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Hydroxychloroquin bei COVID-19: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

COVID-19 ist eine ansteckende Atemwegserkrankung, die durch das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst wird. Bei schweren Verläufen benötigen die Betroffenen häufig eine intensivmedizinische Betreuung und mechanische Beatmung.

Zu Beginn der Pandemie wurden Medikamente, die primär für andere Indikationen zugelassen sind, als potenzielle Therapieoptionen untersucht. Dazu gehörten das Malariamittel Chloroquin sowie Hydroxychloroquin, welches standardmäßig bei rheumatischen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis oder systemischem Lupus erythematodes eingesetzt wird.

Der vorliegende Cochrane Review (2021) analysiert die Evidenz aus 14 randomisierten kontrollierten Studien mit über 8000 Teilnehmern. Ziel war es, die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Medikamente sowohl zur Behandlung als auch zur Prophylaxe von COVID-19 zu bewerten.

Empfehlungen

Der Review fasst die klinischen Endpunkte der Behandlung mit Hydroxychloroquin (HCQ) im Vergleich zur Standardversorgung oder Placebo wie folgt zusammen:

EndpunktEffekt von HCQEvidenzqualität
Mortalität (jegliche Ursache)Kein Unterschied (RR 1.09)Hoch
Mechanische BeatmungWahrscheinlich kein Unterschied (RR 1.11)Moderat
Unerwünschte Ereignisse (alle)Erhöhtes Risiko (RR 2.90)Moderat
Schwerwiegende unerwünschte EreignisseMöglicherweise kein Unterschied (RR 0.82)Niedrig

Therapie von COVID-19

Die Auswertung zeigt, dass HCQ bei hospitalisierten Patienten keinen klinischen Nutzen hat. Es wird keine Reduktion der Mortalität beobachtet (hohe Evidenzqualität).

Zudem hat die Gabe laut Meta-Analyse wahrscheinlich keinen Einfluss auf die Notwendigkeit einer mechanischen Beatmung oder die Viruselimination nach 14 Tagen. Die Autoren schlussfolgern, dass keine weiteren Studien zur Behandlung mit HCQ durchgeführt werden sollten.

Kombination mit Azithromycin

Die Kombination von HCQ mit dem Antibiotikum Azithromycin zeigt im Vergleich zur Standardversorgung keinen Unterschied bezüglich Sterblichkeit oder Beatmungspflichtigkeit.

Die Auswertung weist jedoch auf ein höheres Risiko für unerwünschte Ereignisse hin. Dies schließt explizit das Risiko einer QT-Zeit-Verlängerung im EKG ein.

Prophylaxe nach Exposition

Zur Vorbeugung einer Infektion nach Kontakt mit SARS-CoV-2 zeigt die Evidenz keinen nachweisbaren Nutzen. Es gibt keinen signifikanten Unterschied bei der Entwicklung von symptomatischem COVID-19 im Vergleich zur Standardversorgung.

Auch die Antikörperbildung gegen das Virus wird durch die prophylaktische Einnahme nicht beeinflusst.

Unerwünschte Ereignisse

Die Meta-Analyse belegt ein deutlich erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen unter HCQ. Folgende Erkenntnisse zur Sicherheit werden hervorgehoben:

  • Das Risiko für milde unerwünschte Wirkungen ist unter HCQ fast dreimal so hoch wie unter Placebo.

  • Bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen zeigt sich kein signifikanter Unterschied zur Kontrollgruppe.

  • Das Risiko für eine Verlängerung der QT-Zeit im EKG ist erhöht, insbesondere bei Kombinationstherapien.

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💡Praxis-Tipp

Der Cochrane Review rät aufgrund fehlender Wirksamkeit und eines verdreifachten Risikos für Nebenwirkungen eindeutig von der Anwendung von Hydroxychloroquin zur Behandlung von COVID-19 ab. Es wird betont, dass auch die Kombination mit Azithromycin keinen klinischen Vorteil bietet, jedoch das Risiko für kardiale Nebenwirkungen wie QT-Verlängerungen signifikant erhöht.

Häufig gestellte Fragen

Nein, laut Meta-Analyse hat Hydroxychloroquin keinen Einfluss auf die Sterblichkeit bei COVID-19-Patienten. Dies wird durch Evidenz von hoher Qualität aus Studien mit über 8000 Teilnehmern gestützt.

Die vorliegende Evidenz zeigt keinen nachweisbaren Nutzen für die postexpositionelle Prophylaxe. Es gab keinen Unterschied in der Entwicklung von symptomatischen Infektionen im Vergleich zur Standardversorgung.

Der Review zeigt, dass das Risiko für milde unerwünschte Ereignisse unter der Therapie fast dreimal so hoch ist wie unter Placebo. Zudem wird auf das Risiko einer QT-Zeit-Verlängerung hingewiesen, insbesondere in Kombination mit Azithromycin.

Die Autoren des Reviews schlussfolgern, dass keine weiteren Studien zur Behandlung von hospitalisierten Patienten durchgeführt werden sollten. Die fehlende Wirksamkeit ist durch ausreichend große und aussagekräftige Studien bereits belegt.

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Quelle: Cochrane Review: Chloroquine or hydroxychloroquine for prevention and treatment of COVID-19 (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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