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Mammografiedichte & endokrine Therapie: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Endokrine Therapien sind effektiv in der Prävention und Behandlung von Brustkrebs. Es ist bekannt, dass einige Formen dieser Therapie die Mammografiedichte reduzieren können.

Eine reduzierte Mammografiedichte unter endokriner Therapie könnte als prognostischer Biomarker dienen, um das Risiko eines Rezidivs oder einer Ersterkrankung abzuschätzen.

Zudem wird untersucht, ob Veränderungen der Brustdichte als prädiktiver Biomarker fungieren können, um das Ansprechen auf die Therapie vorherzusagen. Der vorliegende Cochrane Review (2021) analysiert die Evidenz zu dieser Fragestellung.

Empfehlungen

Der Review fasst die Evidenz zur Veränderung der Mammografiedichte als Biomarker wie folgt zusammen:

Prognostischer Wert in der Behandlung

Für Tamoxifen zeigen die Daten die größte Konsistenz: Eine Abnahme der Brustdichte ist mit einer reduzierten Brustkrebsmortalität und einem geringeren Rezidivrisiko assoziiert (Evidenzgrad niedrig bis sehr niedrig).

Für Aromatasehemmer ist die Evidenzlage bezüglich des prognostischen Wertes deutlich schwächer und mit erheblicher Unsicherheit behaftet.

Prognostischer Wert in der Prävention

Bei Frauen ohne vorherige Brustkrebserkrankung, die Tamoxifen präventiv einnehmen, ist eine Dichtereducierung mit einer geringeren Inzidenz von invasiven Karzinomen und duktalem Carcinoma in situ (DCIS) assoziiert (Evidenzgrad niedrig).

Prädiktiver Wert

Es gibt nur sehr begrenzte Hinweise darauf, dass die Veränderung der Brustdichte unter präventiver Tamoxifen-Gabe als prädiktiver Biomarker dient. Für das therapeutische Setting oder für Aromatasehemmer in der Prävention liegen keine entsprechenden Studien vor.

Übersicht der untersuchten Endpunkte

EndpunktSettingTherapieRelatives Risiko (RR)Evidenzgrad
BrustkrebsmortalitätBehandlungTamoxifen~0,4 bis 0,5Niedrig
RezidivBehandlungTamoxifen~0,4 bis 0,7Sehr niedrig
RezidivBehandlungAromatasehemmer~0,1Sehr niedrig
Inzidenz (invasiv/DCIS)PräventionTamoxifen~0,3Niedrig
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💡Praxis-Tipp

Laut dem Review deutet eine abnehmende Mammografiedichte unter Tamoxifen-Therapie auf eine günstigere Prognose bezüglich Mortalität und Rezidivrisiko hin. Aufgrund der insgesamt niedrigen bis sehr niedrigen Evidenzqualität wird jedoch betont, dass diese Beobachtung derzeit nicht als alleiniges Kriterium für klinische Therapieentscheidungen herangezogen werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Der Cochrane Review stuft die Evidenz für die Mammografiedichte als prognostischen Biomarker als niedrig bis sehr niedrig ein. Es bedarf weiterer Forschung, bevor ein routinemäßiger klinischer Einsatz zur Therapiesteuerung empfohlen werden kann.

Ja, die Evidenz für eine prognostische Aussagekraft der Dichteveränderung ist bei Tamoxifen stärker ausgeprägt als bei Aromatasehemmern. Für Aromatasehemmer in der Prävention fehlen laut Review derzeit aussagekräftige Studien.

Die Datenlage zur Nutzung der Mammografiedichte als prädiktiver Biomarker ist sehr schwach. Es gibt lediglich geringe Hinweise im präventiven Setting unter Tamoxifen, jedoch keine Daten für das therapeutische Setting.

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Quelle: Cochrane Review: Mammographic density, endocrine therapy and breast cancer risk: a prognostic and predictive biomarker review (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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