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Colchicin bei COVID-19: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Ein schwerer Verlauf von COVID-19 ist häufig mit einer Hyperinflammation und einer komplexen Dysregulation der Immunantwort assoziiert.

Colchicin ist ein entzündungshemmendes Medikament, das traditionell zur Behandlung von Gicht eingesetzt wird.

Es wird vermutet, dass die antiinflammatorischen Mechanismen von Colchicin die klinischen Ergebnisse bei einer SARS-CoV-2-Infektion verbessern könnten.

Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2021 fasst die Evidenz zur Wirksamkeit und Sicherheit von Colchicin bei COVID-19 zusammen.

Empfehlungen

Der Cochrane Review formuliert basierend auf der aktuellen Studienlage folgende Kernaussagen zur Therapie mit Colchicin:

Stationär behandelte Personen

Für Personen mit moderater bis schwerer Erkrankung im Krankenhaus zeigt die Auswertung:

  • Colchicin führt im Vergleich zur Standardtherapie wahrscheinlich zu keinem oder nur einem geringen Unterschied bei der Gesamtmortalität bis Tag 28 (moderate Evidenz).

  • Es zeigt sich wahrscheinlich kein relevanter Effekt auf die klinische Verschlechterung, wie etwa die neue Notwendigkeit einer invasiven Beatmung.

  • Die Evidenz bezüglich allgemeiner und schwerwiegender Nebenwirkungen in dieser Gruppe ist sehr unsicher.

Ambulant behandelte Personen

Bei asymptomatischen oder milden Verläufen außerhalb des Krankenhauses ergeben sich andere Tendenzen:

  • Die Datenlage zur Auswirkung auf die Gesamtmortalität ist bei milden Verläufen unsicher (niedrige Evidenz).

  • Colchicin reduziert wahrscheinlich geringfügig die Notwendigkeit einer Krankenhauseinweisung oder den Tod innerhalb von 28 Tagen (moderate Evidenz).

  • Die Rate an schwerwiegenden Nebenwirkungen wird durch die Gabe wahrscheinlich leicht gesenkt.

Fehlende Daten

Laut den Autoren bewertete keine der eingeschlossenen Studien die Auswirkungen von Colchicin auf die Lebensqualität der Betroffenen.

Zudem fehlen direkte Vergleiche mit anderen aktiven COVID-19-Therapeutika wie Kortikosteroiden.

Kontraindikationen

Der Review weist auf folgende allgemeine Warnhinweise zu Colchicin hin:

  • Bei Vorerkrankungen wie Nieren- oder Leberproblemen kann die Einnahme von Colchicin schädlich sein.

  • Es wird ausdrücklich vor den potenziellen Gefahren einer Überdosierung gewarnt.

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💡Praxis-Tipp

Bei stationär behandelten Personen mit moderatem bis schwerem COVID-19 zeigt Colchicin laut Review keinen relevanten klinischen Nutzen hinsichtlich der Mortalität oder Krankheitsprogression.

Ein möglicher, geringfügiger Nutzen bezüglich verminderter Hospitalisierungsraten wird lediglich für ambulante, milde Fälle beschrieben.

Die Autoren betonen die unsichere Datenlage zu Nebenwirkungen, was für die klinische Risikobewertung relevant ist.

Häufig gestellte Fragen

Der Cochrane Review zeigt, dass Colchicin bei stationär behandelten Personen mit moderater bis schwerer Erkrankung wahrscheinlich keinen Einfluss auf die Sterblichkeit oder die klinische Verschlechterung hat. Ein routinemäßiger Einsatz in dieser Gruppe zeigt keinen klaren Nutzen.

Bei ambulant behandelten Personen mit milden Symptomen reduziert Colchicin wahrscheinlich geringfügig das Risiko für eine Hospitalisierung oder den Tod innerhalb von 28 Tagen. Die Evidenz hierfür wird als moderat eingestuft.

Die Evidenz zu Nebenwirkungen ist laut den Autoren sehr unsicher und wurde in den Studien heterogen berichtet. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass das Medikament bei Nieren- oder Leberproblemen schädlich sein kann.

Die eingeschlossenen Studien verwendeten unterschiedliche Dosierungen. Der Review liefert keine Evidenz dafür, dass eine bestimmte Dosis zu besseren klinischen Ergebnissen führt.

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Quelle: Cochrane Review: Colchicine for the treatment of COVID-19 (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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