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SERMs bei Endometriose: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Endometriose ist eine chronische, rezidivierende Erkrankung bei Frauen im reproduktiven Alter, die durch das Auftreten von Endometriumgewebe außerhalb der Gebärmutterhöhle gekennzeichnet ist. Sie stellt eine häufige Ursache für Schmerzen und Unfruchtbarkeit dar und geht oft mit unspezifischen Symptomen wie Rückenschmerzen, Dyspareunie und Dysmenorrhoe einher.

Da Endometriose eine östrogenabhängige Erkrankung ist, zielt die medikamentöse Therapie in der Regel darauf ab, die Symptome zu lindern und die Läsionen durch die Unterdrückung des normalen Menstruationszyklus zu verkleinern.

Dieser Cochrane Review evaluiert die Wirksamkeit und Sicherheit von selektiven Östrogenrezeptor-Modulatoren (SERMs) als alternative Behandlungsstrategie zur Modulation der Östrogenrezeptoren bei Endometriose.

Empfehlungen

Der Cochrane Review fasst die aktuelle Evidenzlage zum Einsatz von SERMs bei Endometriose zusammen. Die Ergebnisse basieren auf einer einzigen randomisiert-kontrollierten Studie mit 93 Patientinnen, die Raloxifen mit einem Placebo nach vollständiger chirurgischer Exzision verglich.

Schmerzlinderung und Studienabbruch

Laut Review konnte kein positiver Effekt auf die Schmerzlinderung nachgewiesen werden. Die eingeschlossene Studie wurde vorzeitig abgebrochen, da in der SERM-Gruppe im Vergleich zur Placebo-Gruppe höhere Schmerz-Scores verzeichnet wurden.

  • Die Zeit bis zum Wiederauftreten von Beckenschmerzen war unter Raloxifen signifikant kürzer.

  • Die Qualität der Evidenz wird als sehr niedrig eingestuft.

Lebensqualität und Nebenwirkungen

Der Review beschreibt eine signifikante Differenz in der mentalen Lebensqualität nach 12 Monaten zugunsten der Placebo-Behandlung. Bezüglich unerwünschter Ereignisse ergaben sich folgende Erkenntnisse:

  • Es zeigten sich keine signifikanten Unterschiede bei der Inzidenz von Ovarialzysten, Kopfschmerzen, Migräne oder Depressionen.

  • Die Datenlage ist aufgrund der geringen Fallzahl stark limitiert.

Rezidivrate und Fertilität

Es bleibt unklar, ob Raloxifen die Rate an bioptisch gesicherten Endometriose-Rezidiven im Vergleich zu Placebo verbessert. Zu Schwangerschaften und wirtschaftlichen Endpunkten lagen dem Review keine verwertbaren Vergleichsdaten vor.

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💡Praxis-Tipp

Der Review weist darauf hin, dass der Einsatz von SERMs wie Raloxifen bei Endometriose derzeit nicht durch ausreichende Evidenz gestützt wird. Es wird hervorgehoben, dass die einzige verfügbare Studie wegen einer rascheren Schmerzrückkehr unter Verum vorzeitig abgebrochen wurde.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review gibt es derzeit keine Evidenz für eine Schmerzlinderung durch SERMs. Die einzige untersuchte Studie zeigte sogar eine schnellere Rückkehr der Schmerzen unter Raloxifen im Vergleich zu Placebo.

Der Review berichtet, dass die mentale Lebensqualität nach 12 Monaten in der Placebo-Gruppe signifikant besser war als in der mit Raloxifen behandelten Gruppe. Andere Aspekte der Lebensqualität unterschieden sich nicht signifikant.

Es ist laut Review unklar, ob Raloxifen die Rate an bioptisch gesicherten Rezidiven nach einer Operation senkt. Die vorliegende Evidenz ist von sehr niedriger Qualität und lässt keine verlässlichen Schlüsse zu.

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Quelle: Cochrane Review: Selective oestrogen receptor modulators (SERMs) for endometriosis (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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