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Metformin bei IVF/ICSI und PCOS: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2020 untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit von Metformin als Begleittherapie bei In-vitro-Fertilisation (IVF) oder intrazytoplasmatischer Spermieninjektion (ICSI). Die Zielgruppe sind Frauen im reproduktionsfähigen Alter, die an einer Anovulation aufgrund eines polyzystischen Ovarsyndroms (PCOS) leiden.

Metformin ist ein Insulinsensitizer, der die Hyperinsulinämie reduziert und die übermäßige ovarielle Androgenproduktion unterdrückt. Es wird angenommen, dass diese Effekte die Ergebnisse von assistierten Reproduktionstechniken (ART) positiv beeinflussen könnten.

Zu den erhofften Vorteilen zählen eine Verringerung des ovariellen Überstimulationssyndroms (OHSS) sowie eine Steigerung der Schwangerschafts- und Lebendgeburtenraten. Die Meta-Analyse schließt 13 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 1132 Patientinnen ein.

Empfehlungen

Die Autoren des Reviews formulieren basierend auf der Meta-Analyse folgende Erkenntnisse:

Lebendgeburtenrate und Schwangerschaft

Der Review stratifiziert die Ergebnisse nach dem verwendeten ovariellen Stimulationsprotokoll. Es gibt laut den Autoren keine schlüssige Evidenz dafür, dass Metformin die Lebendgeburtenrate insgesamt verbessert.

Die Auswirkungen von Metformin im Vergleich zu Placebo oder keiner Behandlung stellen sich je nach Protokoll wie folgt dar:

StimulationsprotokollEffekt auf LebendgeburtenrateEffekt auf klinische Schwangerschaftsrate
Langes GnRH-Agonisten-ProtokollUngewiss (niedrige Evidenz)Mögliche Erhöhung
Kurzes GnRH-Antagonisten-ProtokollMögliche ReduktionUngewiss (sehr niedrige Evidenz)

Ovarielles Überstimulationssyndrom (OHSS)

Die Daten deuten darauf hin, dass Metformin die Inzidenz eines ovariellen Überstimulationssyndroms reduzieren kann.

Laut der Meta-Analyse sinkt das Risiko für ein OHSS durch die Metformin-Gabe signifikant. Bei einem angenommenen Basisrisiko von 20 Prozent ohne Metformin würde das Risiko unter der Therapie auf etwa 6 bis 14 Prozent fallen.

Nebenwirkungen und Fehlgeburten

Der Review weist darauf hin, dass die Einnahme von Metformin im Vergleich zu Placebo oder keiner Behandlung zu einer höheren Rate an Nebenwirkungen führen kann.

Bezüglich der Fehlgeburtenrate pro Frau sind die Auswirkungen von Metformin laut den vorliegenden Daten ungewiss. Die generelle Evidenzqualität der eingeschlossenen Studien wird als sehr niedrig bis niedrig eingestuft.

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💡Praxis-Tipp

Der Cochrane Review hebt hervor, dass der Nutzen von Metformin stark vom gewählten Stimulationsprotokoll abhängt. Während bei einem kurzen GnRH-Antagonisten-Protokoll sogar eine Reduktion der Lebendgeburtenrate möglich ist, liegt der primäre klinische Nutzen der Metformin-Gabe in der signifikanten Risikoreduktion für ein ovarielles Überstimulationssyndrom (OHSS). Dieser Vorteil muss gegen die erhöhte Rate an Nebenwirkungen abgewogen werden.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es keine schlüssige Evidenz dafür, dass Metformin die Lebendgeburtenrate insgesamt verbessert. Bei einem kurzen GnRH-Antagonisten-Protokoll kann die Rate möglicherweise sogar sinken.

Die Daten zeigen, dass Metformin die Inzidenz eines OHSS reduzieren kann. Bei einem Basisrisiko von 20 Prozent kann dieses durch Metformin auf etwa 6 bis 14 Prozent gesenkt werden.

Der Review stellt fest, dass die Gabe von Metformin im Vergleich zu Placebo oder keiner Behandlung mit einer höheren Inzidenz von Nebenwirkungen verbunden ist. Die genauen Nebenwirkungen werden in der Zusammenfassung jedoch nicht spezifiziert.

Die Ergebnisse unterscheiden sich je nach Protokoll deutlich. Während bei einem langen GnRH-Agonisten-Protokoll die klinische Schwangerschaftsrate steigen kann, ist der Effekt bei einem kurzen GnRH-Antagonisten-Protokoll ungewiss bis nachteilig.

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Quelle: Cochrane Review: Metformin treatment before and during IVF or ICSI in women with polycystic ovary syndrome (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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