Chronische Schmerzen: Diagnostik & multimodale Therapie

Diese Leitlinie stammt aus 2005 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: SIGN (2005)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Chronische Schmerzen, definiert als Schmerzen mit einer Dauer von mehr als 12 Wochen, stellen eine große klinische Herausforderung dar. Sie beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen erheblich und sind mit einer signifikanten Krankheitslast verbunden.

Die vorliegende SIGN-Leitlinie 136 fokussiert sich auf die Behandlung von Erwachsenen mit chronischen, nicht-malignen Schmerzen im nicht-spezialisierten Bereich. Ein multimodaler Ansatz ist entscheidend, da chronische Schmerzen komplexe biopsychosoziale Ursachen haben.

Ziel der Behandlung ist es, die Funktion und Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Dabei spielt neben der medikamentösen Therapie auch die Förderung des Selbstmanagements eine zentrale Rolle in der Langzeitbetreuung.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für das Management chronischer Schmerzen:

Diagnostik und Beurteilung

Es wird eine präzise Anamnese, Untersuchung und biopsychosoziale Beurteilung für alle Personen mit chronischen Schmerzen empfohlen. Dabei sollen die Schmerzart (neuropathisch, nozizeptiv oder gemischt), der Schweregrad und die funktionellen Auswirkungen erfasst werden.

Medikamentöse Therapie

Es wird empfohlen, Personen unter analgetischer Therapie mindestens einmal jährlich zu überprüfen. Bei einer Änderung der Medikation oder Begleiterkrankungen sollte dies häufiger erfolgen.

Für spezifische Substanzklassen gelten folgende Empfehlungen:

  • Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) können bei chronischen, unspezifischen Kreuzschmerzen erwogen werden.

  • Paracetamol wird allein oder in Kombination mit NSAR bei Hüft- oder Kniearthrose empfohlen.

  • Topische NSAR sollten bei muskuloskelettalen Schmerzen in Betracht gezogen werden.

  • Starke Opioide können bei chronischen Kreuzschmerzen oder Arthrose erwogen werden, sofern eine anhaltende Schmerzlinderung erzielt wird.

Neuropathische Schmerzen

Bei neuropathischen Schmerzen wird der Einsatz von Gabapentin oder Pregabalin als Erstlinientherapie empfohlen. Alternativ können trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin oder Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) wie Duloxetin eingesetzt werden.

Nicht-medikamentöse Therapien

Es wird empfohlen, Betroffene zur Teilnahme an multidisziplinären Schmerzbewältigungsprogrammen zu überweisen. Kognitive Verhaltenstherapie sollte als psychologische Behandlungsoption in Betracht gezogen werden.

Zusätzlich wird körperliches Training in jeglicher Form für das Management chronischer Schmerzen empfohlen. Bei chronischen Kreuzschmerzen sollte neben der Bewegungstherapie auch der Rat gegeben werden, im Alltag aktiv zu bleiben.

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende Dosierungsrichtlinien für die Behandlung von neuropathischen Schmerzen und Fibromyalgie:

MedikamentStartdosisZieldosis / MaximaldosisIndikation
Amitriptylin10-25 mg/Tag25-125 mg/TagNeuropathischer Schmerz, Fibromyalgie
Gabapentin300 mg zur Nacht1200-3600 mg/TagNeuropathischer Schmerz
Pregabalin75 mg zweimal täglichbis zu 300 mg zweimal täglichNeuropathischer Schmerz, Fibromyalgie
Duloxetin60 mg/Tag60-120 mg/TagDiabetische Neuropathie, Fibromyalgie, Arthrose
Carbamazepin100-200 mg/Tagbis zu 1600 mg/TagTrigeminusneuralgie, Neuropathischer Schmerz

Es wird eine langsame Auftitration empfohlen, um Nebenwirkungen zu minimieren.

Kontraindikationen

Die Leitlinie formuliert folgende Warnhinweise und Kontraindikationen:

  • Trizyklische Antidepressiva sollen nicht zur Behandlung von chronischen Kreuzschmerzen eingesetzt werden.

  • Bei der Verschreibung von NSAR müssen kardiovaskuläre und gastrointestinale Risiken zwingend berücksichtigt werden.

  • Eine fachärztliche Überweisung wird empfohlen, wenn die Opioiddosis 180 mg Morphinäquivalent pro Tag überschreitet oder eine schnelle Dosissteigerung ohne ausreichende Schmerzlinderung auftritt.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie ist eine regelmäßige, mindestens jährliche Überprüfung der analgetischen Therapie essenziell. Es wird zudem nachdrücklich darauf hingewiesen, bei einer benötigten Opioiddosis von über 180 mg Morphinäquivalent pro Tag oder bei rascher Dosissteigerung ohne ausreichenden Effekt eine fachärztliche Expertise hinzuzuziehen.

Häufig gestellte Fragen

Es wird empfohlen, die analgetische Therapie mindestens einmal jährlich zu überprüfen. Bei einer Änderung der Medikation oder bei veränderten Begleiterkrankungen sollte die Kontrolle häufiger erfolgen.

Starke Opioide können bei chronischen Kreuzschmerzen oder Arthrose erwogen werden. Voraussetzung ist, dass dadurch eine anhaltende Schmerzlinderung erzielt wird und regelmäßige Kontrollen stattfinden.

Nein, ein bloßer Rat zur Bewegung ist nicht ausreichend. Es wird empfohlen, den Rat, im Alltag aktiv zu bleiben, stets mit einer konkreten Bewegungstherapie zu kombinieren.

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Quelle: SIGN 136: Management of bladder cancer (SIGN, 2005). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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