WHO2023

Chronischer Kreuzschmerz: Leitlinien-Empfehlung & NSAR

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die WHO-Leitlinie (2023) befasst sich mit der nicht-operativen Behandlung des chronischen primären Kreuzschmerzes (CPLBP) bei Erwachsenen. CPLBP ist definiert als Schmerz, der länger als drei Monate andauert und nicht auf eine spezifische strukturelle oder pathologische Ursache zurückzuführen ist.

Rückenschmerzen stellen weltweit die führende Ursache für Behinderungen dar. Besonders bei älteren Menschen über 60 Jahren führt die Erkrankung häufig zu Einschränkungen der Mobilität und der intrinsischen Kapazität.

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit eines biopsychosozialen Ansatzes. Es wird empfohlen, physische, psychologische und soziale Faktoren in die Behandlungsplanung einzubeziehen und eine ganzheitliche, personenzentrierte Betreuung zu gewährleisten.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für die Behandlung des chronischen primären Kreuzschmerzes:

Aufklärung und Beratung

Laut Leitlinie kann eine strukturierte und standardisierte Aufklärung sowie Beratung als Teil der Behandlung angeboten werden (bedingte Empfehlung). Diese sollte idealerweise mit anderen evidenzbasierten Therapien kombiniert werden.

Physische und manuelle Therapien

Es wird empfohlen, physische Interventionen stets an die individuellen Präferenzen und Fähigkeiten anzupassen. Die Leitlinie spricht sich für folgende Maßnahmen aus:

  • Strukturierte Bewegungstherapien und Trainingsprogramme (bedingte Empfehlung)

  • Nadeltherapien wie Akupunktur (bedingte Empfehlung)

  • Spinale manipulative Therapie (SMT) und Massage (bedingte Empfehlung)

  • Bereitstellung von Mobilitätshilfen nach individueller Prüfung (Good Practice Statement)

Psychologische Therapien

Psychologische Ansätze sind laut Leitlinie ein wichtiger Baustein der Schmerzbehandlung. Es werden folgende Verfahren empfohlen:

  • Kognitive Verhaltenstherapie (CBT) (bedingte Empfehlung)

  • Operante Therapie zur Förderung hilfreicher Verhaltensweisen (bedingte Empfehlung)

Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Behandlung sollte gemäß Leitlinie stets mit nicht-pharmakologischen Maßnahmen kombiniert werden. Als medikamentöse Optionen werden empfohlen:

  • Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) als kurzzeitige oder intermittierende Therapie (bedingte Empfehlung)

  • Topisches Cayennepfeffer-Extrakt (bedingte Empfehlung)

Multimodale Versorgung

Die Leitlinie empfiehlt eine multikomponente biopsychosoziale Betreuung (bedingte Empfehlung). Diese sollte idealerweise durch ein multidisziplinäres Team erfolgen und mindestens zwei Bereiche (physisch, psychologisch oder sozial) abdecken.

Kontraindikationen

Die Leitlinie spricht sich explizit gegen den routinemäßigen Einsatz verschiedener Interventionen aus, da das Risiko für Nebenwirkungen den potenziellen Nutzen übersteigt oder keine Wirksamkeit belegt ist.

InterventionsklasseNicht empfohlene MaßnahmenBegründung laut Leitlinie
MedikamenteOpioid-AnalgetikaHohes Risiko für Abhängigkeit, Überdosierung und gastrointestinale Nebenwirkungen
MedikamenteSNRI, Trizyklische Antidepressiva, AntikonvulsivaErhöhtes Risiko für unerwünschte Ereignisse (z.B. Stürze, Delir bei Älteren) bei fehlendem Nutzen
MedikamenteMuskelrelaxanzien, systemische GlukokortikoideNebenwirkungen überwiegen den trivialen Nutzen
MedikamenteLokalanästhetika-InjektionenFehlender klinischer Nutzen bei potenziellen Risiken
Physische TherapienTraktion, therapeutischer Ultraschall, TENSKeine klinisch bedeutsame Wirksamkeit nachgewiesen
HilfsmittelLumbale Stützkorsetts und GürtelRisiko für Dekonditionierung und Bewegungsangst bei Langzeitnutzung
GewichtsmanagementPharmakologische GewichtsreduktionNebenwirkungen überwiegen bei fehlendem Nutzen auf den Schmerz

Zudem wird betont, dass NSAR bei älteren Menschen mit kardiovaskulären oder renalen Begleiterkrankungen kontraindiziert sein können. Es wird eine strenge Indikationsstellung und die Wahl der niedrigsten effektiven Dosis empfohlen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor dem routinemäßigen Einsatz von Opioid-Analgetika beim chronischen primären Kreuzschmerz, da das Risiko für schwere Nebenwirkungen wie Abhängigkeit und Überdosierung den potenziellen Nutzen deutlich übersteigt. Es wird stattdessen empfohlen, den Fokus auf nicht-pharmakologische, multimodale Ansätze wie Bewegungstherapie und kognitive Verhaltenstherapie zu legen. Bei der Verordnung von NSAR wird zu einer strengen Überwachung geraten, insbesondere bei älteren Menschen mit Begleiterkrankungen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie können nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) als kurzzeitige Therapie eingesetzt werden. Von Opioiden, Antidepressiva und Muskelrelaxanzien wird aufgrund des ungünstigen Nutzen-Risiko-Profils abgeraten.

Die Leitlinie spricht eine bedingte Empfehlung für Massagen aus, da diese kurzfristige Verbesserungen bei Schmerz und Funktion bewirken können. Es wird jedoch empfohlen, Massagen in ein umfassenderes Behandlungskonzept einzubinden.

Es wird eine bedingte Empfehlung für Nadeltherapien wie Akupunktur ausgesprochen. Die Evidenz zeigt laut Leitlinie einen kleinen, aber klinisch relevanten Nutzen zur kurzfristigen Schmerzlinderung.

Die Leitlinie rät vom routinemäßigen Einsatz lumbaler Stützkorsetts oder Gürtel ab. Als Grund wird das Risiko einer muskulären Dekonditionierung und einer zunehmenden Bewegungsangst bei langfristiger Nutzung genannt.

Psychologische Verfahren, insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie (CBT), werden als wichtiger Bestandteil der Behandlung empfohlen. Sie helfen dabei, schmerzverstärkende Gedankenmuster abzubauen und die Bewältigungsstrategien zu verbessern.

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Quelle: WHO guideline for non-surgical management of chronic primary low back pain in adults in primary and community care settings (WHO, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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