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PCOS & Kinderwunsch: Cochrane-Review zu Letrozol

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das polyzystische Ovar-Syndrom (PCOS) ist eine der häufigsten Ursachen für Zyklusstörungen und anovulatorische Subfertilität. Weltweit sind etwa 5 bis 20 Prozent der Frauen im reproduktionsfähigen Alter davon betroffen.

Zur medikamentösen Ovulationsinduktion wird traditionell Clomifencitrat, ein selektiver Östrogenrezeptor-Modulator (SERM), als Erstlinientherapie eingesetzt. Seit einigen Jahren werden zunehmend auch Aromatasehemmer wie Letrozol für diese Indikation untersucht.

Dieser Cochrane-Review aus dem Jahr 2022 evaluiert die Wirksamkeit und Sicherheit von Letrozol im Vergleich zu SERMs oder einem laparoskopischen ovariellen Drilling. Die Auswertung basiert auf 41 randomisierten kontrollierten Studien mit über 6.500 Teilnehmerinnen.

Empfehlungen

Der Cochrane-Review formuliert folgende Kernaussagen zur Ovulationsinduktion bei PCOS:

Letrozol vs. Clomifencitrat (SERMs)

Laut Review führt die Behandlung mit Letrozol zu signifikant höheren Lebendgeburtenraten im Vergleich zu SERMs (hohe Vertrauenswürdigkeit der Evidenz). Auch die Rate an klinischen Schwangerschaften fällt unter Letrozol höher aus (hohe Vertrauenswürdigkeit der Evidenz).

Hinsichtlich der Sicherheitsprofile zeigt der Review keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Wirkstoffklassen:

  • Das Risiko für ein ovarielles Hyperstimulationssyndrom (OHSS) ist bei beiden Therapien mit 0,5 Prozent identisch.

  • Die Fehlgeburtenrate pro Schwangerschaft unterscheidet sich nicht signifikant (24 Prozent unter Letrozol vs. 25 Prozent unter SERMs).

  • Die Rate an Mehrlingsschwangerschaften ist vergleichbar gering (1,6 Prozent vs. 2,2 Prozent).

Letrozol vs. laparoskopisches ovarielles Drilling (LOD)

Die Evidenz beim Vergleich von Letrozol mit einem laparoskopischen Drilling der Eierstöcke ist von sehr niedriger bis niedriger Vertrauenswürdigkeit.

Es gibt laut Review schwache Hinweise darauf, dass Letrozol zu höheren Lebendgeburtenraten führen könnte. Bezüglich der Schwangerschafts-, Fehlgeburten- und Mehrlingsraten bleibt die Datenlage jedoch ungewiss.

Dosierung

Der Review beschreibt folgende übliche Dosierungsschemata für die medikamentöse Ovulationsinduktion. Die Einnahme startet typischerweise am dritten Zyklustag und erfolgt über einen Zeitraum von 5 Tagen:

WirkstoffDosierungIndikation
Letrozol (Off-Label)2,5 - 7,5 mg/TagOvulationsinduktion bei PCOS
Clomifencitrat50 - 150 mg/TagOvulationsinduktion bei PCOS

Kontraindikationen

Der Review weist darauf hin, dass Letrozol für die Ovulationsinduktion nicht offiziell zugelassen ist (Off-Label-Use).

Aufgrund der kurzen Halbwertszeit von Letrozol wird betont, dass der Wirkstoff vor einer möglichen Implantation vollständig abgebaut sein sollte. Es wird der klinische Hinweis zitiert, vor Beginn einer Letrozol-Therapie eine bestehende Schwangerschaft mittels Beta-hCG-Testung sicher auszuschließen.

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💡Praxis-Tipp

Der Review hebt hervor, dass Letrozol im Vergleich zu Clomifencitrat die Lebendgeburtenrate bei Frauen mit PCOS signifikant erhöht, ohne das Risiko für Mehrlingsschwangerschaften oder ein ovarielles Hyperstimulationssyndrom (OHSS) zu steigern. Es wird darauf hingewiesen, dass vor Therapiebeginn mit Letrozol zwingend eine bestehende Schwangerschaft ausgeschlossen werden muss.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane-Review führt Letrozol bei Frauen mit PCOS zu höheren Schwangerschafts- und Lebendgeburtenraten als Clomifencitrat. Die Vertrauenswürdigkeit dieser Evidenz wird als hoch eingestuft.

Der Review zeigt, dass die Rate an Mehrlingsschwangerschaften unter Letrozol mit 1,6 Prozent sehr gering ist. Es gibt keinen signifikanten Unterschied im Vergleich zur Behandlung mit Clomifencitrat.

In den untersuchten Studien wurde Letrozol meist in einer Dosierung von 2,5 bis 7,5 mg pro Tag verabreicht. Die Einnahme erfolgt typischerweise über 5 Tage, beginnend am dritten Zyklustag.

Der Review weist darauf hin, dass Letrozol für die Ovulationsinduktion nicht offiziell zugelassen ist. Der Einsatz in der Kinderwunschbehandlung erfolgt daher als Off-Label-Use.

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Quelle: Cochrane Review: Aromatase inhibitors (letrozole) for ovulation induction in infertile women with polycystic ovary syndrome (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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