IQWiG2020Kardiologie

Chronische KHK: CT- und MRT-Diagnostik im Vergleich

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist durch arteriosklerotische Einlagerungen in den Herzkranzgefäßen gekennzeichnet. Dies kann zu Stenosen und einer verminderten Durchblutung des Herzmuskels führen.

Leitsymptom ist die Angina Pectoris, jedoch können Betroffene auch asymptomatisch sein oder unter Dyspnoe leiden. Eine eindeutige Diagnosestellung ist essenziell für die weitere medizinische Versorgung.

Neben der invasiven Koronarangiografie (ICA) stehen nicht invasive morphologische Verfahren wie die computertomografische Angiografie (CTA) zur Verfügung. Zudem werden funktionelle Verfahren wie die Stress-Magnetresonanztomografie (MRT) angewendet, um die Durchblutung des Herzmuskels unter Belastung zu beurteilen.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht GA20-01 fasst die Evidenz sowie aktuelle Leitlinienempfehlungen zur Diagnostik der chronischen KHK zusammen.

Stellenwert nicht invasiver Verfahren

Laut Bericht empfehlen die zitierten Leitlinien (ESC, NICE, NVL) übereinstimmend nicht invasive Verfahren als ersten Test zur Diagnose einer KHK. Die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) rät bei einer mittleren Vortestwahrscheinlichkeit (15 bis 85 %) primär zu nicht invasiven Verfahren.

Klinische Endpunkte

Die Evidenzkartierung zeigt für die CTA im Vergleich zur Standardversorgung statistisch signifikant seltenere Myokardinfarkte. Ein Effekt auf die Gesamtmortalität konnte durch die CTA jedoch nicht nachgewiesen werden.

Für die Stress-MRT als funktionelles Verfahren zeigt sich, dass im Nachgang signifikant weniger ICAs durchgeführt werden. Für die Endpunkte Gesamtmortalität und Myokardinfarkt liegt bei der MRT laut Bericht eine unzureichende Datenlage vor.

Diagnostische Güte

Der Bericht vergleicht die diagnostische Genauigkeit der Verfahren gegenüber der invasiven Koronarangiografie (ICA) als Referenzstandard:

VerfahrenSensitivitätSpezifität
Computertomografische Angiografie (CTA)> 90 %78 - 79 %
Stress-Magnetresonanztomografie (MRT)82 - 91 %74 - 80 %

Indikationen zur invasiven Koronarangiografie (ICA)

Die NVL formuliert klare Einschränkungen für die primäre Durchführung einer ICA. Eine ICA soll laut Leitlinie nicht durchgeführt werden (starke Negativempfehlung):

  • Bei niedriger Wahrscheinlichkeit für eine stenosierende KHK (unter 15 %).

  • Bei mittlerer Wahrscheinlichkeit ohne vorherigen Ischämienachweis durch nicht invasive Diagnostik.

  • Bei hoher Komorbidität, wenn das Risiko den diagnostischen Nutzen übersteigt.

Kontraindikationen

Der Bericht zitiert die ESC-Leitlinie hinsichtlich der Einschränkungen für bildgebende Verfahren. Es wird davon abgeraten, eine CTA durchzuführen, wenn eine gute Bildqualität unwahrscheinlich ist.

ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler im klinischen Alltag ist die primäre Durchführung einer invasiven Koronarangiografie (ICA) bei mittlerer Vortestwahrscheinlichkeit. Der IQWiG-Bericht betont unter Verweis auf die NVL, dass in diesen Fällen zwingend eine nicht invasive Diagnostik vorgeschaltet werden sollte. Eine direkte ICA ist nur bei hochgradigem Verdacht oder persistierender Symptomatik unter optimaler Therapie indiziert.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht und den zitierten Leitlinien werden nicht invasive Verfahren wie die CTA oder funktionelle Bildgebungen (z. B. Stress-MRT) als erster Test empfohlen. Dies gilt insbesondere bei einer mittleren Vortestwahrscheinlichkeit von 15 bis 85 %.

Die Evidenzkartierung zeigt für die CTA eine hohe Sensitivität von über 90 %. Die Spezifität im Vergleich zur invasiven Koronarangiografie liegt bei 78 bis 79 %.

Eine direkte ICA wird gemäß der zitierten NVL bei einer hohen Vortestwahrscheinlichkeit von über 85 % empfohlen. Zudem ist sie indiziert, wenn die Symptomatik trotz optimaler konservativer Therapie persistiert.

Der Bericht zeigt auf Basis von randomisierten Studien, dass Myokardinfarkte nach einer CTA-basierten Diagnose signifikant seltener auftreten als nach einer Standardversorgung. Ein Effekt auf die Gesamtmortalität konnte jedoch nicht nachgewiesen werden.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: IQWiG GA20-01: CT- oder MRT-Diagnostik bei Verdacht auf chronische koronare Herzkrankheit: eine Evidenzkartierung (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.