Schizophrenie: KVT ohne Antipsychotika Wirksamkeit
Hintergrund
Schizophrenie ist eine schwere psychische Erkrankung, die standardmäßig mit Antipsychotika behandelt wird. Da diese Medikamente oft mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden sind, wird nach alternativen oder ergänzenden Therapieansätzen gesucht.
Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) ist eine etablierte psychologische Intervention, die in Kombination mit Antipsychotika wirksam ist. Ein aktueller Cochrane Review (2024) untersucht nun, ob die KVT auch ohne begleitende medikamentöse Therapie sicher und wirksam eingesetzt werden kann.
Die Meta-Analyse schließt vier randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 300 Teilnehmenden ein. Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz wird insgesamt als niedrig bis sehr niedrig eingestuft, was die Aussagekraft der Ergebnisse einschränkt.
💡Praxis-Tipp
Der Review warnt davor, die Ergebnisse unkritisch auf schwer kranke Personen zu übertragen, da die untersuchten Kohorten meist nur moderat erkrankt waren. Zudem wird darauf hingewiesen, dass ein vollständiger Verzicht auf Antipsychotika in der Praxis oft schwer umsetzbar ist, da in den Studien über ein Drittel der unmedizierten Teilnehmenden im Verlauf eine medikamentöse Notfallbehandlung benötigte.
Häufig gestellte Fragen
Der Cochrane Review zeigt, dass eine KVT ohne Antipsychotika im Vergleich zu keiner Behandlung langfristig die Symptome lindern kann. Gegenüber einer Kombinationstherapie aus KVT und Medikamenten ist sie jedoch bei der Behandlung von Positivsymptomen weniger effektiv.
Laut der Meta-Analyse ist die alleinige KVT mit signifikant weniger unerwünschten Ereignissen und Nebenwirkungen verbunden als die Einnahme von Antipsychotika. Dies gilt auch im direkten Vergleich zur Kombinationstherapie.
Die Evidenz für einen kompletten Verzicht ist derzeit sehr schwach und wird durch Machbarkeitsprobleme eingeschränkt. Die Daten zeigen, dass ein relevanter Anteil der unmedizierten Personen im Verlauf dennoch Antipsychotika benötigt.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Cochrane Review: Cognitive behavioural therapy without medication for schizophrenia (Cochrane, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
Cochrane Review: Cognitive behavioural therapy added to standard care for first-episode and recent-onset psychosis
Cochrane Review: Psychosocial interventions for people with both severe mental illness and substance misuse
Cochrane Review: Humour-based interventions for people with schizophrenia
Cochrane Review: Peer support for people with schizophrenia or other serious mental illness
Cochrane Review: Psychosocial interventions for conversion and dissociative disorders in adults
Cochrane Review: Psychological interventions for psychosis in adolescents
Cochrane Review: Antipsychotics for schizophrenia spectrum disorders with catatonic symptoms
Cochrane Review: Risk assessment for aggressive behaviour in schizophrenia
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen