CochraneIa2023

KVT bei Schizophrenie und Aggression: Cochrane

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Schizophrenie und andere Psychosen werden mit einem erhöhten Risiko für aggressives Verhalten in Verbindung gebracht.

Diese Vorfälle sind jedoch selten und beschränken sich auf eine kleine Minderheit der Betroffenen.

Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) wird als psychologische Intervention eingesetzt, um dysfunktionale Gedanken zu hinterfragen.

Sie ist problemorientiert, zielgerichtet und zeitlich begrenzt, typischerweise auf 12 bis 20 Sitzungen über vier bis sechs Monate.

Obwohl die KVT keine Notfallintervention für akute Krisen darstellt, wird ihr Potenzial zur Behandlung anhaltender oder wiederkehrender aggressiver Episoden diskutiert.

Bisherige Übersichtsarbeiten lieferten jedoch aufgrund niedriger Evidenzqualität keine klaren Schlussfolgerungen.

Empfehlungen

Der aktuelle Cochrane Review (2023) analysiert die Wirksamkeit der KVT als Zusatz zur Standardversorgung bei anhaltender Aggression. Es werden folgende zentrale Ergebnisse formuliert:

Studienlage und Evidenzqualität

  • Es wurden lediglich zwei Studien mit insgesamt 184 Teilnehmern in die Analyse eingeschlossen.

  • Die Untersuchungen fanden in forensischen Einrichtungen und Gefängnissen statt.

  • Die Sicherheit der Evidenz wird als sehr gering eingestuft, primär aufgrund fehlender Verblindung und kleiner Stichprobengrößen.

Klinische Endpunkte

  • Die zusätzliche KVT führt im Vergleich zur reinen Standardversorgung möglicherweise zu wenig bis gar keinem Unterschied in der Häufigkeit physischer Gewalt.

  • Dies gilt sowohl für das Ende der Behandlungsphase als auch für den Follow-up-Zeitraum.

  • Es zeigte sich kein signifikanter Unterschied bei den Studienabbruchraten zwischen den Behandlungsgruppen.

Sicherheit und Nebenwirkungen

  • Eine der eingeschlossenen Studien berichtete über keine Todesfälle und null schwerwiegende oder sonstige unerwünschte Ereignisse in beiden Gruppen.

  • Die zweite Studie lieferte keine Daten zu Todesfällen oder unerwünschten Ereignissen.

Schlussfolgerung für die Praxis

Laut Review reicht die aktuelle Datenlage nicht aus, um verlässliche klinische Entscheidungen zu treffen.

Es wird betont, dass weitere Forschung notwendig ist, um den wahren Effekt der Intervention präziser abschätzen zu können.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Der Review betont, dass die kognitive Verhaltenstherapie keine Notfall- oder Krisenintervention darstellt, die unmittelbar auf Auslöser aggressiven Verhaltens wirkt. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die aktuelle Evidenzlage zu schwach ist, um den routinemäßigen Einsatz der KVT zur reinen Aggressionsminderung bei Schizophrenie evidenzbasiert zu stützen.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es derzeit keine verlässliche Evidenz, die einen signifikanten Nutzen der KVT zur Reduktion von Aggressionen bei Schizophrenie belegt. Die verfügbaren Daten zeigen möglicherweise wenig bis gar keinen Unterschied zur reinen Standardversorgung.

Der Review beschreibt die kognitive Verhaltenstherapie als zeitlich begrenzte Intervention. Typischerweise umfasst sie etwa 12 bis 20 Sitzungen, die über einen Zeitraum von vier bis sechs Monaten stattfinden.

Es wird im Review explizit darauf hingewiesen, dass die KVT keine Notfall- oder Krisenintervention ist. Sie wirkt nicht unmittelbar auf die Auslöser akuter aggressiver Episoden.

Die Sicherheit der Evidenz wird in der Meta-Analyse als sehr gering eingestuft. Dies liegt vor allem an der geringen Anzahl von Studien, kleinen Stichprobengrößen und einem hohen Verzerrungsrisiko durch fehlende Verblindung.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Cochrane Review: Cognitive behavioural therapy plus standard care versus standard care for persistent aggressive behaviour or agitation in people with schizophrenia (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien