Rekonvaleszenzplasma bei COVID-19: Cochrane Review
Hintergrund
Die Cochrane-Übersichtsarbeit untersucht den Einsatz von Rekonvaleszenzplasma und Hyperimmunglobulinen zur Behandlung von COVID-19. Diese Blutprodukte werden aus dem Plasma genesener Personen gewonnen und enthalten spezifische Antikörper gegen SARS-CoV-2.
Historisch wurden solche Therapien bei anderen schweren Atemwegsinfektionen wie SARS oder schwerer Influenza eingesetzt. Bei COVID-19 besteht die Hoffnung, dass die passive Immunisierung die Viruslast senkt und den klinischen Verlauf abmildert.
Diese Zusammenfassung basiert auf einer sehr begrenzten Datenlage mit lediglich acht eingeschlossenen Beobachtungsstudien. Es handelt sich um eine Auswertung der frühen Evidenz aus dem Jahr 2020, die aufgrund der Pandemie-Situation als Rapid Review durchgeführt wurde.
Empfehlungen
Wirksamkeit und Mortalität
Laut Übersichtsarbeit ist die Evidenz zur Wirksamkeit von Rekonvaleszenzplasma bei COVID-19 von sehr geringer Qualität. Es kann keine verlässliche Aussage darüber getroffen werden, ob die Therapie die Mortalität oder die Zeit bis zur Krankenhausentlassung beeinflusst.
Die in den Studien beobachteten klinischen Verbesserungen sind nicht eindeutig zuzuordnen. Sie könnten auch auf den natürlichen Krankheitsverlauf oder Begleittherapien zurückzuführen sein.
Sicherheit und unerwünschte Ereignisse
Die Publikation weist auf eine hohe Unsicherheit bezüglich der Sicherheit der Therapie hin (sehr geringe Evidenz). In den eingeschlossenen Studien wurden vereinzelt unerwünschte Ereignisse wie Fieber und ein schwerer anaphylaktischer Schock dokumentiert.
Präparate im Vergleich
Der Text beschreibt wesentliche Unterschiede zwischen den verfügbaren blutbasierten Präparaten zur passiven Immunisierung.
| Eigenschaft | Rekonvaleszenzplasma | Hyperimmunglobulin |
|---|---|---|
| Antikörperkonzentration | Variabel | Standardisiert und höher |
| Gerinnungsfaktoren | Enthalten | Nicht enthalten |
| Thromboembolisches Risiko | Potenziell erhöht | Geringer |
| Dosierbarkeit | Eingeschränkt | Präzise möglich |
Kontraindikationen
Die Übersichtsarbeit nennt keine absoluten Kontraindikationen, warnt jedoch vor spezifischen Risiken der Plasmatherapie.
Es wird darauf hingewiesen, dass COVID-19-Erkrankte ein erhöhtes Risiko für thromboembolische Ereignisse aufweisen. Die Übertragung von Gerinnungsfaktoren durch das Plasma kann dieses Risiko potenziell weiter steigern.
Zudem wird ein erhöhtes Risiko für transfusionsassoziierte akute Lungeninsuffizienz (TRALI) und transfusionsassoziierte Volumenüberladung (TACO) beschrieben. Dies gilt laut Text insbesondere für Personen mit kardiopulmonalen Vorerkrankungen.
💡Praxis-Tipp
Laut Cochrane-Review ist die Datenlage zu Rekonvaleszenzplasma bei COVID-19 äußerst schwach, weshalb ein routinemäßiger Einsatz außerhalb von klinischen Studien nicht durch Evidenz gestützt wird. Es wird betont, dass bei einer experimentellen Gabe besonders auf transfusionsassoziierte Komplikationen wie Volumenüberladung (TACO) oder Lungeninsuffizienz (TRALI) geachtet werden muss.
Häufig gestellte Fragen
Laut der Cochrane-Übersichtsarbeit ist die Wirksamkeit bei COVID-19 derzeit völlig unklar. Die vorhandene Evidenz ist von sehr geringer Qualität und lässt keine verlässlichen Schlüsse auf eine klinische Besserung zu.
Der Text beschreibt, dass Hyperimmunglobuline eine standardisierte und höhere Antikörperkonzentration aufweisen. Zudem enthalten sie im Gegensatz zu Plasma keine Gerinnungsfaktoren, was das Risiko für Thrombosen verringern kann.
Die Publikation berichtet von möglichen allergischen Reaktionen, Fieber und in seltenen Fällen von einem anaphylaktischen Schock. Zusätzlich wird vor transfusionsassoziierten Komplikationen wie Lungeninsuffizienz (TRALI) oder Volumenüberladung (TACO) gewarnt.
Es kann laut Review keine Aussage darüber getroffen werden, ob die Therapie die Mortalität beeinflusst. Die beobachteten Überlebensraten in den kleinen Studien könnten auch auf den natürlichen Krankheitsverlauf zurückzuführen sein.
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Quelle: Cochrane Review: Convalescent plasma or hyperimmune immunoglobulin for people with COVID-19: a rapid review (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.