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Endometriumschutz unter Tamoxifen: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die adjuvante Therapie mit Tamoxifen senkt das Rückfallrisiko bei hormonrezeptorpositivem Brustkrebs. Gleichzeitig erhöht der Wirkstoff jedoch das Risiko für postmenopausale Blutungen, Endometriumpolypen, Hyperplasien und Endometriumkarzinome.

Das Levonorgestrel-freisetzende Intrauterinsystem (LNG-IUS) bewirkt eine starke Suppression des Endometriums. Ein systematischer Cochrane Review aus dem Jahr 2020 untersuchte, ob das LNG-IUS die Entstehung von Endometriumpathologien bei Frauen unter Tamoxifen-Therapie verhindern kann.

Verglichen wurde die Einlage eines LNG-IUS (20 µg/Tag) in Kombination mit einer Endometriumüberwachung gegenüber einer alleinigen Überwachung. Die Evidenz der eingeschlossenen Studien wird als moderat eingestuft.

Empfehlungen

Der Cochrane Review fasst die folgenden klinischen Ergebnisse zusammen:

  • Reduktion von gutartigen Endometriumveränderungen

  • Erhöhtes Blutungsrisiko in der Frühphase

  • Keine signifikanten Auswirkungen auf die onkologische Sicherheit

Endometriumpathologien

Laut Auswertung reduziert das LNG-IUS wahrscheinlich die Inzidenz von Endometriumpolypen im Vergleich zur Kontrollgruppe. Dieser Effekt zeigt sich sowohl nach 12 Monaten als auch im Langzeitverlauf von 24 bis 60 Monaten (moderate Evidenz).

Zudem wird die Inzidenz von Endometriumhyperplasien im Langzeitverlauf durch das LNG-IUS wahrscheinlich leicht gesenkt. Zur Prävention von Endometriumkarzinomen gibt es unzureichende Evidenz, da in den Studien keine Fälle auftraten.

Nebenwirkungen und onkologische Sicherheit

Es wird darauf hingewiesen, dass das LNG-IUS das Risiko für abnormale vaginale Blutungen oder Schmierblutungen erhöht. Dies betrifft insbesondere die ersten 12 bis 24 Monate der Anwendung.

Nach 60 Monaten traten in beiden Gruppen keine derartigen Blutungen mehr auf. Bezüglich der onkologischen Sicherheit zeigt die Auswertung wahrscheinlich keinen Unterschied zwischen den Gruppen hinsichtlich Brustkrebsrezidiven oder brustkrebsbedingten Todesfällen.

Übersicht der klinischen Endpunkte

Klinischer EndpunktEffekt des LNG-IUS (vs. alleinige Überwachung)Evidenzgrad
EndometriumpolypenWahrscheinliche Reduktion (Langzeit)Moderat
EndometriumhyperplasieWahrscheinliche leichte Reduktion (Langzeit)Moderat
EndometriumkarzinomUnzureichende Datenlage (keine Fälle)-
Abnormale BlutungenWahrscheinliche Erhöhung (Monat 12-24)Moderat
BrustkrebsrezidivWahrscheinlich kein UnterschiedModerat
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💡Praxis-Tipp

Bei der Aufklärung über ein LNG-IUS unter Tamoxifen-Therapie wird empfohlen, auf das erhöhte Risiko für Schmierblutungen in den ersten ein bis zwei Jahren hinzuweisen. Gleichzeitig kann kommuniziert werden, dass das System das Risiko für gutartige Polypen und Hyperplasien des Endometriums effektiv senkt. Es liegen jedoch noch keine ausreichenden Daten vor, um eine sichere Aussage zur Prävention von Endometriumkarzinomen zu treffen.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es derzeit unzureichende Evidenz, um diese Frage abschließend zu beantworten. In den untersuchten Studien traten keine Fälle von Endometriumkarzinomen auf, weshalb größere Untersuchungen erforderlich sind.

Die Auswertung zeigt wahrscheinlich keinen Unterschied bezüglich des Wiederauftretens von Brustkrebs oder brustkrebsbedingten Todesfällen. Die Ereignisraten in den Studien waren jedoch gering, sodass weitere Daten benötigt werden.

Der Review stellt fest, dass es in den ersten 12 bis 24 Monaten der Anwendung vermehrt zu abnormalen vaginalen Blutungen oder Schmierblutungen kommt. Nach 60 Monaten Beobachtungszeit glich sich dieses Risiko jedoch wieder aus.

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Quelle: Cochrane Review: Levonorgestrel intrauterine system for endometrial protection in women with breast cancer on adjuvant tamoxifen (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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