Ovulationsinduktion bei PCOS: Cochrane Review
Hintergrund
Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2019 untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit von Gonadotropinen zur Ovulationsinduktion. Im Fokus stehen Frauen mit polyzystischem Ovarsyndrom (PCOS), die auf eine Erstlinientherapie mit Clomifencitrat nicht ansprechen oder nicht schwanger werden.
Die Ovulationsinduktion mit follikelstimulierendem Hormon (FSH) stellt in diesen Fällen eine etablierte Zweitlinientherapie dar. Der Review vergleicht verschiedene Präparate wie rekombinantes FSH (rFSH), urinäres FSH (uFSH) und humanes Menopausengonadotropin (HMG).
Als primäre Endpunkte der Meta-Analyse wurden die Lebendgeburtenrate sowie die Rate an Mehrlingsschwangerschaften pro Frau definiert. Sekundäre Endpunkte umfassten unter anderem klinische Schwangerschaften, Fehlgeburten und das ovarielle Überstimulationssyndrom (OHSS).
Empfehlungen
Der Review fasst die Evidenz zu verschiedenen Therapieoptionen bei Clomifen-Versagen zusammen.
Gonadotropine versus fortgesetzte Clomifen-Gabe
Laut Review führen Gonadotropine im Vergleich zu einer fortgesetzten Clomifen-Therapie zu folgenden klinischen Ergebnissen:
-
Signifikant mehr Lebendgeburten (moderate Evidenz)
-
Mehr klinische Schwangerschaften und mehr Fehlgeburten
-
Wahrscheinlich kein Unterschied bei der Inzidenz von Mehrlingsschwangerschaften
Bei einer angenommenen Lebendgeburtenrate von 41 % unter Clomifen steigt diese unter FSH-Gabe auf 43 % bis 60 %.
Vergleich verschiedener Gonadotropine
Die Autoren betonen, dass bei der Wahl des Gonadotropins Kosten und Praktikabilität abgewogen werden sollten. Die Meta-Analyse vergleicht die verschiedenen Präparate wie folgt:
| Vergleich | Lebendgeburtenrate | Mehrlingsschwangerschaften | Evidenzgrad |
|---|---|---|---|
| rFSH vs. urinäre Gonadotropine | Kein relevanter Unterschied | Kein relevanter Unterschied | Niedrig |
| HMG/HP-HMG vs. uFSH | Ungewisser Effekt | Ungewisser Effekt | Sehr niedrig |
| Gonadotropine vs. Clomifen | Signifikant erhöht | Kein relevanter Unterschied | Moderat |
Bezüglich des Risikos für ein ovarielles Überstimulationssyndrom (OHSS) bleibt laut Review bei allen Vergleichen ungewiss, ob eine der Interventionen das Risiko senkt.
💡Praxis-Tipp
Bei Frauen mit PCOS und Clomifen-Versagen wird ein Wechsel auf Gonadotropine empfohlen, da dies die Lebendgeburtenrate signifikant erhöht. Da zwischen den verschiedenen Gonadotropin-Präparaten keine signifikanten Wirksamkeitsunterschiede nachgewiesen wurden, rät der Review dazu, die Präparatewahl primär von Kosten und Praktikabilität abhängig zu machen.
Häufig gestellte Fragen
Der Cochrane Review zeigt, dass der Wechsel auf Gonadotropine einer fortgesetzten Clomifen-Therapie überlegen ist. Es resultieren signifikant mehr Lebendgeburten.
Laut Meta-Analyse gibt es wahrscheinlich keinen relevanten Unterschied bezüglich der Lebendgeburtenrate oder klinischen Schwangerschaften. Die Evidenzqualität für diesen Vergleich wird jedoch als niedrig eingestuft.
Im Vergleich zu einer fortgesetzten Clomifen-Gabe zeigt sich laut Review wahrscheinlich kein Unterschied in der Inzidenz von Mehrlingsschwangerschaften.
Da die aktuelle Datenlage keine eindeutige Überlegenheit eines spezifischen Präparats belegt, wird empfohlen, die Entscheidung anhand von Kosten und Anwendungskomfort zu treffen.
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Quelle: Cochrane Review: Gonadotrophins for ovulation induction in women with polycystic ovary syndrome (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.