene verpassen diese Phase und haben daher bei der Geburt oft sehr geringe Zinkreserven.
Laut dem Cochrane Review hat eine zusätzliche Zinkgabe wenig bis keinen Effekt auf die Inzidenz einer nekrotisierenden Enterokolitis. Auch bei anderen typischen Komplikationen wie Sepsis oder BPD zeigte sich kein signifikanter Nutzen.
Die Meta-Analyse zeigt, dass eine enterale Zinksupplementierung die Gewichtszunahme wahrscheinlich verbessert. Auch das Längenwachstum wird möglicherweise leicht gefördert, während das Kopfwachstum unbeeinflusst bleibt.
In den untersuchten Studien wurden keine klinisch relevanten unerwünschten Wirkungen festgestellt. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass hohe Zinkdosen die Aufnahme von Kupfer und Eisen im Darm hemmen können.
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Quelle: Cochrane Review: Enteral zinc supplementation for prevention of morbidity and mortality in preterm neonates (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.