PCOS: Letrozol zur Ovulationsinduktion und Therapie

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das polyzystische Ovar-Syndrom (PCOS) ist die häufigste Ursache für unregelmäßige oder fehlende Monatsblutungen. Es betrifft weltweit etwa 5 bis 20 % der Frauen im gebärfähigen Alter und führt häufig zu einer verminderten Fruchtbarkeit durch das Ausbleiben des Eisprungs.

Zur Behandlung der anovulatorischen Infertilität bei PCOS werden traditionell selektive Östrogenrezeptor-Modulatoren (SERMs) wie Clomifencitrat eingesetzt. Seit 2001 werden zunehmend Aromatasehemmer wie Letrozol zur Ovulationsinduktion verwendet.

Ein aktueller systematischer Cochrane Review (2022) untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit von Letrozol im Vergleich zu anderen Behandlungen. Der Fokus liegt dabei auf der Ovulationsinduktion mit anschließendem zeitlich geplantem Geschlechtsverkehr oder intrauteriner Insemination.

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💡Praxis-Tipp

Laut dem Cochrane Review ist Letrozol dem traditionell verwendeten Clomifencitrat hinsichtlich der Lebendgeburten- und Schwangerschaftsraten bei Frauen mit anovulatorischem PCOS signifikant überlegen. Es wird in der Praxis empfohlen, vor jedem Behandlungszyklus mit Letrozol eine bestehende Schwangerschaft laborchemisch auszuschließen, da der Wirkstoff für diese Indikation Off-Label eingesetzt wird.

Häufig gestellte Fragen

Der Cochrane Review zeigt mit hoher Evidenz, dass Letrozol im Vergleich zu Clomifen zu signifikant höheren Lebendgeburten- und Schwangerschaftsraten führt. Die Raten für Fehlgeburten und Mehrlingsschwangerschaften sind bei beiden Wirkstoffen vergleichbar.

Das Risiko für ein ovarielles Hyperstimulationssyndrom ist unter Letrozol sehr gering. Laut Meta-Analyse liegt die Rate bei etwa 0,5 % und unterscheidet sich nicht signifikant von der Behandlung mit Clomifen.

In den untersuchten Studien wurde Letrozol typischerweise in einer Dosierung von 2,5 mg bis 7,5 mg pro Tag eingesetzt. Die Einnahme erfolgt in der Regel über 5 Tage, meist beginnend am dritten Zyklustag.

Große im Review zitierte Studien zeigten keine erhöhten Raten an angeborenen Fehlbildungen oder kardialen Anomalien nach einer Ovulationsinduktion mit Letrozol im Vergleich zu Clomifen. Dennoch wird ein sicherer Ausschluss einer Schwangerschaft vor Therapiebeginn angeraten.

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Quelle: Cochrane Review: Aromatase inhibitors (letrozole) for ovulation induction in infertile women with polycystic ovary syndrome (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen

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